Vilnius

Ausros Vartu Tor Madonna VilniusBelmonte Mühle Restaurant Vilnius LitauenAnna Kirche Vilnius Litauen

Tor der Morgenröte   Vilnius Belmontas     St.Anna Kirche 

Uzupis Vilnius LitauenStadtführung VilniusUno Park Vilnius Litauen

Uzupis                     Vilnius Guide                Uno Park 

Vilnius Glockenturm Katakomben Kathedrale Vilnius Botanischer Garten Vilnius 

 Glockenturm der Kathedrale   Katakomben    Botan. Garten

Choral Synagoge Lithuania VilniusSt. Peter und Paul VilniusVilnius Nationalmuseum 

 Choral Synagoge  St. Peter und Paul     Nationalmuseum 

Mueum of Modern Art VilniusRotuse Rathaus VilniusKGB Museum Vilnius

MO Modern Art Museum   Rathaus Keller    KGB Museum

Paneriai Vilnius Litauen Juedische Spuren in Vilnius Fahrradtour Vilnius

   Paneriai        Jewish Museum         Fahrradtour Vilnius

 

Vilnius ist Litauens Hauptstadt und eines der Hauptziele jeder Baltikumreise! Vilnius (litauisch), Wilne (jiddisch), Wilna (deutsch), Wilno (polnisch), Wilnja, (weißrussisch), Wilnjus (russisch) — ist aber keine reine litauische Stadt. Vilnius ist eine internationale Stadt, mit starken polnischen und jüdischen Einflüssen. Warum das so ist, können Sie hier nachlesen und noch mehr steht in der Rubrik Geschichte und Litauen im Ueberblick.

"Heute gibt es die Tendenz, das Bild zu vereinfachen: ein Litauer ist ein Litauer, ein Pole ist ein Pole, und unsere Nationalisten träumen von monoethischen Ländern. Vilnius ist heute eine litauischsprachige Stadt, in der polnische Spuren nicht besonders willkommen sind." Tomas Venclova (Der magnetische Norden).

 

Hier, wo Vytautas der Große die Feinde bezwungen,

(siegreich bei Tannenberg) wo er gelebt und regiert;

wo in Jahrhunderten unsere Väter gerungen,

ist unser Heimatland, was es auch bleiben wird.

Litauen, Vilnius, verteidigt im blutigen Streit,

bleibst unsre Heimat, für heut und in Ewigkeit.    Maironis (aus J. Avyzius    Zeit der verödeten Höfe)

 

Litauens Hauptstadt und eines der Hauptziele jeder Baltikumreise! Und sie könnte auch die schönste, interessanteste Stadt der baltischen Länder sein. Vilnius war keine Hansestadt und wurde nicht von Deutschen gegründet.

 Gedimino Turm in Vilnius

Der Gedimino Turm - das Wahrzeichen von Vilnius

 

Gedimino Turm hinten Litauen

Die obere Burg von der Neris aus gesehen Foto & © M. Pretzsch

 

 Vilnius bei Nacht
Vilnius bei Nacht- aufgenommen vom Gedimino Turm

 

Vilnius hat etwa 540000 Einwohner und galt bis 1941 als Jerusalem des Nordens. Im Gegensatz zu vielen anderen baltischen Städten, war Vilnius eine rein baltische Gründung und wurde nicht vom Deutschen Orden kontrolliert. Vilnius war eine sehr liberale weltoffene Stadt, die verfolgten Juden Schutz gab.

Der Wilnaer Gaon ist weltberühmt. Um 1900 waren Juden, wie in fast allen Städten Litauens, die Majorität in der Stadt (50 % Juden, 46 % Polen und 4 % Litauer). Wobei sich nicht ausschloß, dass sich ein Pole als Litauer fühlte. Und umgekehrt.

Siehe auch Polnisches Problem.

 

 Republik Uzupis Vilnius

Ein Spaziergang durch die heute "unabhängige Republik Uzupis " erinnert an das vormals reiche jüdische Leben.

 

Vilnius galt als das Jerusalem Litauens. Da durch die Ereignisse von 1941 fast alle Juden ermordet wurden, bleibt Vilnius heute nur noch die Bezeichnung "Rom des Osten", wegen der vielen Kirchen.

Vilnius hat eine der ausgedehntesten Altstädte Osteuropas und wurde von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Im Stadtgebiet gibt es mehr als 50 Kirchen. Man soll von jedem Ort mindestens 4 Kirchtürme sehen können.

Vilnius Nationalmuseum

Hier sind wir neben dem litauischen Nationalmuseum. Viele der alten Gebäude sind vorbildlich renoviert.

 

Die Burganlage wurde 1323 von Großfürst Gediminas gebaut. Nur der Turm ist noch erhalten und beherbergt ein Museum. Von der Aussichtsplattform geniesst man einen hervorragenden Blick auf die Stadt.

 

 Litauisches Nationalmuseum mit dem Gediminas Turm

Litauisches Nationalmuseum mit dem Gedimino Turm im Hintergrund

Das Nationalmuseum ist das größte Museum Litauens und wurde bereits 1855 gegründet. Es umfasst mehr als 700.000 Exponate, über Volkskunst und "allem Möglichen ausgebuddeltem" bis zur Geschichte, von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

litauisches Nationalmuseum

Eingang zum litauischen Nationalmuseum

 

Blick auf die Kathedrale vom Gedimino Prospekt

Blick vom Gedimino Prospekt, der Hauptshoppingstrasse in Vilnius, auf den Glockenturm der Kathedrale.

 

Es gab mal den Plan den Gedimino Prospekt zu beheizen. Den Namen Gedimino Prospekt (also Allee) trug die Strasse 1939 bis 40 und wieder seit 1989.

Unter polnischer Herrschaft hieß sie ulica Mieckiewicza (1922 bis 1939), unter deutscher Besatzung Addi Hitler Straße, den Russen fiel auch nur Stalin, später Lenin Straße ein.

In den Jahren 1914 bis 1944 wechselte Vilnius 14 mal den Besitzer (Litauisch, Polnisch, Deutsch, Sowjetisch....).

 

Gedimino Prospekt Litauen

Blick über den Gedimino Prospekt Richtung Parlament. Hier sind viele Regierungsbehörden untergebracht.

Das Genocid und Widerstands Museum liegt etwas weiter auf der linken Seite.

Es ist im ehemaligen KGB Hauptquartier Vilnius untergebracht.

 

Gedimino Prospekt Vilnius

Blick nach Westen

 

Glockenturm und Kathedrale

Glockenturm und Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus

Kathedrale Vilnius Heissluftballons

Eigentlich ist Litauen ziemlich arm. Heissluftballons sind aber sehr beliebt

 

Die kurz Vilnius Katedra genannte Kirche  ist die römisch-katholische Kathedrale des Erzbistums Vilnius. Die Kirche liegt unterhalb des Burghügels und der heutige klassizistische Stil wurde 1801 fertiggestellt.

Der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin beschrieb die Kirche 1924 in seinem Buch "Reise durch Polen" (nicht sehr nett) so:

"Was sich aber dort herbstlich erhebt, von Gelb und Braun, Blattwerk, umlodert, ist der Schloßberg mit dem Ältesten des alten Wilno. Es gab einen litauischen Großfürsten Gedymin, der oben seine Burg erbaute. Unten brannte in einem heidnischen Tempel ein Feuer. Der Mann, den die schöne, zarte Hedwig von Polen heiraten mußte, der erste polnisch-litauische Jagiello, wurde - ich glaube vertraglich - Christ und hat den Tempel be­seitigt. Dafür hat er die Stanislauskathedrale erbaut, zur Rache am Christentum. Wenn ein Christ das schreckliche Gebäude sieht, wird er wieder Heide. Es kommt nichts heraus bei solchen gemachten Ehen. Die Kirche sieht aus wie ein griechischer Tem­pel oder ein polnisches Stadttheater. Weichselantike. Die Ehe hat der Tod gelöst, Polen und Litauen sind wieder auseinander, die Kathedrale hat sich nicht rückgängig machen lassen."

Der Glockenturm stammt aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Er diente in der unteren Burg als Verteidigungsturm. Mittlerweile ist er 1,2 Meter in den Boden eingesackt. Gut zu sehen sind die ehemaligen Schießscharten.

Später wurden die achteckigen Geschosse aufgestockt. Durch den weichen Boden steht der Turm leicht schief. Er ist mit Kreuz 57 Meter hoch.

 

Nach ein bisschen suchen können Sie vor der Kathedrale, neben dem Glockenturm, einen einzelnen Plasterstein mit der Aufschrift Stebuklas sehen. Das bedeutet Wunder. Stellt man sich drauf und dreht sich um 360 Grad, soll ein Wunsch in Erfüllung gehen.

Stebuklas Vilnius Litauen

Der Stebuklas Wunschstein vor der Kathedrale

 

 

südliches Flair in Litauens Hauptstadt

Straßencafes mit südlichem Flair. Leider ist das Wetter nicht immer so gut wie bei unserem Ausflug.

Aber eine Städtetour nach Vilnius lohnt sich auch im Winter bei Schnee und Kälte. Die Flüge sind nicht so teuer, Kneipen und Restaurants sind auch im Winter warm.

 

Glockenturm, Kathedrale und der Gediminis Turm

Glockenturm, Kathedrale und im Hintergrund der Gediminas Turm (Gediminos Pilies). Links von der Kathedrale ist das litauische Nationalmuseum.

Schloss in Vilnius

 Das neu aufgebaute Großfürstliche Schloss           Es wurde 2013 fertiggestellt

Drei Kreuze

Laut Legende sollen die Kreuze seit dem 17. Jahrhundert als Erinnerung an drei gekreuzigte Franziskanermönche auf dem Hügel über Vilnius stehen. In Sowjetzeiten wurden sie verbrannt und 1989 durch diese Betonkreuze ersetzt.

Die drei Kreuze sind heute ein Symbol für Litauens Freiheit und das Zeichen der "Sajudis" Bewegung.

 

König Duke Gediminas Vilnius

Gediminas Denkmal vor der Kathedrale. Geschaffen 1996 von Vytautas Kashuba. Wenn die Figur nachts angestrahlt ist, lassen sich interessante Fotos machen.

 

Gediminas (ca. 1275 bis 1341) war ab 1316 Großfürst von Litauen. Neben Mindaugas und Vytautas zählt er zu den wichtigsten Herrschern in der litauischen Geschichte. Litauen stieg unter ihm endgültig zur osteuropäischen Großmacht auf. Er herrschte von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Gediminas betrachtete sich als König der Litauer und Ruthenen (Weißrussen und Ukrainer).

Kathedrale und Gediminis Denkmal  Vilnius

Gediminas Denkmal und St Stanislaus Kathedrale

 

Blick auf die Pilies Gatve Vilnius Wilna

Von der Kathedrale kommend erreichen wir die Pilies Gatve. Hier beginnt die Fußgängerzone, die eigentlich keine ist. Unverständlicherweise herrscht hier (relativ) reger Autoverkehr. Besonders Weißrussen scheinen mit ihren BMW Geländewagen imponieren zu wollen.

 

An den Souvenierständen kann man sich mit Mitbringseln eindecken. Weiter hinten sind überdachte Stände, die interessantere Sachen haben. Natürlich gibts auch Bernstein. Es ist eine Überlegung wert, den in einem der richtigen Läden zu kaufen.

 

Restaurants gibt es zur Genüge. In den Höfen kann man gemütlich sitzen. Für jeden Geschmack ist was dabei. Auch für jeden Geldbeutel. So kann man auch heute noch auf dieser (neben dem Gedimino Prospektas) wichtigsten Straße der Vilniusser Innenstadt preiswert essen.

 

Falls Sie sich mit dem Essen noch gedulden können und nur einen Tag Zeit für Vilnius haben, besuchen Sie die alte Mühle "Belmontas" am Stadtrand von Vilnius. Eine schönere Location zum einkehren im Sommer gibt es meiner Meinung nach nicht in Vilnius.

Hier mein Bericht über das Belmontas.

 

bernardino guesthouse

Ein Tipp für die Unterkunft. Geht man von der Pilies Gatve die erste Strasse nach links (keine Durchfahrt für PKW) kommt man zum Bernardinu Gästehaus.

Hinter einem unscheinbaren Tor trifft man auf dem Hof des "Gasthauses" reges Treiben von (deutschen) Landsleuten. Hier kann man zu gemäßigten Preisen in einem wunderschön renovierten Ambiente übernachten.  Hier die Website von Bernardinu Auf der Website kann man die Details der Renovierung sehen.

 

Bernardinu Bed and Breakfast

Hinter diesem Tor wirds gemütlich. Da kann man auch das Auto parken.

 

Bernardinu Gatve Restaurierungsdetails

Restaurierungsdetails

 

Gasse in Vilnius Altstadt

Gasse in Vilnius

 

Pilies Gatve

Eines der schönsten Häuser (für mich jedenfalls. Vielleicht auch wegen dem poln./dt. Backsteinstil)

 

Pilies Gatve Vilnius

Blick über die Pilies Gatve Richtung Kathedrale. Links fängt die Universität an.

 

Cafes und Restaurants Vilnius

Strassencafes und Restaurants

 

Pilies Gatve Vilnius

Pilies Gatve

 

Blick auf die Universität Vilnius

Blick auf die Universität

 

Signaturu Namai  Litauen

Signataru Namai

Hier wurde 1918 die Unabhängigkeitserklärung der litauischen Republik unterschrieben und vom Balkon aus verkündet.

Vilnius Haus Ansicht vorne

Renovierte Fassade          Für Ansicht von hinten bitte Bild anklicken

 

Vilnius Altstadt

Am Ende der Pilies Gatve kommt der Rathausplatz

 

Vom Fotografen aus links geht eine schmale Gasse (Stikliu Gatve) zu meinem Lieblingsrestaurant Lokys. Ein empfehlenswerter Spaziergang. Das Essen und der Service ist nicht das Beste in Vilnius, aber das Kellergewölbe ist einfach sehr schön.

 

Vilnius Zentrum Brunnen

Im Hintergrund das "Historische Rathaus" von Vilnius.  1432 erstmalig erwähnt, wurde das heutige Gebäude 1799 erbaut.

Links vom historischen Rathaus kann man das  Hotel Astorija erahnen. In den 1990 er Jahren wurde es ewig lange renoviert.

 

 Ausros Vartai von vorne

Tor der Morgenröte, Ansicht von der Innenstadt

Das Tor der Morgenröte, auf litauisch Aušros Vartai, polnisch "Ostra Brama" ist das letzte noch erhaltene Stadttor von Vilnius.

Es wird auch Medininku Tor genannt, weil alle Leute, die in die Richtung Medininkai (an der weißrussischen Grenze, dort gibt es eine Burgruine) oder Minsk wollten, die Stadt über dieses Tor verlassen mussten. Links durch die Tür kann man über 40 Stufen die Kapelle erreichen, oder man geht unten links den Gang entlang zur St.Theresienkirche. Als Napolen 1812 auf seinem Feldzug nach Moskau mit seiner 600.000 Mann Armee in Vilnius einzog, betrat er die Stadt durch dieses Tor. 

Bei seinem Rückzug, kurze Zeit später, umging er das Zentrum. Viele seiner Soldaten sind in Vilnius gestorben und werden heute noch in Massengräbern gefunden. Interessante Geschichten gibt es von Laimonas Briedis in seinem Buch "Vilnius, City of Strangers"                                                                   

Ausros Vartai von vorne        Burg in Medininkai

Ausros Vartai. Durch das Tor betritt man die Altstadt                     Burg in Medininkai

 

Gebaut wurde es von 1503 bis 1522 im gotischen Stil. Insgesamt hatte Vilnius 9 Tore.

           Schwarze Madonna Vilnius 

Ikone der Muttergottes

 

Oben im Tor kann man durch das Fenster die "Schwarze Madonna" sehen, ein Bild aus dem 17. Jahrhundert. Weil ihr Wundertaten nachgesagt wurden, blieb die Kapelle mit der Ikone von den Zerstörungen der russischen Besatzer (im Gegensatz zu manch anderem Gebäude) verschont.

Die Madonna wird von Katholiken, wie auch von Russisch-Orthodoxen und Unierten verehrt und zählt in Litauen und Weißrussland zu den bedeutendsten Heiligtümern. Sie ist eine der wenigen Madonnenbilder ohne Kind.

Ihr Haupt schmücken zwei Kronen: Die eine verkörpert ihre Stellung als "Himmelskönigin", die andere ihre Funktion als Königin von Polen. (Siehe auch "Polnisches Problem"

Der frühere polnische Präsident (und in Vinius geborene) Jozef Pilsudski und Papst Johannes Paul II. waren schon hier.

Mehr Fotos von der Ausros Vartai

Alfrd Döblin schreibt 1924 in seinem Buch 'Reise in Polen':
"Draußen kleine Häuser, einzeln, in Gruppen, in Straßen. Bahnhof Wilno.
Im frostigen Morgen schlendere ich durch eine Allee. Niedrige Häuser ziehen sich an ihr hin, die meisten alt und elend. Dann mündet links eine Straße, ist ziemlich schmal, ohne rechtes Trottoir. Ich suche immer nach der Hauptstraße, denke, das muß etwas sein. Da steigt ein hoher ansehnlicher Torbogen über die Straße; ich höre singen, gehe suchend unter dem alten Bauwerk durch. Liegen da rechts eine Masse Menschen: Bauern, Städter, Männer und Frauen, an der Erde, auf den Knien, die Köpfe bis auf die Erde gebückt. Aber nicht sie singen, sondern Singen kommt wo anders her, von oben. Und wie ich mich drehe, ist oben auf dem Torbogen eine Kapelle. Und offen nach der Straße steht da ein Altar, viele brennende Kerzen daran und Buntes, das ich nicht unterscheiden kann. Die Menschen, die Straße hinaufkommen, haben die Hüte und Mützen in Hand. Auch ich habe den Hut schon unter dem Torbogen abgenommen. Ist ein wundertätiges Muttergottesbild, das oben steht. Sehr lieblich sieht die Madonna aus. Über einem großen Halbmond, der wie ein gebogenes mächtiges Tierhorn ist, erscheint sie. Von der Brust an ist sie sichtbar. Sie hat weite reich ornamentale priesterliche Kleider an. Den gekrönten Kopf hält sie rechts geneigt. Die beiden Hände liegen gekreuzt über der Brust. Der schmale Hals taucht aus herrlichen sehr farbigen Gewändern und Überwürfen auf. Dann kommt ein schmales hohes Gesicht, die Augen nur mit einem Spalt offen, die Lippen geschlossen. Spitze goldene Strahlen umgeben den ganzen Kopf. Sie betet, oder ist entrückt, oder hört wehmütig-milde, oder ist in ihr Leid versunken, sucht sich daraus zu erheben: ich kann schwer den Ausdruck fassen. Das Bild wirkt suggestiv, berührt. Die suchenden Menschen da sind geneigt, ihren Schmerz mit dem des himmlischen Wesens zu vermischen und sich ruhiger herauszuziehen. Ist eine große Leistung der Kunst, daß sie solch Bild machen kann und daß ein gemaltes Bild Vorbild sein kann.

Ostra-brama heißt die Straße. Sie liegt fast stumm, die betenden Menschen geben jetzt keinen Ton von sich." 

 

 

 Zurück zum Rathausplatz ( Rotušes aikšte), hier biegen wir in die Stikliu gatve ein.

 

 

Stikliu Strasse Vilnius

Stikliu Strasse

 

Renovierungen in Vilnius

Immer wieder schön... die Art wie renoviert wird.

 

Alte Holztür Uzupis Vilnius

Alte Holztür

 

Restaurant Lokys Vilnius

Das Restaurant Lokys in der Stikliu Gatve

Litauen Vilnius Lokys Algis Servas

Nichts für Dicke: der Weg ins Kellerrestaurant Lokys (Bär).  Ein Bild von 1993!

 

Auch wenn Sie nichts essen möchten, besichtigen Sie die Kellerräume! 

Der Bär, der früher neben dem Eingang die Besucher begrüßte, steht mittlerweile zugedeckt im Nebenraum. 1993 bei meinem ersten Besuch war er schon im Lokys. Heute ist Litauen halt "europäisiert" und man braucht für Wildtiere Papiere.

 

Direkt neben dem Lokys liegt das Restaurant Aliné Leičiai. Hier waren wir 2019 und waren schwer begeistert. Sehr leckere litauische Kücher, gutes Bier und für Vilnius zivile Preise. Also sehr zu empfehlen!!

Aliné Leičiai  Restaurant Vilnius

Restaurant Aliné Leičiai vor dem Lokys. Unser Favorit!

 

Die Gasse etwas weiter entlang kommt das  Restaurant und Hotel Stikliai.

Das Stikliai galt früher als eines der besten Adressen.

 

Restaurant Vilnius Wilna

Weiteres Restaurant

 

Universität Vilnius

Weiterer Blick auf die Universität von Vilnius

 

Vilnius Altstadt

Hinterhöfe und noch unrenovierte Häuser

 

In den Jahren seit der Unabhängigkeit hat sich in Litauen sehr viel getan. Wenn man mal die Kosten für den Aufbau von Ostdeutschland  und Litauen mit der Wirtschaftsleistung Deutschlands und Litauens vergleicht, kann man abschätzen, wie viel Arbeit die Litauer leisten müssen.

 

Renovierung von Vilnius

Renovierungsdetails

 

Vilnius Universitaet Altstadt

Nochmal ein Blick auf die Uni

 

Verteidigungsministerium Vilnius

Verteidigungsministerium

Praesidentenpalast Litauen

Nicht weit entfernt ist der Präsidentenpalast

Hier nächtigten Zar Alexander I. und Napolen 1812. Napoleon hatte Russland überfallen und Vilnius eingenommen. Von seinen 600.000 Mann starben dei meisten beim späteren Rückzug aus Moskau.

 

 Praesidentenpalast Litauen

Hier residiert der/die litauische Staatspräsident (in)

Fotos: Giedrius Zmaizys

wahrscheinlich ehemalige Kirche

Šv. Kryžiaus namų centre  Kloster

 

Kathedrale Wilna

Und dann ist unser Spaziergang zu Ende und wir sind wieder an der Kathedrale

 

Drei Kreuze Vilnius

Ein besserer Blick auf die "Drei Kreuze"

 

Trotz der vielen Fotos ist das natürlich nur ein kleiner Eindruck von Vilnius. Die Ausros Vartai (Tor der Morgenröte) eine kleine Kapelle, die in der Stadtmauer untergebracht ist, sollte ebenso wenig auf Ihrer Tour fehlen wie die St.Anna Kirche (das darf hier nicht fehlen: Napoleon wollte sie gerne mit nach Frankreich nehmen).

Natürlich ist die Republik Uzupis zu empfehlen, das Hotel Mabre Residence wegen seiner Architektur. Entdecken Sie am besten die Sehenswürdigkeiten, die Sie am schönsten finden auf einer ausgedehnten Tour. Sie können eigentlich alles zu Fuß erreichen.

