Salomėja Neris Museum

Salomeja Neris Museum

Salomeja Neris Museum in Kaunas

 

Salomėja Neris wurde als Salomėja Bačinskaitė-Bučienė am 17. November 1904 in Kiršai, damals Russland, heute wieder Litauen, geboren. Sie studierte litauische und deutsche Sprache, Psychologie, Theologie, Pädagogik und Literatur an der litauischen Universität in Kaunas.

Salomeja Neris

Salomeja Neris

Nach ihrem Studium arbeitete sie als Deutschlehrer in Lazdijai, Kaunas und Panevėžys. Sie schrieb schon früh eigene Gedichte (unter den Pseudonymen Liūdytė und Juraitė, ab 1923 unter dem Pseudonym Salomėja Nėris) und veröffentlichte ihre erste Sammlung mit dem Namen „Anksti ryta“ (Am frühen Morgen) 1927.

Salomeja Neris Museum Ausstellung

Reichlich Infos und Bilder

 

Salomeja Neris Museum Ausstellungstafeln

Bilder und Gedichte

 

Salomeja Neris Arbeitszimmer

Salomeja Neris Arbeitszimmer

 

Bernardas Bučas Schlafzimmer

Schlafzimmer von Salomeja Neris und Bernardas Bučas

 

Bis 1931 wurden ihre Gedichte auch in Konservativen und Katholischen Zeitungen verwendet. Bei einem Studienaufenthalt 1929 in Wien traf sie den Medizinstudenten Bronius Zubrickas. Zubrickas machte Neris mit sozialistischen Idealen bekannt

1931 zog sie nach Kaunas, unterrichtete dort und arbeitete als Lyrikerin, Lektorin und Übersetzerin. Ab 1931 erschienen auch Verse mit revolutionären Motiven, die in der (je nach Quelle avantgardistischen oder pro-kommunistischen Zeitung) „Dritte Front“ erschienen.

Ein Versprechen von ihr, für den Kommunismus zu arbeiten, stammt scheinbar aus der Feder von „Dritte Front“ Chef Kostas Korsakas. Neris wird nachgesagt, sie interessierte sich mehr für Gedichte als für Politik.
1938 erschien Nėris „schönster“ Gedichtband „Diemedžiu žydėsiu“ (Löwenzahnblüten), für den ihr der staatliche Literaturpreis verliehen wurde. 

Salomeja Neris in Moskau

Die litauische Delegation in Moskau (von links P. Cvirka, A. Venclova, L. Gira, S. Buciene, K. Korsakas)

Mit dem Einmarsch der Sowjetunion 1940 und ihrem damaligen Verhalten dazu, ist das angespannte Verhältnis von vielen Litauern und der Dichterin zu erklären. So gehörte Neris einer litauischen Delegation an, die nach Moskau reiste, um (natürlich war das alles Show) Stalin um die Aufnahme Litauens in die große (glückliche) kommunistische Volksgemeinschaft zu bitten. Während Antanas Venclova (der Vater von Tomas Venclova), der auch dieser Delegation angehörte und danach in der litauischen Regierung als Minister tätig war, und somit seine Unterstützung für die sowjetische Besatzung zeigte, wurde Salomėja Neris schwer krank und man kann also nicht wissen, wie ihr weiterer politischer Weg ausgesehen hätte. 

Bucas am Sterbebett von Salomeja Neris

Bernardas Bučas an Neris Krankenbett

 

Schön umschrieben steht in der „Klassischen Litauischen Literatur Anthologie“: 


„Salomėja Nėris ist die bekannteste Dichterin, die in der Zeit der Unabhängigkeit aufgewachsen ist und künstlerische Höhepunkte erreicht hat. Mit ihrer Reinheit des Gefühls, ihrer Leichtigkeit der Form und ihrem Wohlklang ist sie eine wahre Nachtigall, unkompliziert in den Tiefen ihres Denkens, aber bestechend durch die Offenheit ihres Herzens. Doch die Verstrickung Nėris in die bolschewistische Falle und der Tribut, den sie der kommunistischen Propaganda zollte, beflecken ihre Person und ihr Werk.“

Ihre Werke sind in über 30 verschiedene Sprachen übersetzt worden.


Salomėja Neris wurde um ein Gedicht für Stalin gebeten, für das sie posthum 1947 den Stalin Preis verliehen bekam. Beim Besuch der litauischen Delegation sagte die das „Gedicht für Stalin“ vor dem Obersten Sowjet auf. Natürlich kommt das in einem Land, das unter dem Trauma von einer russischen und zwei sowjetischen Überfällen leidet, nicht so gut an.

Während des II. Weltkriegs war sie in Russland.
Als sie nach dem Krieg nach Kaunas zurückkehrte, diagnostizierte man bei ihr Leberkrebs. Die Litauer sagen, Russland wollte seinen medizinischen Fortschritt zeigen, und man flog Neris in ein Krankenhaus in Moskau. Aber auch dort konnte man ihr nicht mehr helfen.
Sie liegt heute auf dem Friedhof Petrašiūnai, am Meer von Kaunas.

Ihr Künstlername war Neris, der Name des zweitgrößten litauischen Flusses.

Wir können ihre Dichtung nur schwer beurteilen, denken aber, dass sie eine interessante litauische Persönlichkeit war. Und es ist gut, dass Litauen sich hier im Salomėja Neris Museum an sie erinnert.

Bernardas Bučas Kaunas

Bernardas Bučas

Das Museum ist im ehemaligen Wohnhaus von Neris und ihrem Mann, dem Bildhauer Bernardas Bučas, untergebracht. Neris lebte hier von 1937 bis 1941, als sie mit ihrem Sohn vor den Nazis flüchten musste.
Das Ehepaar hat einen Sohn, Saulius.
Bernardas Bučas hat Figuren auf der „Grünen Brücke“ in Vilnius mitgestaltet. Diese Figuren sind im Rahmen der „antisowjetisierung“ abgebaut worden. Kunst reißt man ab, die Plattenbauten lässt man stehen.

Die litauische Delegation in Moskau. Die Jungs bitten Stalin um Aufnahme ihres litauischen Landes ins Paradies. Hier lauschen sie Salomeja Neris Gedichten.

 

Im Museum gibt es eine Ausstellung mit vielen Bildern von Neris, ihrem und Bučas Arbeitszimmern und das extravagant gebaute Schlafzimmer. Das Museum ist mit dem Bus (der Bus fährt vor dem Busbahnhof Richtung Bahnhof ab) und natürlich mit dem Auto leicht zu erreichen. Die Lage und die Aussicht am Kaunas Mare (das Meer von Kaunas) sind sehr schön!

 

Salomeja Neris reiste gerne:

Besuch in Berlin

Unter anderem mit Balys Sruoga 1930 in Berlin

 

Wie immer: Anmerkungen und Verbesserungen sind willkommen.

 

 

 

 

 

 

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