Perkunas Namas
Aleksoto g. 6
Kaunas Altstadt
Das Perkūnas-Haus ist ein Gebäude in der Altstadt von Kaunas. Es handelt sich um ein altes, originales Denkmal der gotischen Architektur, das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Das Gebäude ist gemauert, mit einem prächtigen Giebel und geräumigen Kellern. Die Hauptfassade des Gebäudes ist mit rechteckigen Ziernischen und einem Sonnensymbol aus glasierten Steinen verziert.

Perkunas namas Kaunas
Ursprünglich bestand das Perkūnas-Haus aus zwei Gebäuden. Ein Teil davon war das heutige Gebäude, der andere ein Lagerhaus gleicher Größe (im 18. Jahrhundert abgerissen). Der erhaltene Teil des Hauses war durch eine tragende Innenwand (die heutige Nordfassade) vom Lagerhaus getrennt.
Der eigentliche Verwendungszweck des Hauses ist unbekannt. Es gibt eine Legende über eine kleine Skulptur des Gottes Perkūnas, die in einer Wand des Gebäudes gefunden wurde, sowie über Priesterinnen, die hier ein ewiges Feuer entfachten; doch die von Forschern entdeckte umfangreiche Fundkollektion deutet darauf hin, dass es sich um einen Handelssitz handelte, der der deutschen Hanse gehörte. Kaunas war ja Hansestadt.
Entweder wurde das Haus selbst für Handelszwecke errichtet, und der Name Perkūnas wurde erst später verliehen, um die Unabhängigkeit der Kauner Kaufleute vom Ausland zu betonen und möglicherweise die Traditionen des alten litauischen Glaubens zu ehren. Die Menschen glaubten, dass es auf einem alten Heiligtum errichtet worden sei, das dem Gott Perkūnas gewidmet war. Oder es wurde von einem wohlhabenden Litauer gebaut...man weiß es nicht genau.
Im 17. Jahrhundert gehörte das Haus dem Burgvogt von Samogitien, Jonas Lackis. Dieser verkaufte es 1643 an die Jesuiten, die damals noch keine eigene Kirche hatten. Das Perkūnas-Haus wurde mehrmals umgebaut. Von 1643 bis 1722 befand sich im Gebäude (im zweiten Stock) eine Jesuitenkapelle. Im Jahr 1643 wurde die Holzbalkendecke zweier Kellerräume durch ein Zylindergewölbe ersetzt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde das Gebäude als Jesuiten-Schule umfunktioniert.

Im Jahr 1843, als Kaunas zur Provinzhauptstadt wurde, wurde hier ein Theater gegründet. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden im Perkūnas-Haus Wohnungen für orthodoxe Geistliche eingerichtet. Nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1928, ging das Gebäude an die Jesuiten über, die hier Schulklassen einrichteten.
Später befanden sich im Gebäude Lagerräume, Werkstätten und Ähnliches. 1965 wurde nach einem Entwurf der Architektin D. Zareckienė mit der Restaurierung des Perkūnas-Hauses begonnen, und die Räumlichkeiten wurden für das Stadtmuseum von Kaunas hergerichtet.
Seit 1991 ist das Perkūnas-Haus wieder im Besitz der Jesuiten und gehört derzeit dem Jesuiten-Gymnasium Kaunas. Im Perkūnas-Haus befindet sich eine Ausstellung über das Leben und Werk von Adomas Mickevičius; außerdem gibt es hier einen Saal für Kunstausstellungen und Konzerte, und es finden theatralische Führungen statt.
Bei meinem Besuch wurde das Perkunas Haus umgebaut und eine Innenbesichtigung war nicht möglich.
Der Backsteinbau hat auffällige Ähnlichkeiten mit der St. Gertrud Kirche und, etwas außerhalb von Kaunas, der Zapyškis Kirche (Besuch lohnt sich!).