Kurz noch zu Napoleon. Im Sommer 1812 zog Napoleons Armee auf dem Weg nach Moskau mit 600.000 Mann durch das Fort Vilnius. Auf dem Rückzug der "Grande Armee" wechselte Napoleon in Vilnius kurz die Pferde und verschwand schnell nach Paris. Unterwegs platzten seine Weinflaschen (-37°C). Seine Männer, die halberfroren und verhungert in der Stadt mit damals 35000 Einwohnern ankamen, starben in Massen. Vor kurzem sind Massengräber mit Napoleons Soldaten gefunden worden.

Aus dem Wiki:

Der württembergische Leutnant Karl Kurz schrieb über das Schicksal der in Wilna zurück gebliebenen Soldaten: „Säle und Zimmer … lagen voll toter und Sterbender, die in der Hungerwut ihre toten Kameraden benagten. … Unbeschreiblich war das Elend der armen Gefangenen in den Tagen des 11.–15. Dezember, in welchen durch die Waffen des Feindes, durch Misshandlungen aller Art, durch Kälte und Hunger mehr als 1.000 Offiziere und 12.000 Gemeine aller Nationen zugrunde gingen.“   Das Massaker endete erst, als die reguläre russische Armee eintraf – die Kosaken zählten nicht zur regulären Armee.

 

Der französische Dichter Stendhal wohnte in einem Haus an der Pilies Gatve (dort ist heute die französische Botschaft) als sich Napoleons Truppen 1812 von Moskau nach Westen zurückzogen. Interessant seine Eindrücke über diesen Krieg:

“My own happiness at being here is not great,” wrote the writer. “How a man changes! My old thirst for new sights has been entirely quenched. ... Would you believe it that, without any vexation that affects me more than anybody else, and without any personal sorrow, I am sometimes on the point of bursting with tears? In this ocean of barbarity there is not a sound that finds an echo in my soul! Everything is coarse, dirty, both physically and morally stinking.” L. Briedis 'Vilnius'


Der dänische Ethnograf Age Meyer Benedictsen reiste Ende des 19. Jahrhunderts von Berlin über Vilnius nach St. Petersburg.
Er beschrieb seine Reiseeindrücke in "Litauen, Erwachen einer Nation" 1924

"Benedictsen, der Vilna um die Jahrhundertwende besuchte, stellte die kulturelle Spaltung der Stadt in diesen modernen Kontext der imperialen Herrschaft:
Dieses Land und diese Völker werden jetzt von den Russen regiert, nicht gerade vom russischen Volk, eigentlich bei weitem nicht, sondern von den russischen Regierungsbeamten mit ihren Helfern, der Polizei, den Gendarmen und den Kosaken. Es war auch nicht wahrscheinlich, dass die paar tausend polnischen Adligen hier ewig herrschen konnten, sie waren nur Pioniere, und als die Hauptkraft erledigt war, wurden die Widerspenstigen einzeln erschossen, und die neue Macht, die härter im Nehmen war, übernahm die Zügel.
Wilna veranschaulicht bis heute auf eindrucksvolle Weise dieses vierfach geteilte Land. In der alten Burg, in der früher der Großfürst von Litauen herrschte, hält jetzt die russische Zentralverwaltung, der Generalgouverneur des ganzen
litauischen Landes, hat jetzt das Sagen. Auf allen plumpen gelben Stuckbauten, auf Kasernen, auf der Hauptpost, auf den Polizeistationen und auf den Hochschulen der Stadt prangt der schwarz-vergoldete Spreizadler, das Moskauer Wappen. Russische Polizisten und Gendarmen patrouillieren durch die Straßen, jedes Schild und jedes Plakat ist in russischer Sprache, jede Straße trägt einen russischen Namen, alles Polnische wurde sorgsam abgeklopft. Aber wenn man in der Oberschicht hinter die Uniform schaut, ist es nicht schwer zu entdecken, dass sie nicht alle Russen sind.
Es gab eine Zeit, da war es verboten, einfach verboten, in Vilna polnisch zu sprechen; jetzt ist es erlaubt, außer bei allen Versammlungen, und in der Tat wird viel polnisch gesprochen. Alle diese ernsten geraden Männer und Frauen mit den hellen Augen sind Polen; sie besitzen jenen 'wzdiek' (Charme und Anmut), der den russischen Männern nicht zukommt. Polnisch ist die Sprache der Salons in der Stadt, über dem Sofa hängt das Porträt des polnischen Dichterkönigs Adam Mickiewicz, im Bücherschrank stehen alle großen Namen der polnischen Literatur, und in Marmor oder Gips schaut Kosciuszko von seinem Platz herab. In fast jedem Haus konnte man die gleichen Empfindungen und Hoffnungen finden.
Es war die Festung des polnischen Geistes im Osten, jetzt ist sie dem Erdboden gleichgemacht worden, aber die Polen klammern sich noch immer an den Ort und hoffen auf die Erneuerung früherer Tage.
Und das Heiligste der Heiligen, das Bildnis von Gottes eigener Mutter, leuchtet von der erhabenen Station über dem "spitzen Tor" [Ostra Brama] in Vilna. Dieses wundertätige Bild ist der Stolz und der Trost von Vilna und all seinen römisch-katholischen Menschen. Umgeben von einem Heiligenschein aus brennenden Wachskerzen blickt dieses exquisite Bild von seinem reichen Rahmen auf unzählige Gläubige herab. Wann immer man die schmale Straße passiert, die am "spitzen Tor" endet, über dem die Kapelle des Bildes errichtet wurde, sieht man Krüppel und Bettler auf den Knien beten und das Kreuzzeichen machen, und jeder muss seinen Kopf entblößen, wenn er diesen heiligen Ort passiert.


Aber die geschäftigen Menschenmassen in Wilna, die handeln und sich auf den Straßen drängen, die eilen und schuften, sind die Juden, denn Wilna ist mehr als alles andere die Stadt der Juden. Man begegnet ihnen sofort am Bahnhof, als Bedienstete von kleinen schmutzigen Hotels, als Flat-Catcher, die sich auf die Fahrbahn stürzen; sie fungieren als Droschkenkutscher, und fast alle Straßenkinder scheinen Juden zu sein. Hier sieht man den unverfälschten Typus des polnischen Juden, von dem Jungen mit dem halb eifrigen, halb frechen Gesichtsausdruck, über das Mädchen mit der viel zu großen Nase, den funkelnden Augen und dem herausfordernden Mund, bis hin zu dem stehengebliebenen Schuster, dessen Aussehen nur auf eines hinzudeuten scheint: 'Geschaft machen'! und endet bei dem großen Alten, von dem kein Volk der Welt einen schöneren und ansehnlicheren Typus vorweisen kann als die Juden, dem patriarchalischen Greis mit seinem wallenden weißen Haar und Bart, seinen sanften ernsten Augen und seinem gelassenen Gang. Es ist seltsam, dass diese nervösen Hausierer so enden können. Es ist eine lebendige Widerlegung des hässlichen Urteils der Judenfeinde, dass sich die Seelen der Juden in greifende Hände verwandelt haben.

Das vierte Volk in Wilna, die Litauer selbst, trifft man nicht nur als Bauern auf dem Weg, als Mantelgekleidete Stumme auf dem Markt, und auch dort nicht oft, denn die weißrussischen Bauern sind bis nach Wilna vorgedrungen und haben die Litauer längst aus dem Lande verdrängt. Das Litauische in Wilna ist wie das Wasserzeichen in einer fröhlich bunten Briefmarke. Der Name der Stadt ist
litauisch, die Vororte haben noch litauische Namen, Antokoln und Boksta,

"Auf dem Berg' und 'Der Turm'. Die Ruinen der Festung von Gediminas und der Feuertempel erheben sich hoch über den Dächern der Stadt, trostlos und vernachlässigt ein Symbol für den Zustand seines Volkes."


Zitat aus Laimonas Briedis "Vilnius, Stadt der Fremden"  Frei übersetzt mit Deepl Hilfe.

Weitere Infos vom TIC (Tourist Information Center) Vilnius

Vilnius (Wilna) (main office)
Vilniaus 22
LT-01119  Vilnius
Tel.: +370 5 262 9660
Fax: +370 5 262 8169
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Internet: www.vilnius-tourism.lt

   

Sehr zu empfehlen ist eine geführte Fahrradtour durch Vilnius. Auch wenn man denkt, man hätte schon viel von Vilnius gesehen, Frankas Kulikauskas-Wurft zeigt einem die interessantesten Ecken! Fahrradtour Vilnius

Kulikauskas Vilnius Fahrradtour

Auf der Brücke nach Uzupis mit Frankas Kulikauskas 

 

Eine Info über Vilnius aus der Sicht des polnisch-litauischen Dichters Czeslaw Milosz (das laden kann dauern)

(näheres von ihm bei: Das Polnische Problem).

 

Stadtführung Vilnius Teresa Golovenkova

 

 

Fotos: Privat, Asta Atraskeviciute, M. Pretzsch (1)

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Aušros Vartai - Die Schwarze Madonna von Vilnius

 

Das Tor der Morgenröte, auf litauisch Aušros Vartai, ist das letzte noch erhaltene Stadttor von Vilnius.

 

Tor der Morgenröte Vilnius

Ausros Vartai, Tor der Morgenröte oder auch Medininkai Tor

 

Es wird auch Medininku Tor genannt, weil alle Leute, die in die Richtung Medininkai (an der weißrussischen Grenze, dort gibt es eine Burgruine) oder Minsk wollten, die Stadt über dieses Tor verlassen mussten. Oben im Tor befindet sich die Schwarze Madonna, eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Vilnius.

 

Eingang zur Madonna und Theresienkirche

Eingang zur Kapelle (rechts gehen die Stufen hoch) und in die schöne Theresienkirche (nach links)

 

Links durch die Tür kann man über 40 Stufen die Kapelle erreichen (dort befindet sich die Madonna), oder man geht unten links den Gang entlang zur St.Theresienkirche.  

 

schwarze madonna vilnius

Von Polen, Litauern und Russen gleichermaßen verehrt.

 

Oben im Tor kann man durch das Fenster die "Schwarze Madonna" sehen, ein Bild aus dem 17. Jahrhundert. Weil ihr Wundertaten nachgesagt wurden, blieb die Kapelle mit der Ikone von den Zerstörungen der russischen Besatzer (im Gegensatz zu manch anderem Gebäude) verschont.

Eigentlich heißt das im 17. Jahrhundert gemalte Bild "Heilige Jungfrau Maria Mutter der Barmherzigkeit", wird aber wegen ihrer Hautfarbe "Schwarze Madonna" genannt.

 

Schwarze Madonna ilnius Litauen

Auf acht Eichenbretter gemalt und mit Silber überzogen

 

Die Madonna wird von Katholiken, wie auch von Russisch-Orthodoxen und Unierten verehrt und zählt in Litauen und Weißrussland zu den bedeutendsten Heiligtümern. Sie ist eine der wenigen Madonnenbilder ohne Kind.

ausros vartai

Ihr Haupt schmücken zwei Kronen: Die eine verkörpert ihre Stellung als "Himmelskönigin", die andere ihre Funktion als Königin von Polen. (Siehe auch "Polnisches Problem Vilnius )

Schwarze Madonna Vilnius nah

Bei Renovierungen wurden 2687 Nagellöcher gezählt

Der deutsche Schriftsteller Alfred Döblin hat die Madonna 1924 besucht. Er beschreibt sie in seinem Reisebericht "Reise durch Polen" so:

"Da steigt ein hoher ansehnlicher Torbogen über die Straße; ich höre singen, gehe suchend unter dem alten Bauwerk durch. Liegen da rechts eine Masse Menschen: Bauern, Städter, Männer und Frauen, an der Erde, auf den Knien, die Köpfe bis auf die Erde gebückt.

Aber nicht sie singen, sondern das Singen kommt wo anders her, von oben. Und wie ich mich umdrehe, ist oben auf dem Torbogen eine Kapelle. Und offen nach der Straße steht da ein Altar, viele brennende Kerzen daran und Buntes, das ich nicht unterscheiden kann. Die Menschen, die die Straße hinaufkommen, haben die Hüte und Mützen in der Hand. Auch ich habe den Hut schon unter dem Torbogen abgenommen. Ist ein wundertätiges Muttergottesbild, das oben steht.

Sehr lieblich sieht die Madonna aus.

Über einem großen Halbmond, der wie ein gebogenes mächtiges Tierhorn ist, erscheint sie. Von der Brust an ist sie sichtbar. Sie hat weite reich ornamentale priesterliche Kleider an. Den gekrönten Kopf hält sie rechts geneigt. Die beiden Hände liegen gekreuzt über der Brust. Der schmale Hals taucht aus herrlichen sehr farbigen Gewändern und Überwürfen auf. Dann kommt ein schmales hohes Gesicht, die Augen nur mit einem Spalt offen, die Lippen geschlossen. Spitze goldene Strahlen umgeben den ganzen Kopf. Sie betet, oder ist entrückt, oder hört wehmütig-milde, oder ist in ihr Leid versunken, sucht sich daraus zu erheben: ich kann schwer den Ausdruck fassen.

Das Bild wirkt suggestiv, berührt. Die suchenden Menschen da sind geneigt, ihren Schmerz mit dem des himmlischen Wesens zu vermischen und sich ruhiger herauszuziehen. Ist eine große Leistung der Kunst, daß sie solch Bild machen kann und daß ein gemaltes Bild Vorbild sein kann. Ostra-brama heißt die Straße." ["Ostra-Brama" auf Polnisch,  auf Litauisch "Tor der Morgenröte"].

 

Der frühere polnische Präsident (und in Vilnius geborene) Jozef Pilsudski und Papst Johannes Paul II. waren schon hier.

Schwarze Madonna Vilnius Ausros Vartai

Ein schöner Ort in sich zu kehren oder die Aussicht auf die Altstadt zu genießen                      

 

Wandschmuck Tor der Morgenröte Wilna

Die Wände sind mit Votivgaben aus Silber bedeckt

 

Wandschmuck Ausros Vartai

 Die ziemlich kleine Kapelle

 

Tor der Morgenröte Wandschmuck

Dankesgaben von rund 8000 Gläubigen

 

blick von der ausros vartai vilnius

 Blick von der Kapelle auf die Altstadt

 

In dieser Straße gibt es einige Bernsteinschmuckgeschäfte.

Medininkai Tor von aussen gesehen

 Das Medininkai Tor (oder Ausros Vartai) von außerhalb der Innenstadt gesehen

 

Von hier aus geht es zum Hauptbahnhof von Vilnius.

 

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Glockenturm Vilnius

 

 Glockenturm Vilnius

 Glockenturm der Kathedrale von Vilnius

 

Der Glockenturm der Kathedrale von Vilnius steht frei neben der Kathedrale auf dem Kathedralen Platz.

Von Aussen kann man gut die unterschiedlichen Segmente sehen, die aus verschiedenen Zeiten stammen, wobei die älteste aus dem 13. Jahrhundert kommt. Da der Turm in früheren kriegerischen Zeiten als Teil der damaligen Stadtmauer der Verteidigung der Unteren Burg diente, kann man heute noch die für einen Glockenturm unüblichen Schießscharten sehen.

 

Die Mauer war damals einen Kilometer lang und hatte vier Tore. 1522 wandelte der Architekt Annus den Turm in einen Glockenturm um. Der jüngste Teil des Glockenturms stammt aus dem Jahre 1803, da wurde die obere Etage für die Uhr gebaut. 

 

Mechanismus Turmuhr Vilnius

 Mechanismus der Turmuhr!

 

Die Uhr gilt als Meisterwerk der Uhrmacherkunst. Sie wurde im 17. Jahrhundert von Joseph Bergmann (Deutschland) gebaut und musste so gut wie nie eingestellt werden. Trotzdem zeigt sie die Zeit perfekt an. Der Minutenzähler fehlt und die Glocken läuten alle 15 Minuten. Früher mussten die Uhrmacher einmal die Woche die 92 Stufen hoch um die Uhr aufzuziehen. Heute ist der Mechanismus automatisiert.

 

Ansicht der Glocken aus Köln

 

Der Turm ist insgesamt 57 Meter. hoch und war mit zehn Glocken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert bestückt.

Da die Originalglocken während der sowjetischen Besatzung demontiert und vernichtet wurden (sie sollten zu einem Carillon umgestaltet werden, was aber nicht klappte), spendete der Erzbischof von Köln 2002 sechs neue Glocken. 

 Pendel Glockenturm Vilnius

Altes Pendel 

 

Museum im Glockenturm Vilnius

Museum im Glockenturm

 

Der Glockenturm wurde in den letzten Jahren kontinuierlich renoviert und er kann heute besichtigt werden.

Im ersten begehbaren Geschoss (Treppe vom Kathedralen  Platz rauf) ist heute die Kasse für die Turmbesichtigung und den Besuch der Krypta der Kathedrale untergebracht.

Altes Ziffernblatt Glockenturm Vilnius

Altes Ziffernblatt

 

Blick vom Glockenturm Vilnius

Blick vom Glockenturm auf die Obere Burg und die "Drei Kreuze"

 

Ein Besuch im Turm lohnt sich, da man einen sehr guten Blick auf Vilnius hat und der Turm mit seinen Glocken selber sehr interessant ist.

 

Wenn man genug Zeit hat, sollte man auch die Krypta der Kathedrale besuchen. Hier wurde durch Zufall das Grab der Barbora Radvilaite gefunden. Barbora war die Ehefrau von Sigismund II. August und somit Königin von Polen und Großfürstin von Litauen. Sie starb in Krakau, wollte und wurde aber in Vilnius beerdigt. Ihr Mann ist in Krakau begraben.

 

Neben dem Glockenturm ist eine Platte in den Boden eingelassen, der sogenannte "Magische Stein". Stellt man sich auf ihn drauf, dreht sich um die eigene Achse und wünscht sich etwas, so soll dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Angeblich hat an dieser Stelle 1989 die Menschenkette für die Freiheit der baltischen Länder (von Litauen über Riga nach Tallinn) begonnen. Vom Glockenturm aus sieht man neben dem neu aufgebauten Königspalast ein Monument mit einem Reiter in Rüstung auf einem Pferd.

Gediminas Reiterstatue Vilnius

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Reiter ist Gediminas, der Gründer der Stadt Vilnius. Das Metall der Statue (Bronze) wurde vom litauischen Zoll an den Grenzen konfisziert und gespendet. Der litauische Künstler Vytautas Kasuba (ein Kunstwerk von ihm steht auch im Europos Parkas) hat die Statue erschaffen. Der Marmorsockel war ein Geschenk der Ukrainischen Regierung.

Bilder vom Glockenturm

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Litauen Nida Kurische Nehrung

 

Über die Entstehung der Kurischen Nehrung berichtet die Sage von der Riesin Neringa:

In alter, alter Zeit, so berichtet die Sage, lebte am Ostseestrand eine schöne Jungfrau mit goldblonden Zöpfen - die Riesin Neringa. Sie liebte die Fischer und half ihnen auf jede nur erdenkliche Weise. Und wenn der Sturm ihre Boote zu versenken drohte, half sie ihnen, sicher die Ufer der damaligen vielen kleinen Inseln zu erreichen.
Dies erboste den Meeresgott Bangputis ("Wellenbläser") und er ließ es das ganze Jahr hindurch stürmen. Da beschloß sie einen langen Wall zu bauen, um das Meer nah der Küste vor Sturm und Wellen zu schützen. In ihrer Schürze schleppte sie gewaltige Mengen Sand heran und schüttete einen hundert Kilometer langen Damm auf, der das heutige Haff vom offenen Meer abtrennte. So schuf sie den Fischern ein sicheres Gewässer, damit sie nicht mehr auf die gefährliche Ostsee hinausfahren mussten. Zwölf Tage lang tobte der Meeresgott gegen den Wall an. Doch als er nichts ausrichten konnte, da verstummten Sturm und Wellen. Und die Fischer entlang der Küste gaben dem schützenden Sandwall aus Dankbarkeit den Namen der Riesin: Neringa.

Und über den Zauber der Kurischen Nehrung dramatisiert der Schriftsteller Hansgeorg Buchholtz in den 30'er Jahren:

"Es gibt ein Land, da das Schweigen Sprache ist, ein Land, das wie eine Brücke durch die Fluten des Lichts sich spannt, in dem die Berge wandern, ein Land, aus dem es keine Rückkehr gibt. Du lässt dein Herz, wenn du einmal in die Tiefe seiner Einsamkeit getaucht bist, dort und einen Teil deiner Seele... Licht und Lachen, aber auch Tod, Stürme und Finsternisse ruhen dort beieinander, so wie Haff und Meer seine schmalen Flanken benagen, so wie Sand und Wald miteinander ringen und die hohe Düne ihre Schatten reckt, über Haus und Hafen, Acker und Wiese. Es ist ein seltsames, ein zaubrisches Land."

Und selbst der große Wilhelm von Humboldt war von der Kurischen Nehrung begeistert:

"Die Kurische Nehrung ist so merkwürdig, daß man sie ebenso gut als Spanien und Italien gesehen haben muß, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll".


Größere Kartenansicht

So ist die Kurische Nehrung entstanden. Und Tod und Finsternis sind heute nicht mehr auf der Nehrung zu befürchten. Und so schön wie die blonde Neringa, so schön ist auch die Landzunge, die sie geschaffen hat. Die Nehrung hat eine Länge von 98 Kilometern und erstreckt sich von Klaipeda bis nach Lesnoi in der heutigen sowjetischen Exklave Kaliningrad. Der Verwaltungsbezirk Neringa besteht aus den vier Dörfern Preila, Juodkrante, Pervalka und Nida mit insgesamt etwa 3.600 Einwohnern. Bis 1923 gehörte die Kurische Nehrung zu Deutschland.

Die Kurische Nehrung ist zwischen 380 und 3800 Meter breit und trennt das Süßwasser der Memel vom Salzwasser der Ostsee.

 

Wer Nida gesehen hat, wird Litauen immer wieder besuchen.

 

           Wappen Neringa

Im Wappen des Verwaltungsbezirkes Neringa kann man die Kurenwimpel der einzelnen Gemeinden sehen. Oben links Nida, dann (im Uhrzeigersinn) Preila, Pervalka, Juodkrante und Purvyne (eingemeindetes Dorf bei Nida).  (Wappen Wikipedia)

 

Um zur Kurischen Nehrung zu kommen, muss man mit der Autofähre übersetzen. Direkt in der Altstadt von Klaipeda gibt es auch noch eine Personenfähre.

Duenen und Haff  Nida 

Duenen in Nida (Fotos Rasa Kocyte)

 

Die Autofähre zur Nehrung ist direkt neben einer Tankstelle (Klaipeda, Varnenu Gatve). An der Kasse bezahlt man die Überfahrt und setzt über. Erfahrene Nehrungs Besucher warten nach Verlassen der Fähre, bis die litauischen und russischen Autos (viele Russen kommen aus Königsberg über die Nehrung nach Klaipeda zum Einkaufen) vorbeigefahren sind. Die schmale Straße nach Nida wird nämlich als Rennstrecke missbraucht. Man könnte ja vielleicht eine Minute eher da sein.

Nun gabelt sich die Strasse: rechts geht es zum Delfinarium, links nach Juodkrante und Nida (und weiter nach Kaliningrad). Man kann sich also nicht verfahren.

 

Interessant ist, was für teure Autos aus dem Kaliningrader Oblast kommen.

Delfinarium Kurische Nehrung Nida

Das Meeresmuseum auf der Kurischen Nehrung

 

An der nördlichen Spitze der Kurischen Nehrung befindet sich das litauische Meeresmuseum mit einem Delfinarium und Aquarium.

Meeresmuseum Neringa  Meeresmuseum Neringa LitauenKlick mich

Die Aussenanlage des Meeresmuseums       Hier schwimmen die Seelöwen

Eingang zum  Fort Nehrung Litauen  Museumsboote Kurische Nehrung LitauenKlick mich

Das runde Gebäude ist der neuere Teil des Meeresmuseums, während die Aussenanlagen in einem alten Preussischen Fort untergebracht sind. Die Festung Kopgalis wurde 1866 zum Schutz des Hafens von Klaipeda gebaut. Auch heute noch befindet sich hinter dem Delfinarium eine Station der Grenzpolizei mit Luftkissenbooten, die man sieht, wenn man mit einer Fähre in den Hafen von Klaipeda (also in das Haff) einfährt.

Skulptur für die gestorbenen Seeleute vor dem Meeresmuseum mit Blick auf den Hafen von Klaipeda

 

Bernsteinhafen Klick mich!

Der Bernsteinhafen  Im Herbst werden die Figuren verbrannt (bitte Bild anklicken)

 

Lettische Volksmusik mit Szenen von der Kurischen Nehrung. Hier werden die Holzskulpturen verbrannt.

 

Hier wurde 1855 Bernstein gefunden und von 1860 bis 1890 professionell ca. 75 Tonnen Bernstein abgebaut. Die Firma von Wilhelm Stantien beschäftigte 600 Mitarbeiter und hatte bis zu 23 Dampfmaschinen. Der frühere Hafen wird heute Bernsteinbucht genannt.

Die Holzfiguren werden jedes Jahr neu gestaltet und zur Sonnenwendfeier verbrannt.

 

Nach kurzer Fahrt kommt die Mautstation, an der man den Eintritt auf die Nehrung zahlen muss.

Es gibt Bezahlautomaten, die aber oft defekt sind. Dann zahlt man am Kassenhäuschen. Preise, in der Hochsaison pro PKW 20 Euro, sieht man hier: https://unipark.lt/en/neringa

 

Juodkrante im Winter

Juodkrante (Schwarzort) im Winter

 

 Juodkrante im Winter Nehrung

Juodkrante - auch im Winter ist die Kurische Nehrung wunderschön!

 

Museum Juodkrante

Miniaturmuseum Juodkrante

 

Kurz danach kommt man nach Juodkrante (Schwarzort). Hier gibt es eine Backsteinkirche von 1885 und einen Skulpturenweg direkt am Ufer. Außerdem einen Geldautomaten ;-)

In Schwarzort, wie Juodkrante auf Deutsch heisst, gibt es einen sehr schönen Wanderweg, der mit Holzskulpturen gesäumt ist. Er führt auf dem Hexenberg (Ragana Kalnis) entlang und ist nicht sehr lang, aber zu empfehlen.

Hinweis in Juodkrante zum Hexenberg

Hinweisschild in Juodkrante zum Hexenberg Raganu Kalnis

 

Fotos vom Raganu Kalnis, (den man unbedingt besuchen sollte) und seinen Skulpturen, kann man unten auf dieser Seite zusammen mit weiteren Impressionen der Kurischen Nehrung in der Fotogallerie sehen.

Juodkrante Kormorane  Juodkrante Kurische Nehrung Litauen  Klick mich

Weg zur Aussichtsplattform

 

Kormorane Juodkrante Kurische Nehrung

Durch den Vogelkot abgestorbene Bäume

 

Kurz nach Juodkrante kann man die bekannte Kormorankolonie besuchen. 

Es gibt kein Schild, aber der abgestorbene Wald auf der rechten Seite ist (eigentlich) nicht zu übersehen.

Neben dem Gestank ist die schiere Größe der Kolonie beeindruckend. Viele Nester sind von den Kormoranen besetzt. Ein Kormoran braucht pro Tag etwa 400 gr. Fisch. Bei seinen Tauchgängen, die Vögel schaffen eine Tauchtiefe von bis zu zehn Metern, können sie im recht flachen Haff jede Stelle und jeden Fisch erreichen. Dementsprechend unbeliebt sind sie bei den Fischern. Sind die Nistbäume abgestorben und morsch, wenden sich die Vögel frischen Bäumen zu und der Kreislauf der Natur beginnt von vorn. Wahrscheinlich wird der Kormorandung irgendwann für kräftigen Neubewuchs sorgen. Bio eben.

Eine Familie aus Hamburg, die in Nida urlaubt und Bernstein sammelt, berichtet von ihren Bernsteinfunden, vom Nepp der Bernsteinverkäufer und das sie schon zwei Elche gesehen haben.

Strasse auf der Kurischen Nehrung

Straße auf der Kurischen Nehrung

Pervalka Perwelk

Pervalka

Auf dem Weg von Juodkrante nach Nida kann man einen Abstecher nach Pervalka machen. Muss man aber nicht. 

Das frühere Fischerdorf hat ganze 40 ständige Einwohner und im Sommer einige mehr.

Preila 

Nach Pervalka kommt man an Preila (früher mal Preil) mit 190 Einwohnern vorbei. Auch hier gibt es einige schöne Ferienhäuser.

Je nach Zeit, kann man sich auch auf Nida, die Dünen und den Ostseestarnd beschränken.

 

Blick auf Nida

Blick auf Nida 

 

Da wo die Hauptstraße links nach Nida abbiegt, geht es rechts zu einem Parkplatz direkt an der Ostsee. 

Hier kann man parken und über die Dünen zum schönen Ostseestrand spazieren.

Gastronomie wie in Palanga findet man hier nicht. Der Strand ist komplett naturbelassen und wunderschön. Restaurants, Cafes und Bars gibt es nur in Nida selber. 

Ein ganz anderer Tourismus als in Palanga.

Achtung: übertreten Sie nicht die grüne Grenze nach Russland. Verstöße werden von russischer Seite streng geahndet. Möglich ist natürlich die Besichtigung der Grenzstation. Einfach die Nehrungsstrasse bis zum Ende fahren. Zum Besuch von Königsberg ist ein Visum erforderlich!

 

Hier ist auch der Hauptbadestrand für Urlauber die in Nida übernachten. Er liegt nicht weit vom Zentrum, direkt auf der vom Haff abgewandten Seite der Nehrung.

Kurenwimpel Nida  Kurenwimpel Nida 2 

Kurenwimpel Nida 3  Kurenwimpel Nida

Kurenwimpel

 

Überall sind die berühmten Kurenwimpel aufgestellt.

Kurenwimpel Nida

Kurenwimpel Nida

 

Da Nida nicht sehr gross ist, kann man auf einem Rundgang alles erwandern.  Vielleicht ist ein Hinweis nicht ganz unangebracht, dass man sich immer noch in Litauen befindet und nicht auf Sylt.

Es ist sehr viel modernisiert und auf westlichen Standard gebracht worden, aber man merkt immer noch die Reste von "Charme" aus 50 Jahren Sozialismus. Z. B. bei der Betonuferpromenade. Und ich meine das noch nicht einmal nur ironisch. Gerade die litauische Vergangenheit und natürlich die Natur und Landschaft machen den Reiz dieses Baltenlandes aus.

Kurenwimpel Litauen

Die Kurenwimpel - eigentlich eine Art Nummernschild für die Fischerboote

Die Kurenwimpel sind nicht nur wegen ihrer Schönheit interessant, sie sind auch ein weiteres Zeichen der deutschen Vergangenheit des Memellandes. Sie dienten nicht (nur) als Verschönerung der Häuser auf der Kurischen Nehrung, sondern waren wie ein Nummernschild für die kurischen Fischerboote, damit die Königsberger Steuerbehörden die Fanggebiete besser kontrollieren konnten. Jedes kurische Dorf hatte einen Abschnitt im Haff, an dem es Fischen konnte. Verstöße konnte man nun anhand der Kurenfahne besser entdecken und ahnden. Also irgendwie typisch Deutsch.

 

Kurenwimpel Nida

Sommer in Nida

 

Bernsteinmuseum Nida    Bernsteinmuseum Nida Klick mich

Bernsteinmuseum mit Blick auf das Kurische Haff

 

Einkehr Nida   Häuser in Nida Klick mich

Einkehr im Cafe Kursis. Leckere litauische Gerichte.   Fachwerkhaus

 

Am Haff entlang kommt man am Bernsteinmuseum vorbei. Es soll schöner sein als das große Bernsteinmuseum in Palanga. Leider hat es am Montag (wie viele Museen in Litauen) zu. Mir hat das Museum in Palanga bei einem früheren Besuch auch sehr gut gefallen.

Strassenansicht Nida  Restaurant Nida Klick mich

 Restaurant Nidos Seklycia.

 

Am Ende von Nida angelangt, tauchen die riesigen Wanderdünen auf, die weit bis in den russischen Teil der Nehrung hinein reichen. Früher begruben diese Dünen ganze Dörfer unter sich. Heute hat man sie mit Bepflanzung unter Kontrolle gebracht und muss nun mehr Angst um ihre Existenz haben.

Hier ist auch eines der romantischsten Restaurants von Nida, dass Nidos Seklycia.

Nida Dünen

Am Ende von Nida vor der großen Düne (Parnidis Düne).

 

Ehemalige Wanderduenen Nida

Duenen bei Nida

 

Tote Duenen

Blick auf die Toten Duenen

Ab 2019 wurde ein Eintrittsgeld für die Tote Düne in Höhe von 2 Euro eingeführt. Wahrscheinlich gilt das nur in der Hochsaison

 

Tote Duenen Nida

Blick auf die Duenen und das Kurische Haff

 

Über dem Haff können wir den alten Leuchtturm vom Windenburger Eck erahnen (Ventes Ragas, schönes Ausflugsziel).

Häuser Nida  Nida Holzboot Klick mich

Impressionen am Hafen

 

Auf der Kurischen Nehrung hat der Kameramann Willi Zielke 1936 für Leni Riefenstahl Teile ihres Filmes "Fest der Völker" gedreht.

Dafür tanzten 30 nackte Mädchen einen Tempeltanz auf einem abgeschirmten Areal der Nehrung. Sie wurden aus einer Schar von 300 Damen ausgewählt, die alle nackt vortanzen mussten.

Den Tanzschulen der Region wurde die "Seriosität" des Films mit Hinweis auf das Wohlwollen von Goebbels und Hitler bestätigt.

 Zielke schrieb 1952 in einem Buch über die Zeit auf der Nehrung:

 

"Einmal in meinem Leben habe ich mit allen Möglichkeiten der Aktaufnahme spielen können... Wir saßen in einem abgesperrten Revier an der Kurischen Nehrung, allein mit 30 ins Paradies zurückgekehrten Evas, einer unendlichen Stille und den letzten Elchen Europas, um den Prolog zum Olympiade-Film 1936 zu schaffen.
Wir hatten diese Evas aus 300 Sportstudentinnen wählen können, ein prachtvolles Menschenmaterial. Mit Anmut und Grazie führten sie alle Studien, Bewegungen und Übungen vor, die wir brauchten. In den Drehpausen standen, lagen oder liefen sie am Strand und freuten sich ihres jungen Lebens. Es berührte weder uns noch unsere Helfer, daß sie splitterfasernackt waren. Sie auch nicht. Die schöpferische Arbeit hatte uns alle viel zu sehr im Bann." 
 

Nida  Nida Klick mich

Blick auf Nida von der Hafenmole

 

Später wurde gemunkelt, Riefenstahl habe sich unter die Nackten gemischt und sei im Olympia Film auch (nackig) zu sehen. Dem widerspricht Zielke:

"Und als sie sich kurz vor Beendigung der Aufnahmen am Grabschen Hacken in der Kurischen Nehrung selbst vor die Kamera posierte, sah ich diese Frau das erste Mal im Badetrikot und war enttäuscht. Ihre Figur konnte nicht an meine Modelle heran! Sie war außerdem viel zu vollschlank. So begnügte sie sich mit einer Grossaufnahme ihrer Hände, die den Tanz der Flammen interpretierten, was ihr sehr gut gelang!"

Quelle: Das Stahltier Blogspot

Leuchtturm Hafen Nida

Kleiner Leuchtturm in der Hafeneinfahrt.

 

Nida Kurisches Haff Leuchtturm

Blick auf den Hafen

 

Bootsimpressionen Nida  Impressionen Nida  Klick mich

Alte Boote

 

 

Bootstouren werden von Nida nach Minge und Ventes Ragas (also zum Festland) angeboten, sowie an der Nehrung entlang Richtung russische Grenze

 

Impressionen Nida  Alte schiffe Nida Litauen  Klick mich

Boote im und am Hafen

 

Boote Litauen Nida  Nida am Kurischen Haff Klick mich

Boot im Hafen                                               Kurisches Haff

 

Wir schlendern zurück am Hafen entlang. Hier liegen Boote mit denen man in der Hochsaison nach Vente oder Minge (also auf die andere Haffseite) übersetzen oder auch nur Ausflüge zu den Dünen der Nehrung machen kann. Am 13 .Mai ist hier noch nicht viel los, die Saison beginnt erst.

 

Hotel und Holzhaus Nida

Inkaro Kaimas Gästehaus direkt am Kurischen Haff in Nida

 

E-Auto Ladestation in Nida

Die Moderne hält Einkehr: Ladestation für E-Autos       Foto © B. Galoci

 

Holzhaus Nida vor dem Haff  Haffimpressionen  Klick mich

Häuser vor dem Haff

Am Ufer entlang geht es zum Thomas Mann Haus.

Thomas Mann Haus Nida Litauen

Motiv eines jeden Nida Urlaubers und Reiseführers: das Thomas Mann Ferienhaus

 

 

Alte Postkarte 1931  Quelle: Wiki

Es liegt auf einem Hügel direkt am Haff mit einer wundervollen Aussicht. Als Sommerwohnsitz sicherlich gut gewählt, wenn denn die Temperaturen immer so wären wie bei meinem Besuch. Thomas Mann ließ das Holzhaus 1929 erbauen, nachdem er bei einem Aufenthalt in Nida von der Landschaft begeistert war. Durch den ihm verliehenen Nobelpreis konnte er sich das leisten. Er verbrachte hier die Sommerferien mit seiner Familie 1930 bis 32. Dann musste er wegen den Nationalsozialisten emigrieren.

Antanas Venclova, der ehemalige Kultusminister der Litauischen Sozialistischen Sowjetrepublik (Vater von Tomas Venvlova) traf Thomas Mann im Mai 1955 in Weimar. Dort lud er ihn nach Litauen ein, da in Nida ja noch sein Ferienhaus stand.

"Manns Antwort fiel unverbindlich aus, weil ein Besuch von ihm in der UdSSR zu jener Zeit starke politische Implikationen gehabt hätte, aber er war von dem Angebot sehr berührt. Nach der Rückkehr fand mein Vater heraus, dass das Haus von Thomas Mann in einem sehr schlechten Zustand war und als inoffizielle Toilette benutzt wurde. Er forderte die sowjetlitauische Regierung zur umgehende Renovierung auf, die tatsächlich durchgeführt wurde. Thomas Mann starb im August desselben Jahres in der Schweiz, bevor er Litauen nochmals besuchen konnte. Sein Haus würde in ein kleines Museum umgewandelt, das heute regelmäßig Konferenzen und Konzerte ausrichtet."

Tomas Venclova in der "Magnetische Norden"

Baltisches Meer im Herbst

Ostseestrand im Herbst

 

Baltisches Meer im Winter

Baltisches Meer im Winter

 

Haffküste im Winter

Haffküste

 

Sicht vom Thomas Mann Haus auf das Kurische Haff

 

Der Ort auf der Nehrung, an dem die Fähre nach Klaipeda abfährt, heißt Smiltyne. Dort gibt es am Fähranleger drei Spuren, links für Fahrzeuge mit Sondergenehmigung für die Nehrung (Leute die häufig fahren), rechts stehen die LKW und in der Mitte stehen wir Touris und warten.

Die Überfahrt ist nur kurz.

 

Am nördlichen Ende der Nehrung befindet sich das Meeresmuseum mit Pinguinen, Fischen und Seelöwen. 

 


Größere Kartenansicht

Mittig das Meeresmuseum. Rechts darüber sieht man eine Station der Grenzpolizei. Hier sind Luftkissenboote stationiert. Man sieht sie bei der Einfahrt der Fähren aus Deutschland ins Haff.

 

 

Kurzes Youtube Video von Wolf Feld: Radfahren auf der Kurischen Nehrung

  

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  • Parnidis dune in Nida
  • Pervalka
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  • The view from Ram's hill
  • Thomas_Mann_Litauen

Die Webseite des TIC (Tourist Information Center) Nida mit Buchungsmöglichkeiten von Hotel und Pensionen findet man unter TIC Nida

 

Informationen über Hotels und Pensionen gibt es bei PrieJuros, also "Am-Meer", einem litauischen Unterkunftsverzeichnis speziell für die Ostseeregion

 

Eugenijus Kocys bietet in Juodkrante (Schwarzort) verschiedene Ferienwohnungen an. Auf seiner Webseite kann man sich die Unterkünfte anschauen. Ausserdem bietet er einen Abholdienst vom Fährhafen in Klaipeda, sowie vom Flughafen Palanga an.

 

Camping in Nida:

www.kempingas.lt

Taikos 45a

Tel.: 0037068241150

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Bilder © Rasa Kocyte und A. Kuck

 

Aktuelle Informationen zu den Busverbindungen von Smilyne nach Nida, Kosten für den Zugang zum Landschaftsschutzgebiet Nehrung, Unterkunft und Fahrradvermietung finden Sie auf der Seite VISIT NERINGA:

  Bitte anklicken

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Kaunas

Kaunas ist neben der Kurischen Nehrung und Vilnius wohl das sehenswerteste touristische Ziel in Litauen.

Einen Rundgang durch die Hansestadt mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten beschreiben wir auf dieser Seite. 

Kriegsmuseum Kaunas Neunte Fort Kaunas                                      

Kriegsmuseum                              9. Fort   

    

Ciurlionis Museum Kaunas Rumsiskes Kaunas

Ciurlionis Museum       Rumsiskes Freilichtmuseum

 

Reiseführer Kaunas Restaurant Floros Kaunas

Diana   Reiseführerin            Kaunas Floros Restaurant

Botanischer Garten Kaunas  Festungen Kaunas Litauen   Kloster Pazaislis Kaunas

 Botanischer Garten                          4. Fort                       Kloster Pazaislis

 Vytis Kaunas Ritter

Der Stolz von Kaunas: der litauische Reiter Vytis

Die 2018 aufgebaute Statue des "Vytis" wurde in der Ukraine gegossen und hat als zusätzliche Symbolik das Gesicht von Romas Kalanta, der sich 1972 in Kaunas auf der "Freiheitsallee" als Protest gegen die sowjetische Besatzung selbst verbrannte. Symbolik hin oder her, das Gesicht eines litauischen Ritters stellt man sich etwas anders vor.

Romas Kalanta als Vytis  Klick zum vergrössern

Romas Kalanta als Vytis

 

Kaunas (russisch Kowno, deutsch Kauen) ist die zweitgrößte Stadt Litauens mit ca. 320.000 Einwohnern.

Kaunas Litauen

Im Rahmen der dritten polnischen Teilung 1795 kam Kaunas unter russische Besatzung. 1879 begann das zaristische Russland mit dem Ausbau Kaunas zu einer Festungsstadt. Acht Forts und 9 Batteriestellungen wurden für einen inneren Befestigungsring um die Stadt gebaut

Gebracht hat das nicht viel.

Vor dem I. Weltkrieg wollte man noch einen äußeren Befestigungsring bauen. Fertig wurde aber nur das sogenannte IX. Fort. Das IX. Fort erlangte traurige Berühmtheit, weil hier ab 1941 die meisten der Kaunaser Juden ermordet wurden. Mehr dazu gibt es im Kapitel IX. Fort (Unser Besichtigungstipp!)

Als Litauen nach dem I. Weltkrieg wieder unabhängig wurde, intervenierte die polnische Armee unter General Zeligowski und besetzte Vilnius. Begründet wurde dies durch die dortige Bevölkerungsstruktur. Vilnius wurde mehrheitlich von Polen und Juden bewohnt und besitzt mit der Ausros Vartai einen wichtigen Pilgerort für die Polen.

 

Kaunas wurde für die nächsten Jahre Hauptstadt Litauens, Vilnius wurde aber nie aufgegeben. Obwohl für die Litauer Vilnius immer die wichtigste Hauptstadt war, ist Kaunas die litauischere der beiden Städte. Während man in Vilnius auf der Straße ein Mix aus russisch, polnisch, "touristisch" und litauisch hört, überwiegt in Kaunas die litauische Sprache.

Vilnius war halt lange litauisch, polnisch und jüdisch beeinflusst, was für uns Touristen auch den Reiz dieser Stadt ausmacht. 

 Kaunas Graffiti

Die Stadt liegt 100 km westlich von Vilnius an der Autobahn A1 Vilnius- Klaipeda. Hier fließt die Memel (Nemunas) mit der Neris zusammen. Die Strecke Kaunas- an der Memel entlang Richtung Jurbarkas- zählt zu den eindrucksvollsten Landschaften Litauens. Hier können viele Burgen, Schlösser und Burgberge, die von früherer militärischer Stärke zeugen, besichtigt werden.

 

Am Zusammenfluss von Memel und Neris wurde die älteste litauische Burg gebaut, die zum ersten Mal 1362 in Aufzeichnungen des Kreuzritterordens erwähnt wurde. Die Kreuzritter lieferten sich andauernde Gefechte mit dem Großfürstentum Litauen und 1362 nahmen sie die Burg in Kaunas ein. Mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, hatte sie stark unter den Fluten der Neris im 17. und 18. Jahrhundert zu leiden.

Wir parken in der Nähe der Burg und beginnen hier unseren Spaziergang durch Kaunas.

Kaunas

Die Burg von Kaunas

 

Vytis Kaunas

In den Sommermonaten ist im Turm der Burg das Touristeninformationsbüro (TIC) untergebracht und es finden kleinere Ausstellungen statt.

Kaunas Jurgio Kankinio Kirche

St. Georg Kirche

 

Hinter der Ritterburg kommt man zur Kirche des Heiligen Georgs. Innen wie außen sehr sehenswert, habe ich seit dem Besuch einer Kirche am Newski Prospekt keine Kirche in einem so schlechten Zustand gesehen. (In der Kirche am Newski Prospekt war ein Schwimmbad eingebaut).

Innenraum der Jurgio Kankinio Kirche Kaunas

Noch viel zu tun haben die Baumeister

 

  Fresken in Kirche Kaunas

Die alte Schönheit lässt sich erahnen

 

Die Kirche diente in ihrer langen Geschichte (gebaut 1504) mehrfach als Lagerhalle. Weiter gehts Richtung Rotuses aikste, dem Rathausplatz.

Hier steht das "Weiße Schwan" genannte ehemalige Kaunaser Rathaus, das heute als Keramikmuseum und Standesamt dient (1562 gebaut, 1655 zerstört und 1780 mit dem kirchenähnlichen Turm vollendet).

Es ist wahrscheinlich das meist fotographierte Objekt der Stadt.

Seit der Sowjetzeit werden hier Trauungen durchgeführt.

weisser Schwan Kaunas   Klick mich!

Das "Weisse Schwan" genannte barocke Gebäude hatte in seiner Geschichte vielerlei Verwendungen. Früher beherbergte es Geschäfte, später einen Gerichtssaal, eine Kirche und ein Waffenlager. Sogar die Feuerwehr und das Stadttheater waren hier untergebracht.  Heute dient es als Standesamt und Museum (Keramikmuseum) und man kann es innen besichtigen und sogar den Turm besteigen. 

Bei unserem Besuch standen vor dem Standesamt gefühlt mehr amerikanische Luxuslimousinen, als in ganz Deutschland zugelassen sind. Bei der Hochzeit gilt wohl noch die Devise: Darfs ein bisschen mehr sein..?

Kaunas Rathaus

Altes Rathaus  (Foto Wikipedia)

 

Valancias Denkmal Kaunas

Die Kirche der Heiligen Dreieinigkeit     Rechts ein Denkmal für Motiejus Valancius

 

Maironis Denkmal

Denkmal für den litauischen Nationaldichter Maironis

 

Brunnen Kaunas

Geschmack haben sie, die Litauer    Brunnen am Rathausplatz

 

Weiter gehts Richtung Vilnius Gatve

 

Beginn der Vilnius Gatve (Vilnius Straße)

 

Schon zu Beginn unseres Rundganges am Rotuses aikste gibt es Restaurants in großer Zahl. Auf der Vilnius gatve kommen noch Cafes und weitere Restaurants dazu. Die Vilnius gatve erinnert, wie der Name schon andeutet, an die Altstadt von Vilnius. Alte Häuser, enge Gassen und ein mittelalterliches Flair.

Ein totaler Kontrast ist die auf die Vilnius gatve folgende Laisves aleja (Freiheitsallee). Sie ist 1650 Meter lang, und war die erste Fußgängerzone der Sowjetunion. Viele Geschäfte laden zum Bummeln ein. Ist die Vilnius gatve noch schmal und verwinkelt, ist die Laisves aleja kerzengerade und führt direkt auf die frühere russische Garnisonskirche Erzengel Michael zu.

 

Interessant sind die Namen der Laisves Aleja, die Litauens Geschichte recht gut widerspiegeln:

1847: Nikolaj-Prospekt
1918: Kaiser-Wilhelm Strasse 
1919: Laisvės alėja
1946: Stalin-Prospekt
Seit 1961: Laisvės alėja, also Freiheitsallee

Am Ende der Vilnius Strasse liegt der ehemalige Präsidentenpalast in einem Park auf der linken Seite. Er wurde 1846 gebaut und diente als Präsidentensitz in der Zwischenkriegszeit (als Vilnius zu Polen gehörte). Im Park sind Statuen der Präsidenten Smetona und Stulginskis.

Praesidentenpalast Kaunas

Ehemaliger Präsidentenpalast

 

Antanas Smetona

Antanas Smetona Litauischer Präsident 1929-1940

 

St. Gertrude Kirche am Übergang der Laisves aleja zur Vilnius gatve

Diese schöne Kirche liegt etwas versteckt an der Laisves aleja. Man muss durch ein Tor an einem Hotel um zu ihr zu gelangen. Die Kirche ist einer der ältesten gotischen Backsteingebäude Litauens und stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Neben der Kirche ist ein Kirchturmkreuz ausgestellt, welches vom 16. Jahrhundert bis 1992 auf der Gertrud Kirche montiert war. Stolzes Alter.

 

St. Gertrude Kirche Kaunas

St. Gertruden Kirche Innenraum

 

Laisves aleja     Im Hintergrund ist die Erzengel Michael Kirche zu sehen

 

Strassenmusikant

Junger Straßenmusikant mit interessantem Instrument, dahinter der "Müde Fußgänger"

 

 Fotoshooting

 

Von Samy Gronemann als plump und protzig bezeichnet: die Kirche zum Hl. Erzengel Michael

 

Am Ende der Laisves Aleja liegt die Kirche des Heiligen Erzengels Michael. Sie wurde 1895 als russisch orthodoxe Kirche für die hier stationierten Soldaten gebaut, was den ungewöhnlichen Stil der heute katholischen Kirche erklärt. Nach dem I. Weltkrieg wurde die Kirche von der litauischen Armee übernommen und katholisch. 

Im russisch-französischen Krieg von 1812 haben Napoleons Soldaten in der Kirche genächtigt.

Sammy Gronemann, ein jüdischer Schriftsteller, der 1916 als Dolmetscher (für Jiddisch) im vom Kaiserreich besetzten Kaunas diente, beschrieb die Michaelskirche folgendermaßen:

"Der plumpe, protzige griechische Dom freilich, der zwischen die ärmlichen Häuser gestellt ist, stört das idyllische Bild..."

 

Direkt neben der Michaels Kirche ist das Mykolas Zilinskas Museum für europäische Malerei, alte ägyptische Kunst und Porzellan.

David nackt Zilinskas Kaunas

Bemerkenswert ist der nackte David vor dem Mykolas Zilinskas Museum, der direkt auf die Garnisonskirche blickt.

 

Von der Michaelskirche gehen wir nach Norden über die Gedimini zur Putvinskio gatve. Hier gibt es nämlich eine 1931 gebaute Bergbahn (Standseilbahn, litauisch funikulierius), die den Zaliakalnas-Berg 142 Meter hinauffährt. Gebaut wurde sie 1931, persönlich überwacht von Litauens Präsidenten Antanas Smetona. Den Spaß, den kleinen Zaliakalnis Berg hochzufahren, sollte man mitmachen. Man bekommt auch einen Eindruck, wie wohlhabend die Bürger in Kaunas damals sein gewesen sein mussten, um sich so eine aufwendige Bahn (gebaut durch die Dresdener Firma Rudolph und AEG) leisten zu können.

 

Die Bahn ist seit Sommer 2018 wegen Reparaturarbeiten gesperrt.

unikulierius Standseilbahn Kaunas

Talstation der Standseilbahn

 

Standseilbahn Funikulierius Kaunas

Hölzerne Kabine      In der Mitte der Strecke kommt einem die zweite Kabine als Kontergewicht von der Bergstation entgegen.

 

Architektur Kaunas

Eingänge die an New York erinnern und auf vergangenen Wohlstand schließen lassen

 

Das Teufelsmuseum mit über 3000 Exponaten in der Putvinskio gatve 64

 

Kriegsmuseum Kaunas  Details dazu unter Kriegsmuseum

 

Philharmonie Kaunas

Die Philharmonie von Kaunas

 

Synagoge von Kaunas aus dem Jahre 1871 an der Ozeskienes gatve

 

Bis zum deutschen Einmarsch 1941 lebten in Kaunas etwa 30.000 Juden. Schon bevor die Deutschen Kaunas erreichten, kam es in Kaunas zu Ausschreitungen, wobei wohl die Massaker an der Lietukas Garage die brutalsten waren.

Juden siedelten sich in der zweiten Hälfte des 17. Jhs. an, deren Aufenthalt in der Stadt im 18. Jh. aber zeitweise verboten war. Daher wohnten viele von ihnen im Städtchen Vilijampole, welches der Familie Radvila gehörte. Hier wohnte auch eine kleine Gemeinde von Tataren. In Vilijampole entstand 1941 auch das Ghetto.

 

Kunst in Litauen

Einen Mantel für den harten Winter - Kunst in Kaunas

 

Sv. Mikalojaus Kloster an der Saukliu gatve

Nun sind wir wieder an der Burg angelangt.

 

Hier noch ein schönes Video über Kaunas !

 

Kaunas in (E)-Motion   Leider nicht von uns, sondern vom TIC Kaunas

 

In der Umgebung von Kaunas ist das Ethnografische Freilichtmuseum in Rumsiskes ein sehenswertes Ausflugsziel. Gelegen an der A1 (Kaunas Richtung Vilnius), werden auf 195 ha etwa 183 alte litauische Originalholzhäuser gezeigt. Ein schöner Spaziergang durch die litauische Vergangenheit.

Es gibt an manchen Tagen Vorführungen von alten Webtechniken und Schmuckherstellung aus Bernstein. Außerdem wird getöpfert und geschreinert. Die obligatorische Erinnerung an die sowjetische Besatzung mit Deportation und Waldbrüdern darf natürlich auch nicht fehlen.

Kontakt Ethnografisches Museum:

 L. Letkaviciaus gatve 2

56337 Rumsiskes 

Das Freilichtmuseum hat eine gute Website:   Freilichtmuseum Kaunas

 

Die Adresse des TIC Kaunas: TIC Kaunas

Kaunas Tourist Information Center TIC

Laisvės al. 36, LT-44240 Kaunas, Litauen
Tel. +370 37 323 436
Fax. +370 37 423 678
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Es werden von Mai bis September geführte Stadttouren angeboten.

Zum Bericht über das IX. Fort, einer Befestigungsanlage aus der Zarenzeit zur Verteidigung von Kaunas (in der 1941 die Kaunaser Juden ermordet wurden) geht es hier: IX.Fort

 

Lydia Rabinowitsch-Kempner (die Mutter von Robert M.W. Kempner) wurde 1871 in Kaunas geboren. Robert Kempner war deutscher Jurist und arbeitete bei den Nürnberger Prozessen als Stellvertreter des US-amerikanischen Chefanklägers Robert H. Jackson. Kempners Verhöre der Nazi Größen und ihrer Familien ist legendär.

Valdas Adamkus wurde 1926 in Kaunas geboren. Er war Litauischer Präsident. Vytautas Landsbergis, Dalia Grinkeviciute und Nina von Stauffenberg gehören ebenso zu den berühmten Töchtern und Söhnen der, wie man sieht, früher sehr internationalen Stadt.

 

Falls Sie die Hilfe einer professionellen Stadtführerin in Anspruch nehmen wollen, bietet sich Diana Dubautauskien von Litauen Tours an. Weitere Infos unter Reiseführer Kaunas Diana.

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Telšiai

 

Telsiai die Maria Himmelfahrt Kirche

Maria Himmelfahrt Kirche

 

Hier stand die erste Kirche 1536, gestiftet von König Zygimantis. Mehrfach ausgebrannt, bauten die Russen hier 1864 eine erste Orthodoxe Kirche. Zum Leidwesen der Litauer. Nach der litauischen Unabhängigkeit kam es zum Streit um die Kirche. Ein Gericht klärte die Besitzverhältnisse salomonisch: es wurde entschieden, dass das Grundstück den Katholiken gehörte, die Kirche aber den Orthodoxen. Man einigte sich auf den Kauf der Kirche und die Orthodoxen bauten sich eine schöne neue Kirche im Kubismus Stil.

 

Orthodoxe Kirche Telsiai

Orthodoxe Kirche Foto ©Wikipedia

 

Friedhof für Soldaten des 2. Weltkriegs

Vor der Maria Himmelfahrt Kirche sind deutsche Soldaten aus dem II. WK beerdigt


Telšiai ist eine Kleinstadt (zwölftgrößte Stadt Litauens) in Zemaitija, also Nord-West Litauen. Sie liegt an der Strecke Šiauliai-Klaipeda. Ihre Innenstadt zählt zu den sieben geschützten Altstädte Litauens. Interessante Ziele in der Nähe von Telšiai sind der Plateliai See sowie die Raketenabschussbasis in Plokstine.

Maria Himmelfahrtkirche Innen

Maria Himmelfahrt Innenansicht

 

Die Stadt liegt am See Mastis, die Innenstadt zwischen der Kathedrale (gebaut Ende des 18. Jahrhunderts) und der Maria Himmelfahrtkirche, die beide auf einem der sieben Hügel der Stadt gebaut wurden.

Blick auf den Mastis See Telsiai

Im Mai 2017 hat es in Litauen ordentlich geschneit.  Blick auf den See Mastis.

 

Insgesamt kann man Telšiai (von der Innenstadt her) am ehesten mit Rokiskis vergleichen. Den jüdische Wohnstil, Juden bildeten seit dem 17. Jahrhundert einen großen Teil der Telšiaier Bevölkerung, kann der aufmerksame Beobachter auch heute noch sehen. Sogar die Treppenstufen zu den Eingängen der Häuser, im Judentum von besonderer religiöser Bedeutung, sind oft noch erhalten.

Touristeninformation Telsiai

Die Touristeninformation von Telšiai .

 

In der Innenstadt schön anzusehen ist das Haus der Touristeninformation. Leider war die Dame nicht sehr informiert und ihr Engagement bestand aus der Herausgabe von Karten der Region. Bei der späteren Kommunikation war das TIC von Telsiai sehr hilfsbereit und freundlich.

 

Glockenturm von Telsiai mit dem Goldbären

Der Telšiaier Uhrenturm mit seinem Bären


1997 betrug der jüdische Anteil der Stadt etwa 51 %.

Kleine Anmerkung dazu: im I. Weltkrieg (Litauen war ja von Russland besetzt), wurden die Juden von den russischen Behörden wegen erwarteter Deutschfreundlichkeit aus dem Kampfgebiet entfernt und ins Kernland gebracht.
Viele kamen nach dem Krieg zurück.

 

Die Yeshiva von Telsiai in Litauen

Die Yeshiva von Telšiai . Sie wurde 1940 von den Sowjets geschlossen. Sagt ein Schild an der Hausmauer. Kein Hinweis auf das weitere Schicksal der Telšiaier Juden.

 

In Telšiai gab es von 1873 bis 1940, als sie von den einmarschierenden Bolschewisten geschlossen wurde, eine berühmte Yeshiva, eine jüdische Hochschule. Die Jahreszahl 1940 steht auch auf der Tafel am Gebäude. Sie galt als eine der größten jüdischen Hochschulen ihrer Zeit und zog Juden aus aller Welt zum Studium an.
Zwei überlebende Yeshiva Leiter siedelten die Hochschule von Telšiai 1941 in die USA nach Cleveland um.

Viele Telšiaier Juden haben den Holocaust nicht überlebt. Man geht in Litauen von 95 % Vernichtung der jüdischen Einwohner aus, die höchste in allen von Deutschland besetzten Gebieten.

 

Eine hölzerne Synagoge aus Vorkriegszeiten hat die Wirren der Zeit überlebt. Das Haus beherbergt heute einen Hausgeräte- und Möbelladen. Telse Gatve 5. Ich habe leider kein vernünftiges Foto. Man kann es aber sehr gut auf Google Street View sehen.

 

Telsiai Kathedrale Antonius von Padua

Kathedrale des Hl. Antonius

 

Innenansicht Kathedrale Telsiai

Innenansicht der Kathedrale

 

Beide Kirchen sind schön anzusehen. Die Kathedrale wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Stil des Spätbarock/Klassizismus gebaut. Sie ist dem heiligen Antonius von Padua gewidmet und besitzt sieben Altäre.
Im renovierten Kellergewölbe kann man Särge besichtigen. Bei meinem Besuch war das Licht aus und ich habe mich nicht getraut hinunter zu gehen.

 

 Diözese Telsiai

Diözese von Telšiai

 

Neben der Kathedrale steht die Diözese. Sie ruft nach Renovierung, sieht aber immer noch gut aus.

  

Legenden von Samogitien
Skulptur Zemaitijer Legenden

 


Unter dem Hügel, auf dem die Kathedrale steht, hat man eine Statue errichtet, die an die Bremer Stadtmusikanten erinnert. Zu sehen sind Žemaitische Menschenkinder und ein Bärchen auf einem Bären. Der Text lautet Samogitia Patria Una – Hauptstadt von Zemaitija.

Die Figur erinnerte an den litauischen Volksglauben, dass die Bären bei der Erziehung der Kinder geholfen haben. Rubbelt man an der Nase des Bären, kann man sich was wünschen.

 

Monument Telsiai

Telšiaier  Globus

 

Der Ausblick von hier auf den See Mastis ist schön und das Monument mit dem schönen Namen Zemaitischer Globus.

 

Telsiaier Globus Monument

Kämpfer für Zemaitija - Samogitien

 

Auf dem Denkmal steht:

"Zur Erinnerung an das Schicksal des historischen Landes Zemaitija (Samogitien), das von 1236-1422 heldenhaft ums Überleben kämpfte sowie der Schlacht von Durbe, die von den den Armeen der Zemaitier gewonnen wurde.

13.7.1260 entschied das Schicksal von Zemaitia, Litauen sowie des gesamten Ostbaltischen Region."

 

Dziuga Käse Telsiai Litauen

Dziuga Käse der Molkerei Zemaitijos Pienas

 

Gegenüber dem "Zemaitischem Bären" gibt es ein Ladenlokal des litauischen Dziugas Käse. Dziugas wird sogar bei Lidl in Deutschland vertrieben und stammt von der "Zemaitijos Pienas" Molkerei. Neben dem Dziugas Käse gibt es hier ein Cafe. Der Legende nach gab es einen litauischen Ritter Namens Dziugas, der die Stadt Telšiai gründete. Ob dieser roch wie der Käse ist nicht überliefert. Der Käse ist aber lecker.

 


Im Heimatmuseum "Alka" kann man typische Antiquitäten der Region besichtigen.

Auf einer Landzunge im Mastis See gibt es ein 1983 eröffnetes ethnografisches Freilichtmuseum, mit 16 alten Gebäuden aus der Region. Also Rumsiskes in kleiner.

 

Die Stadt Telšiai hat einige berühmte Litauer hervorgebracht, manche davon allerdings auch berüchtigt. Justas Paleckis, Kommunistenführer und litauischer Präsident von Moskaus Gnaden, der abgesetzte litauische Präsident Paksas sowie der erste polnische Präsident Narutowicz. Telsiais erster Bischoff war Justinas Sturginskis. Justinas war wie sein Bruder Augustinas Mitunterzeichner der ersten litauischen Unabhängigkeitserklärung, deren Kopie 2017 in deutschen Archiven gefunden wurde.

 

Augustinas Sturginskis war der erste litauische Präsident nach der Unabhängigkeit und Führer der litauischen Christdemokraten.

 

 

Traurige Berühmtheit erfuhr Telšiai aber durch die Ereignisse beim deutschen Einmarsch am 24.6.1941. Die im Stadtgefängnis einsitzenden Litauer wurden von den abziehenden Sowjets mitgenommen (seltsamerweise zogen die Russen nicht Richtung Šauliai ab, das wäre die östliche Richtung, sondern nach Süd-Ost) und im Wald beim Dorf Rainiai grausamst gefoltert. Die Folterungen sind durch die Litauer und Deutschen dokumentiert und dermaßen grausam, dass ich sie bis heute kaum glauben kann.

 

Die Wehrmacht rückte in ihrem Blitzkrieg rasant an, trotzdem fuhren die Sowjets im Wald von Rainiai Wasserkocher und Stromgeneratoren auf. Die Gefangenen wurden mit kochendem Wasser verbrüht, mit Strom gefoltert, Gliedmassen abgeschnitten und zum Teil in den Mund gestopft. 

 

Die verscharrten Gefangenen wurden ein paar Tage später von örtlichen Juden ausgegraben. Natürlich nicht freiwillig. Deutsche und Litauer machten die Juden für das Massaker in Rainiai verantwortlich. Für die 76 getöteten Litauer wurden alle örtlichen Juden von den Deutschen und ihren litauischen Helfern erschossen und in Gruben verscharrt.

 

Hinweisschild Gedenkstätte Rainiai

"Grabstätte des Massakers an Juden" steht auf dem Hinweisschild

Das Schild steht links neben dem Wort "gatve" (Karte unten).

 

 

Hier auf der Bing Karte sieht man das obere Wäldchen, in dem die 76 Litauer gefoltert wurden. Mittig im Bild steht die Kapelle. Unten rechts ist ein kleiner Parkplatz, von dem ein Pfad (nach links) zum Ort der Massaker an den Juden führt.

 

 

Wald von Rainiai mit Namensbäumen der ermordeten Litauer

Folgt man dem Pfad zum Grabmal der ermordeten Juden von Telsiai, kommt man durch ein Wäldchen, an dem jeder Baum den Namen eines der litauischen "Märtyrer" trägt.

 

Hinweisschild Massaker Grab Rainiai

Holocaust Massengrab

 

Massengrab Rainiai Litauen

Wald, ein Grabstein, ein paar Erinnerungskieselsteine  Hier wurden 1941 tausende litauische Juden umgebracht    Klick mich!

 

Massengrab in Rainiai Grabstein

Grabstein Rainiai

 

 Kirche der Märtyrer von Rainiai

Kapelle der Märtyrer von Rainiai

 

Kapelle der Märtyrer von Rainiai

Inschriften der 76 "Märtyrer"

 

An die Märtyrer von Telsiai, wie sie heute genannt werden, erinnern Schilder im Wald von Rainiai sowie eine 1991 gebaute Kirche, auf der alle Namen der ermordeten Litauer stehen.

Gedenkstätte der Märtyrer von Rainiai

Auf der Google Karte wäre der Standort das obere kleine Wäldchen. 

Rainiu Kankiniu Zudiniu Vieta – Gedenkstätte des Massakers der  Märtyrer von Rainiai 

 

Kreuze am Ort des Massakers Rainiai

Die Gedenkstätte hat scheinbar ihre besten Tage schon hinter sich. 

 

Denkmal für die Märtyrer von Rainiai

Denkmal für die Märtyrer

 

 

Wenn man sich die litauische Erinnerungskultur am Beispiel von Rainiai und Telsiai anschaut, fallen einem zwei Sachen auf. Einmal die Diskrepanz zwischen jüdischem Leiden und das der ethnisch litauischen Opfer. Den 76 litauischen "Märtyrern" baute man nach der litauischen Unabhängigkeit eine Kirche, pflanzte für sie einen Wald, benannte Bäume nach ihnen, exhumierte und untersuchte ihre Leichen 1941 und schrieb viele Artikel (der bekannteste ist der von Vytautas Landsbergis). 

Die Juden machte man in der Stimmung der damaligen Zeit (1941) für den Tod der Männer verantwortlich. Ein Jude war nach litauischer und deutscher Propaganda im Gefängnis von Telsiai für die Folterungen verantwortlich. Nachman Dushanski sei es gewesen. Er selber sagte später, er hätte versucht in dieser Zeit seine Familie zu retten.

Aber auch nach der litauischen Unabhängigkeit sah man keinen Grund Mitleid zu artikulieren. Heute erinnert ein Grabstein an den Ort des Massakers.

 

 

Die Juden mussten dann auch die 76 verwesten Litauer ausgraben. Und wurden alle umgebracht. In Rainiai. Männer, Frauen und Kinder. Heute erinnert ein kleiner Grabstein an sie. 76 Litauer zu fast 3.000 litauische Juden.

 

 

Die zweite Sache die ins Auge fällt ist die Vernachlässigung der Gedenkstätte für die 76 Litauer. Das ist ein gutes Zeichen. Scheinbar ist der litauische Nationalismus nicht mehr so stark wie am Anfang der 90 er Jahre. Vielleicht schämt man sich auch für die unterschiedliche Erinnerungskultur. In den Diensten der deutschen Einsatztruppen standen ja nicht wenige Litauer:

 

Mehr zu den Rainiai Massakern.

Noch mehr !

 

 

 

 

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Paneriai

 

Ohne Navi hätte ich die Gedenkstätte nie gefunden. Ponary, wie der Ortsteil von Vilnius auf Polnisch heisst, liegt im Wald versteckt und ist durch die Eisenbahnschienen und eine Paneriai Strasse in Vilnius (die verwirrt) nicht so einfach erreichbar.

 Links von der Firma "Stonelita" liegt die Gedenkstätte   Auf der Geländekarte sieht man das rote Dach des Museums

 

Sie liegt am Ende einer Sackgasse, mitten im Wald an einer Bahnlinie, also ideal für die Pläne der Nazis. 

In Paneriai wurden zwischen 1941 und 1944 an die 100.000 Juden, Polen und russische Kriegsgefangene von den Deutschen und ihren litauischen Helfern ermordet und verscharrt. Die Sowjets hatten vor dem deutschen Einmarsch hier Gruben ausgehoben, um Öltanks zu installieren. Trotz der Lage mitten im Wald, gab es Zeugen, die ziemlich gut mitbekamen , was hier im Wald geschah.

Christina Eckert beschreibt (im Buch "Holocaust in Litauen" den Ort Paneriai bei Vilnius, bei dem der größte Teil der litauischen Juden in noch von den Sowjets ausgehobenen Gruben ermordet wurden (waren für Öltanks gedacht). Bis zu 70.000 Juden, 20.000 Polen sowie Russen und Roma wurden getötet. Davon "viele, wenn nicht die überwältigende Mehrheit der jüdischen Opfer in Litauen unter Beihilfe oder direkt von Litauern".

Die Besatzungsmacht versuchte die Morde geheim zu halten, konnten aber Beobachtungen, z.B. durch die Paneriai Nachbarn nicht verhindern. Der polnische Augenzeuge Kazimierz Sakowicz hat über die Morde ein Tagebuch geführt. Darin heißt es etwa im Juli 1941, dass nur eine Frau ermordet wurde (anfänglich wurden vorwiegend jüdische Männer ermordet. Diese "Hemmschwelle" fiel aber sehr schnell.

"Für die tödliche Schnelligkeit und Effizienz, mit der die Juden in Paneriai ermordet wurden, waren die Arbeitsteilung der Täter und eine strikte Organisation die entscheidenden Voraussetzungen. Die Opfer wurden zuerst im Lukiskes-Gefängnis gesammelt und dann von dort zu Fuß, mit Lastwagen oder mit der Eisenbahn nach Paneriai gebracht. Die 4.861 Quadratmeter große Erschießungsstätte war abgesperrt, das Gelände vermint, zudem waren 100 litauische Schützen um das Waldstück postiert".

Sakowicz schrieb in sein Tagebuch, dass am 19. August in Paneriai auch Frauen und viele Jugendliche ermordet wurden. Eckert hält die Opferzahlen von Karl Jäger sogar für zu niedrig angesetzt, die Zahl der ermordeten Juden in Paneriai hätte viel höher gelegen.

 

Die Kleidung der Ermordeten wurde der weiteren Verwertung zugeführt (blutige Kleidung war auf polnischen Märkten billig zu kaufen). Das führte zu Gerüchten, die auch ins Ghetto drangen.

Trotzdem glaubten noch viele Juden an Umsiedelungen.

(siehe Christine Eckert: Die Mordstätten von Paneriai (Ponary) bei Vilnius).

 

1989 wurde ein Denkmal für die ermordeten Juden errichtet (gespendet von Sh. Epstein, früher ein Einwohner von Vilnius, heute Israel). Davor gab es keine Nennung der Ermordeten. Alle waren friedliche Sowjetbürger.

In den 1990er Jahren wollten die Juden die Gedenksteine umbenennen. Bisher stand auf dem Denkmal, das die Juden von den Faschisten ermordet wurden. Der gewünschte Zusatz: "...und ihren lokalen Helfern" fand bei den Vilniuser Behörden keine Freunde. Man einigte sich dann darauf, den Text in jiddisch und hebräisch zu ändern, die litauische Inschrift so zu belassen. (Gitelmann "Bitter Legacy)

 

Im Juni 2016 wurde auf dem Paneriai Gelände ein Fluchttunnel gefunden, den im Frühjahr 1944 etwa 36 Juden gruben, die in Paneriai die Spuren des Holocaust beseitigen sollten (die sogenannten Leichenbrenner). Sie flüchteten durch den Tunnel und die elf Überlebenden schlossen sich den Partisanen an. Ein ähnliches Ereignis gab es im 9. Fort in Kaunas. Hier flüchteten sich die Juden ins Getto nach Kaunas oder versuchten die Partisanen zu erreichen. Interessanterweise überlebten nur einige der Getto Flüchtlinge (siehe Alex Faitelson). Danke für die Info an Dr. Ekatherina Makhotina.

http://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article156685470/Mit-der-Hand-gruben-die-Juden-ihren-Fluchttunnel.html

 

Paneriu Memorialas Gedenkstätte Paneriai

Paneriai

 

Weg zur Gedenkstätte  Museum Paneriai

Weg zur Gedenkstätte                                         Museum

 

Paneriai Denkmal  Paneriai Denkmal

 Orte der Massaker sind markiert               Mahnmal für die ermordeten Juden        

Paneriai Denkmal  Paneriai Denkmal

 

Erinnerung an die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen

Erinnerung an die ermordeten sowjetischen Kriegsgefangenen

 

Paneriai  Paneriai Denkmal

Denkmal für die ermordeten Polen

 

Paneriai Denkmal

 

Paneriai Denkmal 

Für jede Opfergruppe gibt es ein eigenes Denkmal. Für die größte Gruppe, ca. 70.000 Juden wurden gerötet, gibt es mehrere. Laut Wikipedia ist das polnische Denkmal nicht ausgeschildert, eine etwas seltsame Behauptung, da es klar den polnischen Opfern gedenkt. Das sowjetische Denkmal spricht (statt von Juden) noch von sowjetischen Bürgern.

 

Denkmal für ermordete Litauer Paneriai

Denkmal für die ermordeten LTDF Soldaten

 

Außerdem gibt es eine Erinnerung an die im Mai 1944 getöteten Litauer der "Lithuanian Territorial Defense Forces" (Lietuvos vietine rinktine), also der "Litauischen Heimatarmee". Diese in der Spätzeit der deutschen Besatzung gegründete "Heimatarmee" unter General Povilas Plechavicius sollte die anmarschierende Rote Armee abhalten, litauisches Territorium zu betreten. Weil die Front aber noch entfernt war, half die LDTF den Deutschen, Litauen zu befrieden (in Kämpfen mit den sowjetischen Partisanen und der Polnischen Heimatarmee AK). Als der deutsche Druck zunahm, die LTDF auch an der Front außerhalb Territoriallitauens einzusetzen und die Litauer einen Eid auf Hitler ableisten sollten, befahl General Plechavicius den Soldaten die Kämpfe gegen die AK (Polnische Heimatarmee) einzustellen und den Dienst zu verweigern. Die Litauer sollten ihre Waffen nehmen und sich in die Wälder zurückziehen. Zu den daraufhin folgenden deutschen Repressalien gehörte die Gefangennahme des Stabs von General Plechavicius mit Deportation ins lettische Salaspils. Soldaten des LTDF wurden ins Konzentrationslager Stutthof und nach Oldenburg verschleppt. Viele Soldaten wurden von den Nazis erschossen, teilweise öffentlich. In Paneriai, wo 1941 die Vilniuser Juden ermordet wurden, mussten 86 Soldaten der LTDF sterben.

Die räumliche Nähe eines Denkmals für die mit den Deutschen kooperierenden Litauer (1944 war der mit litauischer Hilfe begangene Massenmord an der jüdischen Bevölkerung längst abgeschlossen) mutet makaber an.

 

Neben den Denkmälern gibt es ein kleines Museum (hatte zu) und mehrere im Wald verteilte Gruben, in denen die Massaker verübt wurden. Am Museum ist eine Übersichtskarte angebracht.

 

Die ungefähr 80 Leichenbrenner in Paneriai (im Neunten Fort in Kaunas waren auch jüdische und russische Gefangene für die Beseitigung der Jahre vorher Ermordeten eingesetzt. Ein Befehl Himmlers um die Spuren des Holocaust zu vertuschen, weil sich der Endsieg nicht einstellen wollte(Sonderbefehl 1005). Die Leichenreste mussten ausgegraben werden, wurden verbrannt und die Knochen anschliessend in Knochenmühlen gemahlen(Faitelson)) buddelten einen 30 Meter langen Gang und einige konnten sich durch ihn retten. Leider schafften es nicht alle Gefangenen zu entkommen, da die ersten Geflüchteten laut Augenzeugen durch Minen getötet wurden und einige Leichenbrenner lieber in den Gruben blieb. Nur wenige erreichten die Linien der Partisanen.

Danke für die Information an Zigmas Vitkus (Chef der Paneriai Gedenkstätte)

 

BMW in Paneriai

Liegt sehr einsam: Paneriai

 

Paneriai Gedenkstätte

Agrastu Gatve 17

02243 Paneriai

 

Paneriai liegt etwa 10 km süd-westlich von Vilnius. Es gibt auch eine Paneriai Strasse nahe (auch südlich) von Vilnius.

 

Website der Gedenkstätte Ponary

 

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Restaurant Wassermühle Belmontas Vilnius

 

belonts wasermühle vilnius

 

Die Belmontas Wassermühle ist einer der schönsten Orte in Vilnius. Etwa 5 km von der Vilniuser Altstadt entfernt, liegt die ehemalige französische Wassermühle am Flüsschen Vilnele und bietet mit seinem Außencafe / Restaurant eine ideale Entspannung nach einer Besichtigung in Vilnius.

Auch Kinder kommen wegen den Fontäne und dem Spielplatz nicht zu kurz.

zufahrt belmontas vilnius litauen

Belmonto Gatve. Hier ist die Zufahrt zur Wassermühle.

Bei jedem Besuch in dieser schön renovierten französischen Wassermühle freue ich mich. Nicht "nur" wegen der wunderschönen Lage, sondern auch über das leckere Essen und das Ambiente direkt am Flüsschen Vilnele.

eingangsbereich belmontas vilnius litauen

Parkplatz, Eingangsbereich. Rechts befindet sich auch ein Kletterpark.

 

belmontas vilnius litauen

Wie so oft in Litauen: eine Ansammlung von Antiquitäten.

 

impressione belmontas wassermühle vilnius litauen

Links sieht man das Joana Carinova's Gasthaus.

 

belmontas vilnius litauen

Belmonto Vilnius

 

Wassermühle Restaurant Belmontas Vilnius

Belmonto Mühle und die Fontänen

 

wassermühle belmontas vilnius springbrunnen

Fontänen und Ablauf in die Vilnele

 

Ehemalige Staustufe Bekmontas Vilnius

 

belmontas ablauf mühle vilnius

 Die Vilnele (auch Vilnia) fließt auf ihrem Weg in die Neris auch am Vilniuser Stadtteil Uzupis vorbei

vilnius belmontas mühle fontäne

Ein Spaß für Kinder

 

wassermühle belmontas vilnius litauen

Blick auf die Mühle

 

ablauf der mühle in die vilnele  vilnius

 Ablauf

ablauf der wassermühle belmontas

 Das Belmontas hat eines der größten Mühlräder Litauens

mühlrad belmotas vilnius

 Mühle

wassermühle restaurant belmontas aussen

Außenbereich Cafe und Restaurant mit sehr guter Küche. Über einem großen Grill werden die Speisen frisch zubereitet.

Litauische Küche mit internationalen Anleihen. Wir waren alle begeistert.

Achtung: keine Kartenzahlung!

wassermühle belmontas vilnele vilnius litauen

Die Vilnele

 

restaurant belmontas wilna litauen

Es ist schön hier und immer viel los.

details belmontas vilnius

Die Details stimmen

 

Zugegeben sehr viele Fotos. Aber die beste Art sich ein "Bild" zu machen.

 Hier ein kleines Video

 

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 Hier finden Sie die Webpräsenz von Belmontas.

 

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Ventes Ragas

 

Ventes Ragas

Blick vom Leuchtturm in Ventes Ragas über das Kurische Haff nach Nida.
 

 

Wohl der schönste Ort in der Umgebung von Šilute liegt an der Küste vom Kurischen Haff im Nemunas Delta und heißt Ventes Ragas.

Leuchtturm Windenburger Ecke Vente Litauen

Blick vom Leuchtturm in Ventes Ragas 

 

Ventes Ragas Leuchtturm

Ausblick vom Leuchtturm auf das Kurische Haff.    Ungefähr in Bildmitte lässt sich Nida erahnen.

 

Malerisch am Süßwasser des Haffes gelegen, gibt es hier einen 11 Meter hohen Leuchturm aus dem Jahre 1863, der aber nicht mehr in Betrieb ist.

Blick von der Leuchtturmspitze Vente

 

Man kann ihn besichtigen und von oben die Aussicht aufs Haff geniessen. In der Ferne (11 km) kann man die Silouette der Kurischen Nehrung sehen. Ventes Ragas hieß früher "Windenburger Ecke" und ist bekannt wegen seiner Vogelberingungs- und Beobachtungsstation aus dem Jahre 1929. Riesige Netze bestimmen, neben dem Backsteinbau des Leuchtturms, das Bild.

 

Ventes ragas Litauen Leuchtturm

Innenansicht vom Leuchtturm

 

 Vogelnetze Ventes Ragas

Während unserer Besuche, meist im Sommer oder im Winter, haben wir keine besondere Vogelaktivität feststellen können.

 

 Vogelnetze Ventes Ragas

Aber die Vogelschwärme (bis zu 300.000, jedes Jahr sollen 60- 80.000 beringt werden, 200 verschiedene Arten) sollen ja im Herbst durchziehen.

 

Vogelnetze im Winter

Vogelnetze im Winter in Vente

 


Größere Kartenansicht

Sie können die Satellitenaufnahme verändern und Nida sehen

 

Ein Landungssteg führt Richtung Nida ins Haff. Auf der Google Aufnahme kann man sogar die Vogelnetze erkennen.

 Leuchtturm Vente

Blick aufs Haff und in der Ferne ist die Kurische Nehrung 

 

Besonders schön ist Ventes Ragas im Winter, die ja in Litauen noch kälter sind als bei uns. So ist das Haff regelmässig zugefroren und man kann zu Fuß übers Eis bis nach Nida laufen.

 motorrad schlepper ventes ragas litauen

Umgebaute Izh um die Eisangler zu befördern

 

Eisangler in Ventes Ragas

Auf dem Weg zum Eisloch....Kurisches Haff Eisangler im Winter

 

Litauen Ventes ragas 

Blick auf das Haff Richtung Nida.

 

Wenn man sich denn traut. Zum Eisangeln treffen sich Litauens Angler in Vente, um mit allerlei abenteuerlichen Gefährten aufs Eis raus zu fahren.  Vielleicht denkt man ja bei einem Besuch an die Deutschen , die etwas weiter südlich (von Königberg) übers "Frische Haff" vor der Roten Armee zu fliehen versuchten. Damals sind viele gestorben.  (Die Geografie mit Haff und Nehrung ähneln sich!).

 

Blick vom Steg zur Windenburger Ecke

Blick auf Vogelwarte und Leuchtturm

 

Wind und Welle können hier im Nemunas Delta, wo die Memel auf das Haff trifft, ganz schön heftig werden. Vor Jahren kamen wir in ein Unwetter und ich sah mein letztes Stündchen gekommen. (Kein Scherz !). Der alte Kahn ächzte vor sich hin und der Kapitän hatte Erbarmen und kehrte um.

Blick von Ventes Steg auf das Haff

Der Steg führt ins Haff, im Hintergrund (hinter den drei hübschen Damen) ist die Kurische Nehrung

 

Ventes Ragas Landungssteg

Hier ist der Wellenbrecher schon renoviert.

 

Um 1360 stand an der Stelle des heutigen Leuchtturms eine Burg der Kreuzritter, mit der sie das Memeldelta vor den einfallenden Litauern schützten. Durch die Zeit, Sturm und Waserflut ist von der Burg schon lange nichts mehr zu sehen.

 

Auf ungefähr der halben Strecke von Vente nach Nida gibt es eine Untiefe im Haff (Wassertiefe ca. 1,80 Meter), in der so mancher die alte Prußenburg vermutet. Die Windeburger Ecke könnte damals weiter ins Haff hineingereicht haben. (Vente Windenburg).
 
Nicht weit von Ventes Ragas gibt es in Kintai das Vydunas Museum und ein Geschäft für Kunst.
 
Vydunas Museum Kintai
Vydunas Museum
 
 
 
 
Weitere Infos beim TIC (Tourist Information Center)
 
ŠILUTĖ TOURISMUS INFORMATIONSZENTRUM

Lietuvininkų Str. 4, LT-99179 Šilutė
Tel.: +370 - 441 77785
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 
Geöffnet:
Mo – Do: 8.00-17.00 Uhr.
Fri: 8.00-15.45 Uhr.
Sa – So: Geschlossen.
Mittagspause: 12.00-12.45 Uhr.
 
Fotos: Wikipedia und Privat
 

Orvidas Sodyba

 

 

Mystischer Garten

Der Orvidas Sodyba, also Garten von Kazys Orvidas, liegt 5 km vom Ort Salantai entfernt, an der Strasse 169 von Salantai nach Plunge.

Der auch als Absurditätenmuseum bekannte Garten von Orvidas liegt im Zemaitija Nationalpark. Wenige Kilometer entfernt ist die ehemalige russische Raketenabschussbasis Plokstine, der glasklare Plateliai See und das Herrenhaus vom Grafen Tyszkiewicz in Kretinga mit seinem wunderschönen und in Litauen einzigartigen Wintergarten. Also eine perfekte Tagestour!

Tatsächlich war der Ort einmal ein typischer abgelegener litauischer Hof, weitab von jeder Stadt. Irgendwann in den 1960 Jahren fing der Besitzer des Gehöfts, der Steinmetz Kazys Orvidas, Grabsteine von Friedhöfen aus der Umgebung zu sammeln. Die russische Besatzungsmacht hatte christliche Zeichen auf den Friedhöfen verboten: die Grabsteine mussten abgebaut werden.

 

Immer mehr Steine wurden auf den Hof von Orvydas gebracht,. Nach vielen Repressionen durch die Besatzungsmacht besserte sich die Lage nach einem Besuch von Gorbatschow 1980. Nun wuchsen die ausgestellten Steinmetzarbeiten dermassen an, das bis heute ein mystischer Figurengarten entstanden ist. Herkömmliche (heute moderne) Grabsteine wird man aber kaum finden. Eigentlich ist der Garten ein Labyrinth von mystischen Bildhauerarbeiten aus einer anderen Welt. Teiche, Brücken, alte Holzhäuser und Geheimwege bilden zusammen mit hunderten Skulpturen und Monumenten ein einmaliges Erlebnis.

 

Eigentlich wieder ein Beispiel für die extrovertierten litauischen Künstler.

Da der Platz auf dieser Website begrenzt ist, sind alle Bilder verkleinert gespeichert. Alle Fotos können Sie auch auf Youtube als Video sehen. Der Link zum Video steht ganz unten. Übrigens passend unterlegt mit der Musik von M.K. Ciurlionis, "Miska"(Wald).

Russischer Panzer Oervidas Litauen  Panzer Salantai

Am Eingang des Absurditätengartens, oder wie ich finde, des "Mystischen Gartens": ein russischer IS 2 Panzer der in sowjetischer Zeit in Salantai stand.

Der Eintritt in den Garten kostet 8 bzw. 4 Litas (Erwachsene/Kinder).

Die Öffnungszeiten sind täglich 10:00-19:00

Montags geschlossen

Hinweis: auf dem PC auf die Bilder klicken und mit den Pfeilen  durchsehen

Auf dem IPad  gibt es keine Pfeile. Da einfach auf die  Bilder  drücken.

 

 

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Öffnungszeiten (ohne Gewähr)

Mittwoch bis Sonntags 10-19 Uhr

 

ab Juni

Dienstag bis Sonntag 10-19 Uhr

Adressse: Gargždelė, LT-97318, Imbarės seniūnija, Kretingos raj.
Nicht weit von Salantai nach Gagzdele

Mob. tel. 8 613 28 624, 8 688 16 207

 

Die Webseite von Orvidu sodyba lautet Orvidusodyba.lt . Bitte erfragen Sie vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten!

 

 

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Rusne 

 

Panorama Rusne

Brücke zur Insel

Rusne ist ein kleines Örtchen auf einer Insel im Memeldelta.

Aus den Zeiten des Deutschen Ordens sind zwei Orte von Bedeutung hervorgetreten, an denen Befestigungsanlagen und Kirchen standen.
Nachdem die Burg an der  Windenburger Ecke (Ventes Ragas) von den Fluten des Haffs weggespült wurde (und vielleicht heute eine der dortigen Untiefen ist), blieb die Befestigungsanlage im Memel Delta (bei Rusne)über und entwickelte sich wegen seiner exponierten Lage (im Flusssystem von Atmath, Pokallna und Skirvieth) ständig weiter.


Vom alten Marktplatz in Šilute geht's über das Flüsschen Šyša Richtung Krankenhaus nach Rusne (das Krankenhaus ist immer noch im gleichen Gebäude wie in den 1930'er Jahren).

Evangelische Kirche Rusne

 Die evangelische Kirche wurde 1994 wieder eingeweiht

Neben der 1809 gebauten evangelischen Kirche (die älteste Kirche im Memelland), dem alten Friedhof mit deutschen Grabinschriften (dort liegt auch ein Namensvetter vom Autor), ein paar Häuser die an die deutsche Vergangenheit erinnern, besticht Rusne vor allem durch seine unberührten Natur.


Wer sich für Ahnenforschung interessiert, kann unter http://www.online-ofb.de/russ/ die Namen der damals hier lebenden Menschen finden.

Petersbrücke Rusne

Die Insel erhebt sich nur einen Meter über den Fluss

Neben der Petersbrücke gab es eine schöne Synagoge im neugotisch-orientalischen Stil. Leider ist sie 1939 von den Nationalsozialisten zerstört worden und nichts erinnert mehr an sie.

Interessant ist, dass die Synagoge in Rusne 1857, die in Silute erst sechs Jahre später gebaut wurde. Rusne gehörte im 19. Jahrhundert zu den größten jüdischen Siedlungen der Region.

Durch die litauisch/ polnischen Probleme (Vilnius Status) wurde die Flößerei auf der Memel nach dem ersten Weltkrieg eingestellt. Die Bevölkerungszahl verringerte sich stark, da in der Zwischenzeit die Bedeutung von Heydekrug (Silute) erheblich zugenommen hatte.

Memel Nemunas Delta Rusne Litauen

Rusne Memel Delta mit Petersbrücke

Durch seine Lage als Insel mitten im Nemunas Delta und nur etwa 1 Meter höher als der Flussspiegel hatte Rusne immer mit Hochwasser zu kämpfen.

Dampfpumpe Rusne

Wasserpumpe gegen eindringendes Hochwasser

Eine alte dampfgetriebene Wasserpumpe, die über die Dämme eindringendes Wasser abpumpen sollte, erinnert an frühere Versuche der Flutbekämpfung.

Transport bei Hochwasser

Zufahrt nach Rusne bei Hochwasser.

Besonders abenteuerlich sind die Fahrten nach Rusne bei Überschwemmung der Zufahrtswege.

Dann werden die Menschen auf einem Anhänger an einem Traktor zur Insel transportiert. Die Fahrbahn ist mit Stangen (wie bei uns bei Schnee) gekennzeichnet. Heute gibt es auch einen alten umgebauten Militärbus für die Überfahrt.

Angler in Rusne

Angler aus ganz Litauen kommen nach Rusne

Rusne ist sehr beliebt bei litauischen Anglern. Überall findet sich ein einsames Plätzchen. Man kann auch von Silute aus ein Boot mieten und aufs Haff hinaus fahren (siehe hier) oder zur Kurischen Nehrung übersetzen.

 

Wenn man am Flüsschen Russ spazieren geht, kann man auf der anderen Fluss-Seite den Kaliningrader Oblast sehen, also heutiges russisches Gebiet. Früher nannte man die Gegend dort Elchniederung.

evangelische sPfarrhaus

Evangelisches Pfarrhaus
 
Wer sich für die Geschichte von Rusne interessiert, kann sich die gewaltigen Unterschiede zwischen der Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts und heute bei "Geschichte von Rusne"  durchlesen.

Infos über Rusne und Reservierung von Booten über das TIC Silute

Rusne zwischen Tradition und Moderne

Neue Rennboote in Rusne

 

Bilder: Wikipedia und Daiva Zoll

 

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Panevezys

 

Panevezys ist eine Industriestadt mit 112.000 Einwohnern im Norden von Litauen an der Via Baltica, also dem Verbindungsweg Kaunas-Riga (oder besser Warschau-Tallinn). Die Via Baltica umfährt auf einer Umgebungsstrasse die Stadt. Wählt man die Route durch das Zentrum, kommt man an zwei sehenswerten Mühlen und dem Stadtzentrum vorbei.

Da im ersten Weltkrieg alle (Holz)- Häuser der Stadt abbrannten, überwiegt heute die Architektur der Nachkriegsjahre, also der Sowjetzeit. Panevezys hat deshalb keine richtige Altstadt (mehr). Trotzdem sind überall im Zentrum interessante alte Häuser verstreut. Wenn man die Stadt kennen lernen möchte, muss man etwas Zeit investieren. Man wird mit interessanter Architektur (Geschichte) und viel Kunst belohnt.

Eine Bildergallerie mit Eindrücken aus Panevezys mit den Kirchen und der Kunst um den See steht ganz unter auf dieser Seite!

 

Panevezys Wisente   Herrenhaus Bistrampolis Panevezys Litauen   Russische Kampfjets

      Wisente                          Herrenhaus Bistrampolis         Russische Kampfjets

 

Bison Ranch Litauen

      Bison Ranch

 

Panevezys Zentrum

Das Zentrum von Panevezys der Freiheitsplatz - Laisves Aikšte

 

Restaurant

Unsere Restaurantempfehlung Galerija XX im Zentrum

 

Eigentlich ist Panevezys (die fünftgrößte litauische Stadt) touristisch vernachlässigbar, wenn da nicht einige Highlights wären. Von Panevezys aus geht die litauische Schmalspurbahn (Narrow Gauge Railway 750mm) nach Anyksciai. Leider wurden die Fahrten eingestellt. Die Schmalspurbahn fährt nur noch von Anyksciai nach Rubikiai (bitte vorher reservieren). 

 

 aviapark flugplatz panevezys litauen

Etwas 6 km von Panevezys Richtung Riga (und Birzai) kommt man am Flugplatz Aviapark vorbei. Dort ist auch ein Hotel und eine schöne Freilichtausstellung von russischen Militärflugzeugen und Hubschrauber. Leider alle ohne Motor.

Ein kurzer Stopp lohnt sich.

aviapark flugplatz panevezys litauen  Panevezys Staurohr MIG 21  Panevezys Aviapark

Kampfjet  MIG 21                         Staurohr                         Seitenansicht 

 

  Leider sind alle Kampfjets ausgweidet - die Motoren fehlen

aviapark flugplatz panevezys litauen   Panevezys  MIG 23   SU 15 Panevezys Litauen

 Bilder des kalten Krieges  MIG-23                                            SU 15

 

 

 

aviapark flugplatz panevezys litauen   aviapark flugplatz panevezys litauen   Russischer Kampfjet

  

aviapark flugplatz panevezys litauen

Hubschrauber MI 8

 

Besonders interessant an Panevezys ist seine Wisent Zuchtstation. 

 

Zwischen den Orten Krekenava und Ramygala mitten im Wald gelegen, kann man hier die Bisons in mehreren Gehegen beobachten. Eine ähnliche Station gibt es in Bialystok in Polen an der Weißrussischen Grenze. Dort laufen die Tiere allerdings völlig frei im Grenzgebiet herum. Und weil sie frei rumlaufen dürfen, haben wir bei unserem Besuch auch nur ihre Hinterlassenschaften gesehen.

 

Wir empfehlen folgende Route:

Von Panevezys nimmt man die Straße 195 nach Krekenava. Dort biegt man rechts von der 195 in die Stadt ab.

 katholische Kirche Krekenava Litauen

Katholische Kirche Krekenava

 

Die katholische Kirche in Krekenava ist recht sehenswert. Fährt man an der Kirche vorbei (ein gutes Stück parallel zur Landstrasse 195 ins Niemandsland) kommt man zum Informationszentrum des Regionalparks Krekenava.

 Eingang Infozentrum Krekenava Litauen

Informationszentrum Krekenava, Dobrovolės k., Krekenavos sen., LT-38301 Panevėžio r., tel. (00370-45) 59 3648

Eine tolle, sehr moderne Ausstellung über die Tiere des Regionalparks und der Wisente (Bison bonasus) in der benachbarten Wisent Zuchtstation. Das TIC (Tourist Information Center) in Panevezys hatte uns auf dieses Informationszentrum hingewiesen. Sonst hätten wir es nie gefunden (keinerlei Beschilderung).

Infozentrum Krekenava Litauen

Besonders für Kinder sehr geeignet!

Infozentrum Krekenava Litauen

Modern und bestimmt nicht billig

 

Kerkenava Turm

Mittlerweile gibt es sie überall: die Aussichtstürme

 

In Krekenava kreuzen wir dann die Landstrasse 195 und fahren Richtung Ramygala. Nach einiger Fahrt durch den Wald, führt uns ein Schild nach links in den Wald zum Wisentpark.

Eingang Wisentstation Krekenava Litauen

Eingang der Wisent Zuchtstation

Petriškių k., Krekenavos pšt., 38305 Panevėžio r.
Tel. +37045593339 

Wisentherde Panevezys Regionalpark Litauen

Die Herde lebt in umzäunten Arealen

 

Geöffnet von 09:00 bis 16:00, am Wochenende von 10:00 bis 18:00 Uhr. Eintritt 4 Litas. (Mittagspause 13:00 bis 14:00 Uhr).

Hier ist die litauische Wisent Zuchtstation untergebracht, die sich zum Ziel gesetzt hat, die riesigen Tiere in Litauen wieder heimisch werden zu lassen.

Wisente Panevezys Regionalpark Litauen

Einige Hundert Wisente laufen auch in freier Wildbahn herum.

Übrigens gab es auch bei uns in Sachsen und Ostpreußen Wisente bis ins 18. Jahrhundert. Vor einigen Jahren wurden 4 Wisente im umzäunten Eleonorenwald ausgesetzt.

 

Zum Ende des I. Weltkriegs erschossen die sich zurückziehenden deutschen Truppen über 600 Wisente, obwohl die Armee von Wissenschaftlern auf die Gefahr des Aussterbens  der europäischen Bisons hingewiesen wurde.

In Bialystok hat sich die Population so weit erholt, dass etwa 30-40 Tiere pro Jahr zur Jagd freigegeben werden müssen, um den Wald nicht zu stark zu schädigen. Leider können die Tiere wegen der weißrussischen Gernzbefestigungen nicht nach Osten wandern und so den Genpool auffrischen.

Von den heute etwa 4200 Wisenten leben ungefähr 2700 auf freier Wildbahn.

Etwa 50 Wisente sollen in der Umgebung von der  Pasiliai Wisentstation auf freier Wildbahn unterwegs sein. Die Tiere sind sehr scheu, deshalb gibt es keine genauen Zahlen.

Kuh Wisentstation Panevezys Regionalpark Litauen

Kuh

 

Bulle Wisentstation Panevezys Regionalpark Litauen

Männliche Wisente können bis zu 1,88 m hoch werden

 

Wisentstation Panevezys Regionalpark Litauen

Die Schutzzentren sind die eisernen Reserven für die Wisentzucht, da die freie Population nicht gesichert ist

 

Auch in Deutschland werden Wisente wieder ausgewildert.


Eine Herde von acht Tieren wird im April 2013 in die Freiheit entlassen. Es wird damit gerechnet, dass die Wisente ein Gebiet von 2 bis 3.000 Hektar durchstreifen.
Wie üblich, gab es eine breite Diskussion und viele Proteste gegen die Auswilderung.

http://www.wisent-welt.de/

 

Vom Bisonzentrum geht die Fahrt dann weiter nach Ramygala, wo wir auf die A8 (Autostrasse, keine Autobahn) Richtung Panevezys abbiegen. Nach ca. 9 km kommen wir am sehr schönen Herrenhaus Bistrampolis vorbei, dessen Besuch sich lohnt.

bistrampolis panevezys litauen wirtschaftsgebäude

Bistrampolis

Bistrampolio Dvaras
Kučių kaimas LT-38240 Panevėžio r. 
 
Tel. + 370 699 99085
Litauen
 
bistrampolis herrenhaus panevezys litauen
 
Gutshaus Bistrampolis 
 
Das Landgut stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wobei das Land selber seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Familie Bistrami war. Der Nobelpreisträger Henrikas Senkevicius (Sienkiewicz) war ein Familienmitglied und polnischer Dichter. Deshalb ist Bistrampolis, wie das Landgut seit fast 200 Jahren genannt wird, wichtig für die polnische Kultur und wird oft von polnischen Touristen besucht.

bistrampolis panevezys litauen wirtschaftsgebäude

1940 wurde es dann "Nationalisiert". Nach mehreren Besitzerwechseln wurde es seit 2007 mit Hilfe von EU Geldern restauriert und erstrahlt in altem Glanz.

Heute beherbergt es ein Hotel mit Restaurant und Konzertsaal.

bistrampolis panevezys litauen wirtschaftsgebäude

Wirtschaftsgebäude Bistrampolis

 

Panevezys hat auch einen Anschluss an das Schmalspureisenbahn (siehe dazu Schmalspurbahn in Anyksciai)

bahnhof Panevezys

Am Bahnhof ist leider (im Gegensatz zu Anysksciai) nichts besonderes zu sehen.

Panevezys Zuege

Güterwagen

Mahntafel Panevezys Deportierte nach Sibirien

Die obligatorische Mahntafel an die Deportierten der ersten und zweiten sowjetischen Besatzung

"Lass die Verbannten wieder in

das Heimatland zurückkehren,

da, wo das Blut der Ahnen fließt,

wo das Baltische Meer ruft"

Der Dichter Bernardas Bradzionis kam aus Pasvalys und hat das Gymnasium in Birzai besucht.

(Fotos vom Bahnhof Vaida Mekaite, frei übersetzt von J. Kuck und A. Bosmann)

 

 

Die Abfahrtpläne der Schmalspurbahn finden Sie unter Anyksciai!

 

Panevezys Tourist Information Center

Laisvės a. 11, LT-35200 Panevėžys

Tel.: + 370 45 508080, +370 45 508081

E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Klaipeda

 

LNG Gasterminal Klaipeda

 Regasifizierungsterminal

 

 

Von Giedrius Smaizys, geboren in Klaipeda

 

Klaipeda ist die Stadt, in der ich geboren wurde und mehr als 20 Jahre meines Lebens verbrachte.

Sollte ich in ein paar Worten die Stadt beschreiben, wäre es das Meer, der Hafen, die Schiffe und die Natur.
Klaipeda ist nicht die größte Stadt Litauens, aber sehr charmant, viel ruhiger als Vilnius, trotzdem spielt sie eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft des Landes. Für den Zugang zum Meer war dieses Gebiet schon immer attraktiv für die anderen großen Länder, deshalb gab es in der Geschichte zahlreiche Schlachten und Kriege.
Während der sowjetischen Jahre war die Geschichtswissenschaft ganz „spezifisch“, deswegen wurde die Information über die deutschen Wurzeln der Stadt nicht betont. Seit der Unabhängigkeit Litauens bekamen wir Zugang zur richtigen Geschichte über diese Region. Wir können noch heute in der Stadt die deutsche Architektur finden, aber die Zeit und die historischen Umstände gingen ihre eigenen (litauischen) Wege und so verbinden die aktuellen Bewohner Klaipeda selten mit der deutschen Kultur.

Wahrscheinlich aufgrund der Tatsache, dass nach dem II. Weltkrieg fast alle Bewohner die Stadt verließen.


Nach dem II. Weltkrieg wurde Klaipeda praktisch von Grund auf neu entwickelt. Wegen der wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt, die mit dem Hafen, Schiffbau und Fischfang verbunden ist, kamen viele Neubewohner aus Russland oder anderen sowjetischen Republiken. Alle Kulturen lebten miteinander und verliehen der Stadt einen eigenartigen Charme.
In den letzten Jahrzehnten veränderte sich Klaipeda sehr. Viele neue moderne Gebäude wurden gebaut, viele Investitionen flossen in die städtische Infrastruktur und den Hafen. Eine Reihe von Plätzen und historische Kulturdenkmäler wurden restauriert. Das macht die Stadt noch schöner und attraktiver für Touristen, deren Zahl ständig wächst. Heute kommt die Mehrheit der Touristen aus Deutschland.
Ich denke, es lohnt sich mindestens einen Tag in Klaipeda zu verbringen. Wenn Sie die Natur und das Meer lieben, besuchen Sie den Strand an der Kurischen Nehrung, das Meeresmuseum und Aquarium, gehen Sie nach Juodkrante und Nida. Unter anderem kann man an der Ostsee nach einem Sturm Bernstein sammeln, ein Symbol Litauens. In Palanga findet sich das große und schöne Bernsteinmuseum.
Wer sich für die Geschichte der Stadt interessiert, empfehle ich einen Stadtbummel zu machen und das Kleinlitauenmuseum zu besuchen.


Für mich ist es immer schön zurück nach Klaipeda zu kommen und ich hoffe Sie ein wenig neugierig auf diese meine Stadt machen zu können.
 

Über die Stadt Klaipeda


Fläche (Ort): 98,35 km2;
Koordinaten: 55o 42‘ N, 21o 8‘ O;
Einwohner (Ort): 176.311 (2011);
Bevölkerungsdichte: 1.792 Einwohner je km²;
Zusammensetzung der Bevölkerung: Litauer- 71,3%; Russen- 21,3%; Ukrainer- 2,4%; Weißrussen- 1,9%; Polen- 0,4%; Andere- 2,7%;

 

Karte Litauen Klaipeda

 

Karten: Wikipedia



Geographische Lage


Klaipeda, (deutsch: Memel) ist die älteste und drittgrößte Stadt Litauens. Klaipeda liegt im westlichen Litauen an der Flussmündung der Dange (litauisch: Dane), wo das Kurische Haff (litauisch: Kuršiu marios) in die Ostsee fließt, genau gegenüber dem nördlichen Ende der Halbinsel, die als Kurischen Nehrung (litauisch: Kuršiu nerija) bekannt ist.
Aufgrund seiner geographischen Lage, ist Klaipeda eine der größten regionalen ganzjährig eisfreien Hafenstädte. Das macht die Stadt zu einem wichtigen Transitpunkt im Baltikum. Eine Menge Bewohner sind in diesem Bereich beschäftigt.
Entfernungen bis zu anderen Städten: Polangen (litauisch: Palanga) 27 km, Nidden (litauisch: Nida) 51 km, Wilna (litauisch: Vilnius) 312 km, Kauen (litauisch: Kaunas) 218km, Königsberg 135km, Riga 309km, Tallinn 636km;

Klaipeda 1535 Litauen
 
Memel 1535  Quelle: Wikipedia


Kurze Geschichte


Anfang des 13. Jahrhunderts lebten in diesem Gebiet die Kuren, die eine der baltischen Stämme waren. Im Jahre 1252 unterwarf der Livländische Orden dieses Gebiet und an der Flussmündung der Dange errichtete sie eine Burg, die Memelburg genannt wurde (später Memel). Dieses Jahr gilt als das offizielle Gründungsdatum der Stadt. Memelburg war auch das Zentrum des Bistums Kurland.

1258. Memelburg erhält Lübisches Stadtrecht;
1328. Die Stadt wurde vom Livländischen Orden an den Deutschen Orden übergeben und Memel wurde Teil des preußischen Ordensstaates.
 

 

historisches Memel

Historische Zeichnung der Stadt Memel 1684 Quelle: Wikipedia


14.-15. Jh.  Im Jahre 1386 wurde eine Union zwischen dem Großfürstentum Litauen und dem Königreich Polen begründet. Diese Union war ein mächtiger Staat, der erfolgreich gegen die Ausbreitung der Ritterorden kämpfte. Es gab viele Kämpfe zwischen dem Orden und der Litauen-Polen Union, in denen Memel mehrmals geplündert und abgebrannt wurde (1379, 1409, 1456, 1459, 1464, 1520).

1422. Der Friedensvertrag von Melnosee zwischen der Litauen-Polen Union und dem Deutschen Orden definierte die Grenzziehung genauer und  Memel konnte sich ein wenig ruhiger  entwickeln.

Stadtplan Memel an Haus Klaipeda Litauen
 
Stadtplan an einer Häuserwand in der Altstadt   Quelle: Wikipedia


1525. Durch die Reform des Deutschen Ordens wurde die Stadt an das Herzogtum Preußen übergeben.

Von 1629 bis 1635 im Schwedisch-Polnischen Krieg und im Jahre 1678 im Schwedisch-Brandenburgischen Krieg wurde die Stadt von den Schweden kontrolliert.
Von 1756 bis 1762 im Siebenjährigen Krieg wurde Memel von Russland besetzt.
Im 17.-18. Jh. erstarkte die Stadt wirtschaftlich. Der Export von Lebensmitteln, Holz und der Schiffbau waren die wichtigsten ökonomischen Zweige. Im Jahre 1801 hatte die Stadt 27 lokal gebaute Segelschiffe.
 

Friedrich Wilhelm Strasse Klaipeda Memel


Die ehem. Friedrich-Wilhelm Strasse   Quelle: Wikipedia

 


Im 19 Jh.  Die Industrie kam in die Stadt. Ein Yorkshirer Kaufmann baute zwei Fabriken. Im Jahr 1873 wurde der Bau des Wilhelm Kanals abgeschlossen. Im Jahr 1900 wurde eine riesige Zellstofffabrik eröffnet. Die Eisenbahn (Schmalspurbahn) und eine Brücke über die Dane wurden gebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg.  Das Memelgebiet kam unter internationale Verwaltung, die durch den französischen Staat wahrgenommen wurde. Zu dieser Zeit hatte die Hälfte der Einwohner des Memelgebietes litauisch als Muttersprache. Litauen wollte dieses Gebiet an Litauen angliedern. Im Jahr 1923 marschierten 1500 litauische Soldaten in die Stadt ein. Die französische Garnison leistete keinen Widerstand. Am 17. Februar 1923 unterzeichneten die großen europäischen Länder in Paris  eine Konvention, die das Memelgebiet mit Litauen verband. Aber das Memelland hatte einen Sonderstatus und  garantierte  Autonomie für die deutsche Bevölkerung unter litauischer Verwaltung. Litauen benannte Memel in Klaipeda um.
Im Jahre 1939 stellte die nationalsozialistische deutsche Reichsregierung ein Ultimatum und Litauen gab die Stadt mit dem Memelland an Deutschland zurück. Näheres bei Wikipedia zur "Revolte von Klaipeda".

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt zur Hälfte zerstört.

 


 
Baptistenkapelle Memel 1850   Quelle: Wikipedia

Im Jahr 1944 (vor der herannahenden Roten Armee) veranlasste die Wehrmacht die Evakuierung der Zivilbevölkerung und sprengte alle strategischen Objekte. Als im Januar 1945 die Rote Armee in die Stadt kam, fand sie nur noch 28 Einwohner. So endete die 700 jährige deutsche Geschichte des Gebietes.


Nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Memelgebiet wurde in die Litauische Sowjetrepublik (LTSR) eingegliedert. In der Stadt wurden neben Litauern auch viele Angehörige anderer Nationalitäten der Sowjetunion angesiedelt, insbesondere Russen.


Sowjetzeit. In der Zeit der Sowjetunion waren der Hafen, der Schiffbau, die Fischerei und die Industrie die wichtigsten ökonomischen Bereiche der Stadt.
Kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Litauen 1990 unabhängig. Heute ist Klaipeda als das wissenschaftliche, kulturelle und industrielle Zentrum des westlichen Litauens bekannt und eines der wichtigsten touristischen Ziele.

 


Sehenswürdigkeiten 

 


Altstadt


Klaipeda ist die älteste Stadt Litauens, aber leider sind sehr wenige authentische historische Gebäude erhalten geblieben. Die Altstadt ist nicht groß, aber definitiv lohnt sich hier ein Spaziergang. Die Altstadt hat das aus dem 16. Jh. stammende, wenig veränderte regelmäßig rechteckige Straßennetz, das nicht typisch für die anderen Altstädte Litauens ist.
Mehrfach überstand sie heftige Brände. Ein besonders starker Brand war im Jahr 1854, wobei der größte Teil der Altstadt beschädigt wurde. Damals brannten drei Kirchen, fünf Schulen, 83 Speicher, die Mehrheit der Wohnhäuser, und die in den Häfen ankernden Schiffe.

2.784 Einwohner verloren ihr Zuhause. Allerdings erholte sich die Stadt und während der Zwischenkriegszeit hatte sie damals die europäischste und schönste Altstadt Europas.


Im II. Weltkriegs wurde die Altstadt stark zerstört. Während des Wiederaufbaues achtete die Sowjetische Regierung nicht auf den historischen und architektonischen Wert der Gebäude. Nun ist die Altstadt eine Mischung von Nachkriegs- und überlebten deutscharchitektonischen Häusern.

 

Theaterplatz und Ännchen von Tharau

Der zentrale Platz der Stadt, der sehr beliebt bei Touristen und Einwohnern ist. An Ständen und in Geschäften wird hier Bernstein angeboten. Hier finden das Klaipėda Jazzfestival, das Meeresfest und die andere Stadtfeste statt. Am Platz befindet sich ein Dramatheater, das Symbol der Stadt- eine Skulptur von „Ännchen von Tharau", und einige Fachwerkhäuser. Der Theaterplatz war bis ins 19. Jh.  ein Marktplatz.


 
(Quelle: Wikipedia)

 
 

 

 Marktplatz mit Ännchen von Tharau Brunnen

 

Hier gibt es ein Restaurant und ein recht großes Bernsteingeschäft.

Außerdem stehen hier die Bernsteinhändler. Wie man echten von nachgemachten Bernstein unterscheidet, steht in der Rubrik:"Litauische Kultur".

 

 


                 
In der Mitte des Theaterplatzes steht ein Brunnen mit der Skulptur von „Ännchen von Tharau“. Diese Skulptur zum Gedenken an den in Klaipėda geborenen Dichter und Schriftsteller Simon Dach wurde im Jahre 1912 vom deutschen Bildhauer A. Kühne errichtet. Simon Dach verliebte sich in Anna Neander (interessant ist ihre Geschichte) auf den ersten Blick und er verfasste das Gedicht „Ännchen von Tharau“, das auch als Lied bekannt ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand die Skulptur und wurde  im Jahre 1990 rekonstruiert.

 

Burghafen


Während der sowjetischen Zeit wurde dieses Gebiet für die Bürger geschlossen, weil es das Territorium einer Werft war. In den letzten Jahrzehnten wurde das Gebiet für die Erholung erschlossen. Neue Gebäude wie Hotels und Cafés wurden gebaut, hier befindet sich ein neues Kreuzfahrtschiffterminal. Dies macht das Gebiet zu einem beliebten Treffpunkt von Menschen und nicht nur während der Ferien.
 

Burghafen Klaipeda Litauen

 

Burghafen                                                                                                Burghafen

 

Burghafen Memel Klaipeda  Burghafen bei Nacht Klaipeda

Burghafen                                                                                                 Burghafen bei Nacht

Burghafen Klaipeda Litauuen Jachthafen  Kreuzfahrtschiffe bei Klaipeda

Burghafen                                                                                               Kreuzfahrtschiffterminal

 



 
Skulptur „der Kindheitstraum". Der Junge mit dem Hund begrüßt alle Stadtgäste.  

 


Die Bastion der alten Burg. Leider wurde die Burg  im 19. Jahrhundert abgerissen.

 


 
Burgmuseum 

 


Denkmal des Namens Litauen                                         

(am Kai der Dange)

 


 
Im Jahr 2009 wurde das 1000 jährige Jubiläum des Namens "Litauen"  gefeiert und am Kai der Dane wurde ein Denkmal aus Granit und Bronze errichtet.


„Der Bogen“

(am Kai der Dange)

 


 
Am Denkmal steht: „Wir sind ein Volk, ein Land, ein Litauen“ (AK: siehe auch Polnisches Problem  und Klaipeda- Memel kontrovers).  Das 150 Tonnen schwere Denkmal wurde zum 85-jährigen Jubiläum des Aktes von Tilsit gebaut, der am 30. November 1918 in Tilsit unterzeichnet wurde. In diesem Manifest (von 24 preußisch-litauischen Intellektuellen verfasst) wurde die Angliederung des Memelgebietes an Litauen gefordert.

Aber interessant ist, dass das dies nur eine Minderheitenmeinung war.  Ab 1924 - bei allen Wahlen zum Memelländischen Landtag gewannen die prodeutschen Parteien gegenüber den pro-litauischen Parteien, obwohl fast die Hälfte der Bevölkerung litauisch sprach. Der Grund dafür ist, dass das Gebiet eine 700 jährige deutsche Geschichte hatte und die preußischen „Litauer“ zu über 95 % evangelisch waren und sich mehr loyal mit Deutschland verbunden fühlten.


Denkmal „der Kater“

(Kalviu Str. und Pasiuntiniu Str. Kreuzung)

 


 
Die Skulptur wurde vom bekannten litauischen Bildhauer R.Midvikis geschaffen. Der vollständige Name der Skulptur ist „Der Kater mit dem Gesicht vom Gentleman".

Dieser Kater ist ein Symbol der Altstadt.


Segelschiff „Meridianas“

Ein weiteres Symbol der Stadt, das aus der sowjetischen Periode kam. Für eine lange Zeit war es ein beliebtes Restaurant, wird aber für diese Bestimmung wegen seines schlechten Zustandes nicht mehr verwendet.
Das Schiff wurde im Jahre 1948 in Finnland gebaut und ging nach dem Zweiten Weltkrieg als Kontribution in den Besitz der Seefahrtschule Klaipėdas über. Es wurde bis zum 1967 als Übungsschiff benutzt und liegt seit 1971 an der Dange.
  

Meridiana Klaipeda Litauen Memel  meridianas

Segelschiff Meridianas


Brücken

 
Weil der Fluss Dange die Stadt in zwei Teile teilt, sind die Brücken ein sehr wichtiger Teil der städtischen Infrastruktur. Jetzt gibt es 6 Brücken über die Dange. Die älteste und schönste ist die „Birzos“ Brücke (die Brücke der Börse).

 


„Birzos“ Brücke.

 

Brücken Memel Litauen  Brücken in Klaipeda Memel


  
Im Mittelalter war die „Birzos“ Brücke sehr wichtig für die Stadt, weil  alle durchfahrenden Schiffe eine Gebühr zahlen mussten. Auch bis ins frühe 19. Jh. war sie  überhaupt die einzige Brücke über die Dange. Bis ins 19. Jahrhundert war die Brücke aus Holz. Im Jahre 1877 wurde eine Metallbrücke auf steinernen Pfeilern gebaut. Während des II. Weltkrieges wurde sie abgerissen und im Jahre 1948 so wieder aufgebaut, wie es jetzt ist.

 

„Grandiniu“ Brücke

(im Burghafen)

Grandiniu Bruecke Klaipeda  Grandiniu Bruecke Litauen Klaipeda
  
Diese Brücke wurde im Jahre 1855 gebaut und ist ein technisches Denkmal Litauens. Sie steht an der Einfahrt zum Burghafen. Damit die Schiffe durchsegeln können, wird die Brücke durch menschliche Kraft zur Seite gedreht, statt sie anzuheben, wie viele andere Brücken. Es ist die einzige derartige Brücke in Litauen.

 


Fachwerkhäuser

 

Es ist noch möglich Fachwerkhäuser zu finden, die für deutsche Architektur charakteristisch sind.

(AK.: Siehe zum Thema deutsche Erinnerungen in Memel z.B.: http://www.litauen.eljaba.de/).

Unglücklicherweise wurden die meisten von ihnen während des großen Brandes im Jahr 1854 verbrannt, oder während des II. Weltkrieges zerstört.
  

 

Fachwerkhaeuser in Klaipeda Memel  Fachwerkhaeuser Litauen Memel


Jonas Hügel

(am Ende der Turgaus Straße)


Der Jonas Hügel wurde im 17-18. Jh. zum Schutz der Stadt gebaut. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hat die Befestigungsanlage ihre Bedeutung verloren und sehr wenige Fragmente blieben bis zum heutigen Tag. Dennoch ist es ein schöner Platz, um die verschiedenen Festivals zu feiern.
 
  

Jonashuegel Klaipeda

 Blick über die Dane auf den Burghügel

 

Jonas Huegel Memel  Jonas Huegel Klaipeda Litauen

Brücke zum Jonas Hügel

 


Lindenstraße

 

Lindenstrasse

Lindenstrasse 
 
Eine der schönsten und ältesten Straßen der Stadt. Auf dieser Straße lebten im 19. Jh. die reichen Kaufmannsleute, hier war die Alte Post, die sich noch heute in Betrieb befindet. 

 

Lindenstrasse Memel Alte Post

Alte Post


Die zentrale königliche Post wurde im Jahre 1893 errichtet. Das Gebäude wurde aus- für die deutsche Architektur des 19. Jahrhunderts typischen- roten Klinkerziegeln gebaut. Der Postturm ist mit 48 Glocken ausgestattet. Jeden Sonntagmittag können Sie die Musik von den Glocken  hören.

Uhrenmuseum Klaipeda  Uhrenmuseum Memel Litauen
                   
Einen Besuch wert ist das Uhrenmuseum (Liepu Str.12). Das Uhrenmuseum wurde im Jahr 1984 in einem restaurierten Gebäude des 19. Jahrhunderts gegründet. Das Museum hat eine die größten Uhrausstellungen Europas, sowie einen sehr schön eingerichteten Innenhof, der eine sehr originelle Sonnenuhr enthält.

 

Ehemaliges Rathaus

(Danes Str. 17)

 

 
Das ist ein historisches Gebäude, das Anfang des 19. Jh. gebaut wurde. Während der Napoleonkriege, von 1807-1808, war es eine Residenz vom König von Preußen- Friedrich Wilhelm III.


 
Der Lietuvininkai Platz

 

An dieser Stelle entstand ein Platz im 19. Jahrhundert nach dem großen Feuer. Es war einen Ort zum Erholen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand hier ein Monument mit einer Kanone als ein Symbol des Sieges gegen die Nazi-Armee. Der Platz nannte sich “Pergales aikste” (der Platz des Sieges). Im Jahr 1990 wurde der Platz zum Lietuvininku umbenannt und das Denkmal für den ersten litauischen Buchautor Martynas Mazvydas wurde errichtet.
  

 Lietuvininkai Platz Memel  Lietuvininkai Platz Klaipeda Litauen

Lietuvininkai Platz mit der Statue vom litauischen Dichter Martynas Mazvydas
 

 


Das Litauische Meeresmuseum, Aquarium und Delphinarium

 

(am nördlichen Ende der Kurischen Nehrung, Smiltynes Str. 3)
Das Meeresmuseum wurde im Jahr 1975 gegründet und im Jahr 1979 offiziell eröffnet. Wenn man aus Deutschland mit der Fähre in die Nehrung und den Hafen von Klaipeda einläuft, sieht man das Meeresmuseum auf der rechten Seite.
Das neue Delphinarium wurde im Jahr 1994 gebaut. Definitiv einen Besuch wert. Das Museum befindet sich in einem Fort, einer Verteidigungsanlage, die im 19. Jh. gebaut wurde. Dies gibt dem Museum eine gewisse Originalität. Die Ausstellung umfasst mehr als 60.000 Exponate einschließlich etwa tausend lebender Tiere. Es gibt Aufführungen von Delfinen und  kalifornischer Seelöwen.

Sehr schöne Website mit Preisen und Öffnungszeiten auch auf Deutsch: http://www.muziejus.lt/

Meeresmuseum Klaipeda Neringa  Festung und Meeresmuseum

 Meeresmuseum auf der Kurischen Nehrung                                      Alte Festung beim Meeresmuseum

 
(Quelle:Wikipedia)  



 
Hafen und Schiffe

 

Der Hafen ist sehr wichtig für die Stadt. Im Jahr 2011 wurden 36,6 Millionen Tonnen Fracht umgeladen und diese Zahl wächst ständig.

 

Hafen von Klaipeda Memel Litauen  Hafen Klaipeda


Hafen von Klaipeda

 

Hafen Klaipeda Litauen  Leuchtturm Klaipeda
 
Die Fähre auf die Kurische Nehrung                                                    Leuchtturm von Klaipeda

 

Meeresfest Klaipda Segelschiffe  Großschiffregatta


Tall Ship Races 2009. Segelschiff Regatta, ein Teil des Meeresfestes 2009. 

 

 

Großregatta Memel   Segelschiffe Klaipeda


Tall Ship Races 2009. Segelschiff Regatta, ein Teil des Meeresfestes 2009.
 
 

Segelschiffe Klaipeda Hafen   Segelschiffe in Klaipeda

 

Tall Ship Races 2009. Segelschiff Regatta, ein Teil des Meeresfestes 2009.

Segelschiffe Hafen Klaipeda Litauen


„Sedov“ ist das größte noch segelnde Segelschiff der Welt und das zweitgrößte überhaupt. 

 

    Segelschiffregatta Klaipeda


Tall Ship Races 2009. Segelschiff Regatta, ein Teil des Meeresfestes 2009.


 

    Grossschgiffregatta Memel


Tall Ship Races 2009. Segelschiff Regatta, ein Teil des Meeresfestes 2009.

 

Segelschiffe in Klaipeda     

Tall Ship Races 2009. Segelschiff Regatta, ein Teil des Meeresfestes 2009. Links sieht man das Ende der Nehrung. Rechts das Baltische Meer.

 


 Blick auf die Sedov

 

 

 
Kursis“ ist ein neugebauter Kurenkahn (auch Keitelkahn). Diese Bootstypen wurden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs auf dem Kurischen und auf dem Frischen Haff im ehemaligen Ostpreußen als Fischerboot eingesetzt wurde. 


 
 

 


 
Universität Klaipeda

(Herkaus Manto Str. 81)

 

Die heutigen Hauptpaläste der Universität Klaipeda wurden im Jahre 1907 gebaut. Von 1907 bis 1993 wurden alle Gebäude nur für militärische Zwecke benutzt. Von 1907 bis 1993  wurden die Kasernen von verschiedenen Armeen genutzt:


-von 1907 bis 1920 preußische Armee;
-von 1920 bis 1923 französische Armee;
-von 1923 bis 1939 litauische Armee;
-von 1939 bis 1945 deutsche Armee;
-von 1945 bis 1993 sowjetische Armee;
Nach dem Rückzug der sowjetischen Armee aus Litauen wurde der Gebäudekomplex der neugegründeten Universität Klaipedas übergegeben.

 

Universität Klaipeda   Klaipeda Universität

 

Uni Klaipeda  

 

Universität Klaipeda Litauen

Universität Klaipeda

 

Ich würde mich freuen, wenn ich Ihr Interesse an meiner Heimatstadt geweckt habe.


Iki pasimatymo..

 

Giedrius Smaizys

 

Fotos:  Giedrius Smaizys, Aidas Smaizys und Wikipedia

 

Essen und mehr:

Eine Ansammlung an Restaurants und Kneipen mit litauischem Essen gibt es in der Friedrich Passage (Friedricho pazazas). Zugang von der Tilto Gatve!
  
   
  

 

Ein schönes Video über Klaipeda im Zeitraffer!

 
Weblinks:

Fähren nach Klaipeda: http://www.dfdsseaways.de/

Infos auch unter Anreise
http://de.wikipedia.org/wiki/Klaipeda#Wirtschaft

www.klaipedainfo.lt  (TIC Klaipeda)

http://www.klaipedainfo.lt/de/?page=1

www.muziejus.lt

 

Über Klaipeda (Memel) in der Nachkriegszeit 1945-1953 siehe bei den Annaberger Annalen:

http://annaberger-annalen.de/jahrbuch/1995/Annaberg%20Nr.3%20Kap4.pdf

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Aukstaitija Nationalpark

 

Der Aukstaitija Nationalpark ist der älteste Nationalpark in Litauen und wurde 1974 gegründet. Er umfasst 40.500 ha und davon sind ca. 15 % Seen.

Wir möchten Ihnen im Park folgendes vorstellen:

Bienen Litauen

-Imkereimuseum in Stripeikiai

 

Wassermühle Aukstaitija Nationalpark

-Wassermühle in Ginuciai

 

Natur- litauische Landschaften

-Ladakalnis

 

Baumkuchen

-Baumkuchenfabrik und Restaurant Romnesa

 

Der ANP hat für den Tourismus in Litauen eine große Bedeutung. Bis 2009 war in Visagina (im Dreiländereck Lettland-Litauen-Weißrussland) ein Kernkraftwerk in Betrieb, das aber auf Druck der EU 2009 abgeschaltet wurde. Es hatte bei Inbetriebnahme 1983 die größte Leistung weltweit. Wer sich für den leichtsinnigen Betrieb eines KKW in der Sowjetunion interessiert, der sollte mal diesen Artikel über das Kernkraftwerk Visagina (Ignalina ist die nächstgrößte Stadt) lesen.

Ethnografische Gebiete in Litauen    

Der Aukstaitija Nationalpark liegt im Osten, an der lettisch- weißrussischen Grenze. Sehenswerte Ziele in der Nähe sind Daugavpils, Zarasai, Anyksciai und Moletai.

 

Im Aukstaitija Nationalpark ist der Weg das Ziel. Viele kleine Details im Park machen seinen Reiz aus. Bei der Fahrt durch die Dörfer im Park fühlt man sich in eine frühere Zeit zurück versetzt. Die Dörfer bestehen aus alten Holzhäusern, meist mit liebevoll gepflegten Vorgärten.  Alte Trinkwasserbrunnen und Kleinlandwirtschaft runden das Bild ab.

 

Neben diesem Gesamtkunstwerk Aukstaitija Nationalpark (ANP) gibt es natürlich im Park einige besonders sehenswerte Orte, die es zu besuchen lohnt.

 

 

Ein Ziel im ANP (Aukstaitija Nationalpark) ist das Imkereimuseum in Stripeikiai.

 


Größere Kartenansicht

 Birzai- Aukstaitija Nationalpark Bienenmuseum 

  

Aukstaitija Imkereimuseum

Abfahrt zum Imkereimuseum

 

Auf der Straße Utena-Tauragnai nach Kirdeikiei führt ein Hinweisschild zum Imkereimuseum in Stripeikiai nach links in den Wald. Für Autos kein Problem ist die nun folgende Schotterpiste. Danach kommt Sand und es wird für sehr schwere Motorräder unschön. 

 

Hinweistafel

Die Hinweistafeln sind in Litauen löblich und meist zweisprachig

 

Da sich über Ausstellungen genauso wie über Kunst streiten lässt, kann man neben den Infoausstellungen über die Imkerei auch einfach die schöne Natur, die vielen Holzfiguren und Bienenhäuser anschauen.

 

 Imkereimuseum

Bienenhäuser

 

Figuren Imkereimuseum Litauen 

Träger bringen einen Honigbaum heim                   

 

  Figuren Imkereimuseum Litauen

Imkereimuseum                              Eingangsfigur

 

Erster Ausstellungsraum

Erstes Haus des Museums

 

 Imkereimuseum Litauen  Figuren Imkereimuseum Litauen

Innenansicht Museum

 

Imkereimuseum Haus2   Figuren Imkereimuseum Litauen

Ansichten in Stripeikiai

 

Altes Haus Imkereimuseum Litauen   Figuren Imkereimuseum Litauen

                                                                       Fluss Tauragnai

 

  Imkereimuseum Litauen    Imkereimuseum Litauen

 

 Figuren  Imkereimuseum Litauen    Figuren Imkereimuseum Litauen

 

  Figuren Imkereimuseum Litauen    Figuren Imkereimuseum Litauen

 

  Figuren Imkereimuseum Litauen    Figuren Imkereimuseum Litauen

 

  Holzfiguren Imkereimuseum Litauen

 

  Figuren Imkereimuseum Litauen    Figuren Imkereimuseum Litauen

 

  Figuren Imkereimuseum Litauen    Figuren Imkereimuseum Litauen

Holzfiguren als Bienenhäuser

 

In meinem Reiseführer "Litauen" von Günter Schäfer (2009) wird das Imkereimuseum als interessanteste Sehenswürdigkeit von ganz Litauen beschrieben. (Der gleiche Text steht auch im Reisehandbuch "Baltikum" von R. Höh aus dem Jahre 1992).

Dem kann ich nicht zustimmen. Die Fahrt in den ANP (Aukstaitija Nationalpark) ist wunderschön. Schon in der Umgebung des ANP überwiegen alte Bauernhäuser und Höfe aus früheren Zeiten. Die Wälder, Seen und die Sehenswürdigkeiten machen den Reiz des ANP aus. Allein wegen dem Imkereimuseum zu kommen lohnt sich (meiner Meinung nach) nicht.

 

Vom Imkereimuseum in Stripeikiai geht es auf dem linken Weg in den Wald, Richtung Wassermühle Ginuciai.

 

Waldweg Aukstaitija

 

Der bessere Weg raus aus dem Wald

 

Auf der rechten Seite liegt ein wunderschöner Waldsee. Das Wasser steht sehr hoch. Im August gibt es überall Blaubeeren.

 

Der Weg durch den Wald war glücklicherweise viel besser als der Anfahrtsweg und irgendwann kommt auch wieder Asphalt unter die Räder. (Schreibt der Motorradfahrer. Dem Autofahrer fällt das nicht auf).

 

Wassermühle Ginuciai

Wassermühle Ginuciai

ginuciai wassermuehle litauen

Boot auf dem Ober See

 

 ginuciai mühle litauen

Unterlauf, hier kann man im Sommer ins Wasser

 

Ginuciai Aukstaitija Wassermühle  Ginuciai Wassermühle

Ablauf des Wassers

 

Eine Wassermühle ist immer schön anzusehen.
Da die touristische Zeit in Litauen wetterbedingt sehr kurz ist (die Mühle und das Imkereimuseum eröffnen am 1. Mai), bieten sich die Sommermonate für den Besuch an.

Das Bienenmuseum und die Wassermühle haben (wie fast alle Museen in Litauen) am Montag geschlossen. Macht aber nichts. Theoretisch kann man die Außen Gelände auch so anschauen. Nur die Häuser haben halt geschlossen.

 

Schön ist die Fahrt in dieser reizvollen Landschaft. 

 

In der Mühle wird uns empfohlen unbedingt den Ladakalnis anzuschauen, eine vorchristliche Opferstelle auf einem Hügel inmitten von vielen Seen. In der Nähe ist eine Hügelkette, auf der sich früher Holzburgen befanden.  

 

Ladakalnis Litauen

Papiliakalnes - zum Ladakalnis gehts noch etwas weiter oder man läuft über den Hügelkamm

 

Aussicht vom Papiliakalnes  Aussicht Papiliakalnes

Kurz darauf erreiche ich die gut beschilderten Burghügel. Die Bergchen dienten mal als Verteidigungsanlagen der Litauer. Auf der Strecke von Kaunas nach Jurbarkas, übrigens eine der schönsten Strecken in Litauen, gibt es ähnliche Burghügel. Ebenso in Kernave.

 

Blick vom Piliakalnis

 

Auf dem Weg zum Ladakalnis kommt man an mehreren Burghügeln vorbei. Oben hat man Aussicht auf einige Seen. Man kann auch vom ersten Hügel, dem Papiliakalnes über die Hügelkette zum Ladakalnis spazieren.

 

Die Gegend wird auf mehreren Hinweistafeln zweisprachig erklärt. Wie leider oft in Litauen sind die Schilder teilweise zerstört.

 

Ladakalnis

Ladakalnis

 


Größere Kartenansicht

Zum Ladakalnis kommt man über diese Sackgasse am Linkmenas See, rechts vom Papiliakalne

 

Aussicht Ladakalnis 

Aussicht vom Ladakalnis

 

 

Der Aukstaitija Nationalpark mit seinen vielen Seen

Oben angekommen erfreut man sich an der schönen Aussicht, die hier sehr gut ist. Viele Seen sind zu sehen. Auf einem Hinweisschild wird auf die frühere litauisch- polnische Grenze von 1920 bei Antalksne hingewiesen. Interessant wie wechselhaft die Geschichte und die Herrschaft über diese Ländereien war (hoffentlich war). Und wie gut das man sich in Europa sicher und frei bewegen kann. Schätzen leider nicht so viele, wie ich in Birzai feststellen konnte.

 

Der Ladakalnis ist 175 Meter hoch und war früher ein heiliger Ort für die heidnische Gottheit Lada. Ein schöner Ort!

 

 Auffahrhilfe für Knderwagen

Barrierefreiheit auf dem Ladakalnis ;-)  Gut gemeint aber leider nicht mehr repariert, wie vieles in Litauen

 

Nach dem Spaziergang in der Natur kommt Hunger auf und es bietet sich ein Besuch im Restaurant "Romnesa" in Strigailiskis an. Unser Navi hat Strigailiskis gefunden und auch Google Maps kennt dieses Dorf, also keine Angst.

Baumkuchenherstellung bei Romnesa

Das Restaurant hat seine Existenz der Tatsache zu verdanken, dass die Firma Romnesa einer der größten litauischen Hersteller von Baumkuchen ist. Baumkuchen sind neben den Cepelinas eine der Nationalspeisen der Litauer. Bei Romnesa kann man für einen Obulus selber an der Herstellung eines Baumkuchens teilnehmen. Über einem offenen Feuer wird Teig auf einem rotierenden Kegel gegeben.

Romnesa Baumkuchen Litauen

Die Schauvorführung muss angemeldet werden. Wir haben uns das Schaubacken zu dritt geteilt.

 

Romnesa Baumkuchen Litauen

Nicht nur Kinder haben bei der Baumkuchenherstellung ihren Spass

 

Die Litauer sagen übrigens neben dem litauischen Ausdruck Sakotis auch Baumkuchenis zu ihrem Nationalgebäck

 

Romnesa Baumkuchen Litauen

 Der fertige Baumkuchen wird verpackt und kann mitgenommen werden.

 

Die Herstellung eines Baumkuchens kostet etwa 100 Euro und man kann sich das mit mehreren teilen. Es gibt eine Tasse Kaffee pro Teilnehmer und jeder kann an der Baumkuchenherstellung teilnehmen.

Und deshalb lohnt sich auch ganz besonders der Besuch. Wo sonst hat man dazu die Gelegenheit?

Das Restaurant ist das beste in der Gegend und auch einen Besuch wert.

Romnesa

Strigailiskis

Litauen ANP

(8-600) 26354  oder von Deutschland 0037060026354

www.romnesa.lt

 

Die Website des ANP: http://www.anp.lt/

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Burgberg Merkine         Pyramide Merkine        Grutas Park Litauen

Burgberg Merkine          Pyramide bei Merkine       Grutas Park

 

Druskininkai

Herrenhaus Druskininkai

Herrenhaus am See

 


Litauen schafft es immer wieder seine Besucher zu überraschen. So ist es auch (besonders) in Druskininkai.

 Druskininkai Memel

Blick auf die Memel

 

Der idyllisch an der Memel gelegene Ort, 130 Kilometer südwestlich von Litauens Hauptstadt Vilnius (etwas abgelegen an der polnisch - weißrussischen Grenze) überrascht mit einer Vielzahl von positiven Eindrücken.

Obwohl die Gegend um Druskininkai eine sehr lange Geschichte hat (siehe z.B. Merkine) und die Stadt bereits 1596 schriftlich erwähnt wurde, bekam Druskininkai erst 1837 vom Zar Nikolaus I. die Stadtrechte verliehen.

Druskininkai gehörte in seiner Geschichte abwechselnd zu Litauen, Polen, Russland und der Sowjetunion.

 Europa Royale Druskininkai

Vor dem Hotel Europa Royale              Dieser Herr kam mit Familie aus Polen

 

In Druskininkai gibt es salzhaltige Quellen und man erkannte die gesundheitsfördernde Wirkung dieses Wassers. Daher hat die Stadt auch seinen Namen: Druskas heisst auf litauisch Salz.

Die Probierstube. Für 10 Eurocent kann man das salzhaltige Wasser probieren.

 

 Kosten für Solewaaser Druskininkai       Salzwasser Druskininkai Litauen

Probieren kostet                                Salzgehalt des Wassers

 

So entstand ein mondäner Kurort mitten in ausgedehnten Wäldern, dessen Beliebtheit mit dem Bau der Eisenbahnlinie Warschau - Sankt Petersburg enorm stieg.

 

Erlitt Druskininkai mit der litauischen Unabhängigkeit 1990 einen enormen Einbruch bei den Besucherzahlen (ich war das erste Mal 1993 in Druskininkai und sass im riesigen Speisesaal eines Sanatoriums ganz alleine beim Frühstück), blühte die Stadt mit der Zeit immer weiter auf.

2006 wurde der Akvapark, ein riesiges Spassbad (ähnlich dem in Jurmala bei Riga) eröffnet und begeisterte Litauens Jugend. 2011 kam eine der größten Indoor Skianlagen Europas dazu. Die Skipiste ist 460 Meter lang.

Skiarena Druskininkai

Im Hintergrund sieht man die Skiarena

 

Vom Akvapark, dem größten Schwimm und Spassbad in Litauen, geht ein Lift hoch zur Skiarena. Auch wenn man nicht Ski fahren möchte, eine Fahrt mit dem Lift macht natürlich Spass und der Blick auf die Memel ist toll.

Druskininkai Seilbahn Talstation Litauen

Talstation der Seilbahn

 

Seilbahn Druskininkai

Langsam schwebt sie hoch: Seilbahn Druskininkai

 

Blick auf Druskininkai Seilbahn Litauen

Talstation Druskininkai

 

Blick auf den Akvapark Litauen

Hier sieht man den Akvapark (links verdeckt sind die Rutschen)

 

Memel bei Druskininkai

Die Memel oder der Nemunas. Man muss sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass er nicht nur im ehemaligen Ostpreussen und Memelland fließt.

 

Druskininkai Seilbahn Skiarena Litauen

Hier schwebt die Gondel über dem Nemunas und man sieht die Skiarena.

 

Druskininkai Seilbahn Litauen Wald

Seilbahn unterwegs

Die Tickets kosten 3 Euro (Retour 5€  Stand 2016)

 

Bei unserem Besuch 2014 war unser Hotel voll mit jungen russischen Sportlern, die durch die Skiarena Trainingsmöglichkeiten haben.

Marienkirche Druskininkai 

Kirche der Heiligen Jungfrau Maria

 

 Orthodoxe Kirche Druskininkai

Orthodoxe Kirche der Gottesmutterikone "Freude für alle Bekümmerten" 

Wir waren bekümmert, weil die Aufpasserin uns nicht fotografieren ließ. Überhaupt sind die Orthodoxen sehr streng in ihren Kirchen.

 

Druskininkai ist in einem sehr guten Zustand und die Architektur besteht aus modernen Elementen sowie aus alten, gut renovierten Villen und Häusern. Die alten Holzvillen, typisch für die zaristische Zeit, vermitteln den Flair eines alten gediegenen Kurortes. Moderne Kunst, viele Cafes und Restaurants und die modernen Hotels und Sanatorien nehmen den Besucher schnell für sich ein.

Druskininkai ist unbedingt einen Besuch wert!

 

 Mindaugas Kasuba Druskininkai

Mindaugas (litauischer König *1203) von Vytautas Kasuba 

 

Die Inschrift ist typisch litauisch:

Heimatland Litauen

Unser Land der Helden-

Deine Söhne nehmen Kraft-

Aus der Vergangenheit.

(Übersetzung Jolita Kuck)

 

 Kryzkalnis mother  Grutas Park

Ein kleiner Vorgeschmack auf den Grutas Park. Hier die Mutter von Kryzkalnlis mit einem Eichenzweig. Sie stand von 1972 bis 1990 an der Kreuzung Siauliai-Taurage-Kaunas-Klaipeda.

Sie wurde gebaut von Bronius Vysniauskas und sollte die Sowjetische Armee als Befreier willkommen heissen. Im Volksmund sagte man natürlich etwas anderes. Da sie gen Westen schaute, schien sie auf die Befreier von dort zu warten.

Sie ist 8 m hoch und aus Bronze.

 

 Kultur

 

Ciurlionis Museum Druskininkai

 Ciurlionis Museum

 

Ciurlionis Druskininkai

Ciurlionis war der bekannteste und wohl wichtigste Künstler Litauens

 

1896 bis 1910 lebte der litauische Maler Mikalojus Konstantinas Ciurlionis in Druskininkai. In seinem Wohnhaus gibt es eine Ausstellung über ihn und seine Werke. Neben Kopien seiner Bilder kann man auch sehr schöne grosse Nachdrucke kaufen! Kleines Detail am Rande: Als Ciurlionis sich entschloss die litauische Eigenstaatlichkeit zu unterstützen, musste er erst litauisch lernen. Durch die lange Staatenunion mit Polen sprachen fast alle Gebildeten polnisch. 

Mehr zu Ciurlionis unter Litauen Kultur

 Musikant Kunst Druskininkai

Musikant

 

Sieben Kunst Druskininkai Septini

Sieben (Septini)

 

Saulys Druskininkai Kunst

Saulys - Schütze

Rechts ist ein schönes Antiquitätengeschäft (Liepu Gatve).

 

Vyturys

Vyturys  vor der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria

 

 

Ziele bei Druskininkai

 

Grutas Park

Einen Ort der Erinnerung an die Sowjetische Besatzung wurde im Grutas Park geschaffen. Die nach der Unabhängigkeit überall im Land abgerissenen sowjetischen Idole (Lenin, Stalin etc. wurden hier gesammelt und aufgestellt. Es gibt viele Bilder, Bücher und Ausstellungsstücke. Im Aussengelände kann man am Stacheldrahtzaun und den Wachtürmen erahnen, wie das Leben im real existierenden Sozialismus war, wenn man sich denn traute über den Tellerrand zu gucken.

 

Merkine

Auf dem Weg nach Druskininkai kommt man am historischen Ort Merkine vorbei. Hier gibt es einen Burgberg an der Memel, auf dem mal eines der wehrhaftesten Burgen (Holz) des Ostens gestanden haben soll. Heute kann man die Geschichte nur erahnen. Der Blick auf die Memelschleife ist aber einmalig schön.

 

Pyramide Merkine

Mit der "kraftspendenden" Pyramide von Merkine hat sich sein Schöpfer Povilas Zekas einen Traum (und ein Versprechen) erfüllt. Povilas meint direkt mit Gott sprechen zu können und läßt die Besucher in der Pyramide und der darüber gebauten Glaskuppel daran teilhaben. 


Liskiava

Liskiava ist eine Kleinstadt an der Memel etwa 8 Kilometer nord-östlich von Druskininkai. Hier wurde im 15. Jahrhundert eine der Verteidigungsburgen der Litauer gegen die Kreuzritter gebaut, aber nach der Schlacht bei Tannenberg (Grünwald) nicht vollendet, da keine Gefahr mehr von den Kreuzrittern ausging (Friede von Melnosee). Litauen konnte sich danach gen Osten orientieren. Heute gibt es auf dem ehemaligen Burgberg die Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit zu sehen. Ausserdem gibt es ein Dominikanerkloster.

Liskiava TIC

 

Geschichte

Im 13. Jahrhundert wurde das Gebiet um Druskininkai durch die Litauer erobert. Davor war es Stammesgebiet der Jatwinger. Es ist heute auf die Länder Litauen, Polen und Weißrussland aufgeteilt.

 

Nachdem das südlitauische Gebiet (einschliesslich Vilnius) nach dem I. Weltkrieg von Polen besetzt wurde, verbrachte Jozef Pilsudski (der aus Vilnius stammte und später polnischer Präsident wurde) hier seine Sommerurlaube. Durch ihn kam es in Druskininkai zu einem Aufschwung.

 

Pirciupiai   

Pirciupiai ist ein Dorf zwischen Druskininkai und Vilnius. Man sieht die Statue der Mutter von Pirciupiai und das Hinweisschild, wenn man die Stelle passiert.

Pirciupiai Litauen

Mutter von Pirciupiai vom Bildhauer Gediminas Jokubonis (1960)

 

Pirciupiai Litauen 1944

In Pirciupiai wurde 1944 als Vergeltungsaktion ein ganzes Dorf von der Wehrmacht verbrannt.

Sowjetische Partisanen hatten zuvor ein SS Regiment angegriffen und einige Soldaten erwischt.

 

Massengrab Pirciupiai

Massengrab

 

Interessant ist hier der Text auf einer Tafel an der Gedenkstätte.

Frei übersetzt aus dem Englischen:

"Während des II. Weltkriegs, am 3. Juni 1944, verbrannten hier die Nazi Besatzer 119 Einwohner von Pirciupiai.

Das Massaker wurde provoziert durch das 14. Kommando unter dem Befehl der Nachrichtenabteilung der Roten Armee.

Am Morgen des 3. Juni  griff das 14. Kommando einen motorisierten Konvoi des 16. SS Polizei Regiments auf der Strasse Eidiskes-Vilnius an. 6 Nazis starben, 8 sind vermisst. Die Nazi Besatzer reagierten bekanntermaßen auf Überfälle mit Morden an der Zivilbevölkerung um die Partisanen von Angriffen abzuhalten..."

Unter den Toten waren 69 Kinder und 29 Frauen.

Mir stößt die Intention des Verfassers etwas auf. Vielleicht ist es auch nicht so gemeint, wie ich es verstehe. Mir sind von litauischer Seite jedenfalls keine Aktionen gegen die Deutschen bekannt. Eher im Gegenteil, siehe Geschichte.

 

Adressen

 

Unterkunft Druskininkai Vila Upe

Vila Upe, nettes kleines erschwingliches Hotel mit Wlan

 

In Druskininkai gibt es Unterkünfte für jeden Geschmack. Infos darüber im TIC.

Wir haben nach einigem Suchen ein kleines preiswertes Hotel gefunden und ziemlich zentral gelegen.

Vila Upe

0037031355426

Mobil 869464657  VilaUpe.lt

Wir konnten unser Auto auf dem Grundstück parken und bekamen für unseren Sohn ein Zustellbett. Hier wohnten viele Sportler aus Russland, die die Skiarena in Druskininkai nutzten. Für mich war das eine interessante Erfahrung, der Ukraine Krieg, der Wunsch vieler Litauer nach Waffenlieferungen an die Ukraine und dann die Realität, dass verschiedene Völker friedlich und freundlich in einem Hotel wohnen. Wir haben sehr gut geschlafen.

Andere Hotels forderten 100 Euro pro Nacht.  Leider gibt es kein Frühstück. Aber ein Cafe war um die Ecke, also kein Problem. Wir haben 30 Euro bezahlt.

 

Akvapark

SkiArena

Druskininkai TIC (Tourist Information Center)

Ciurlionis Museum

Grutas Parkas

 

 

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Kretinga

 

 

Kretinga ist ein kleiner Ort, etwa 12 Kilometer östlich vom litauischen Ostseebad Palanga gelegen. Die Stadt hat ca. 18.000 Einwohner und gilt als eine der ältesten litauischen Städte. Bereits 1253 wurde dort eine Burg Cretyn erwähnt (Urkunden des Heinrich von Kurland).

 

Kretinga gehört zu den von mir empfohlenen Ausflugszielen zwischen dem Zemaitija Nationalpark und der Ostseeküste mit Palanga und der Kurischen Nehrung.

Dazu gehören die ehemalige russische Raketeneabschussbasis Plokstine, der Orvidas Sodyba sowie der Plateliai See, das Bernsteinmuseum in Palanga sowie die Kurische Nehrung und Klaipeda.

In Kretinga hatte die Familie des litauisch-polnischen Grafen Tyszkiewicz ein Herrenhaus mit angeschlossenem Wintergarten. Seit 1992 ist hier das Heimatmuseum untergebracht. Seit meinem ersten Besuch im Wintergarten bin ich immer wieder begeistert von dem ganzen Ensemble. Heute muss man vor dem Besuch des Wintergartens an der Museumskasse den Eintritt bezahlen.

Im Wintergarten gibt es ein Restaurant. Vielleicht gefallen Ihnen die Bilder von unserem letzten Besuch! 


Größere Kartenansicht

 Museumskasse Kretinga Litauen

Museumskasse am Parkplatz ausserhalb des Anwesens

Krteinga Wintergarten Herrenhaus

Der Wintergarten beherbergt ein Restaurant sowie über 150 verschiedene exotische Pflanzen sowie einen Teich mit Schildkröten

Die Kretinger Orangerie (Wintergarten) verführt mit seinem Charme und so manch einer fühlt sich in eine andere Zeit zurück versetzt. Bei unserem Besuch im Sommer 2013 hat sich eine litauische Dame ihren Geburtstagswunsch nach einer "standesgemäßen" Feier erfüllt. Gefeiert wurde in Kostümen der Tyszkiewicz Zeit.

Orangerie Kretinga Litauen alte kostüme 

Wer Litauen mit offenen Augen sieht, entdeckt immer wieder liebenswerte Züge!

Anbei ein paar Bilder aus dem Inneren der Orangerie. Bitte entschuldigen Sie Bildwiederholungen.

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Während Kretinga, deutsch Crottingen (oder Krottingen),  immer litauisch (bzw. russisch besetzt) war, gehörte der Nachbarort Kretingale zum deutschen Memelgebiet. (Zum Thema Memelgebiet siehe auch den Artikel "Klaipeda" von Giedrius Smaizys).

Hier (zwischen Kretingale und Kretinga) verlief bis zum I. Weltkrieg die Grenze zwischen dem Deutschen und dem Russischen Reich.

Litauens erste Telefonleitung verband 1882 Kretinga mit Plunge und Rietava.

1941 marschierte die Wehrmacht unter Generalmajor Robert Sattler ein und bis zum Herbst 1941 waren alle Kretingaer Juden tot (Einsatztruppen in Litauen). Neben Gargzdai und Palanga war Kretinga der erste Einsatz für die Einsatztruppen.

Zwischen Kretingale und Klaipeda gibt es den angeblich feinsten Golfplatz (18 Loch) in Litauen mit Hotel und Restaurant (National Golf Ressort, Preise sieht man auf der litauischen Seite unter Golf). Bekannte von mir aus Rees sind von diesem Golfplatz sehr angetan und spielen dort immer, wenn sie in Litauen sind.

Golf Ressort Kretinga

 

Clubhaus und Restaurant  Quelle: National Golf Resort Litauen

 

Sehenswert ist der Rathausplatz mit dem Unabhängigkeitsdenkmal und Kirche und Kloster der Maria Verkündigung aus dem Jahre 1617.

Für mich war immer der wichtigste Grund Kretinga zu besuchen der wunderschöne Wintergarten im Schloss des Grafen Tyszkiewicz.

Im Schloss sind heute das Heimatmuseum von Kretinga und eine Gemäldegalerie untergebracht. In das Schloss ließ Graf Tyszkiewicz eine Orangerie, also einen Wintergarten, integrieren. 1935 wurde das Tyszkiewicz Herrenhaus in das Museum Kretinga integriert.

Schon bei meinem ersten Besuch 1993 war ich begeistert von diesem Wintergarten mit rund 150 exotischen Pflanzen und bewunderte die Litauer, wie sie die Pflanzen durch die Krise der Unabhängigkeit und die östliche Winterkälte retteten.

 

Schon damals konnte man sich in der Orangerie in einem Cafe stärken. Heute ist das Cafe Restaurant "Pas Grafa", also "Beim Grafen" dem Museum angegliedert und das einzige Restaurant Litauens in einem Wintergarten. Das Ambiente und die dezente klassische Musik laden zum Besuch ein.

Kaffeehaus PAS GRAFA
Vilniaus Straße 20
LT 97104 Kretinga
Telefon und Fax: +370 44 55 13 66   Website des Restaurants "Pas Grafa" leider nur auf litauisch: http://www.pasgrafa.lt/

Regelmäßig finden klassische Konzerte statt.

 

In Vydmantai, einem Vorort von Kretinga, wurde 1989 eine geothermische Bohrung durchgeführt. Die vorgefundenen heißen Quellen hatten Temperaturen von 74°C und wurden einige Jahre getestet. Leider wurde die Anlage wegen mangelnder Abnehmer eingestellt (eine Gewächshausfirma war pleite). Seit 2004 gibt es in Vydmantai einige Windräder.

  

Wohl berühmtester Bürger der Stadt war Berek Joselewicz (1764-1809) der als Finanzmanager für die Kretingaer Magnatengfamilie Massalski tätig war. Durch Besuche in Paris mit Ideen der französischen Revolution infiziert, schloss er sich dem polnischen Freiheitskämpfer Tadeusz Kosciuzko (der ein sehr interessantes Leben hatte) an, (wohl auch in der Hoffnung auf eine Gleichstellung der Juden in Polen mit der katholischen Mehrheit). Er regte Kosciuzko an, eine rein jüdische Einheit aufzustellen, was 1794 auch geschah. Joselewicz wird von Juden und Polen gleichermaßen geehrt. (Hinweis: die Unterteilung Juden und Polen kommt nicht von Birzai.de).

  

 

Adressen:

TIC Kretinga im Herrenhaus

Vilniaus g. 18, Kretinga
Tel. 8 445 77612
Website:  www.kretingosmuziejus.lt

Öffnungszeiten und Eintrittspreise: http://www.kretingosmuziejus.lt/in-english

Golfclub  

Stančiai village 
Kreis Kretingalė
LT-96336, Klaipėda 

Tel.: +370 46 420000
Fax.: +370 46 311000
Handy.: +370 655 22222
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

 

Wer sich für Geschichte interessiert wird hier fündig:

http://www.seligman.org.il/kretinga_history.html

 

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Karkle 

 

Badeort zwischen Palanga und Klaipeda

 

Karkle Strand

Strand bei Karkle



Wenn man unter dem Begriff "Karkle" googelt. finden sich auf mehreren Seiten Angebote zu Ferienwohnungen - und Ferienhäuser....


Dieser Eindruck bestätigte sich auch auf unserer Camping-Reise im Juni 2013, jedoch bietet dieser kleine Ort nördlich der A13, inmitten eines für Litauens Küstenregion typischen Kiefernwaldes, wesentlich mehr als die teilweise sehr versteckten Ferienhäuser.

Ursprünglich wollten wir aus Klaipeda entlang der Küste in Richtung Palanga ohne zu ahnen, dass wir nach ca. 8 Kilometer schon ein kleines Naturjuwel  entdeckten.


Karkle selbst ist ein typischer kleiner Ort ohne grossen Tourismusbetrieb, mit den üblichen Einkaufsmöglichkeiten wie den IKI (litauische Supermarktkette) und wenigen Restaurants, die überwiegend von den Einheimischen genutzt werden.
Dem emsigen Tourismustrubel in der Hafenstadt Klaipeda entflohen, bietet sich schon nach 15 Minuten Autofahrt, hier in der näheren Umgebung von Karkle, ein Platz für Naturliebhaber ohne Gleichen.

Aber der Reihenfolge nach...

Ein sehr schöner Campingplatz, direkt an der mäßig befahrenen Uferstrasse in Karkle, wurde zu unserem Basislager für die nächsten 9 Tage.

Zeltaufbau Karkle

Fast geschafft



Preis für 2 Personen, Zelt und Auto: umgerechnet 7€/Tag

Der Name des Platzes ist Pajurio Takas (Weg der Küste), klein aber fein, mit neuen Sanitäranlagen und genügend Platz auf der grossen Wiese. Wir suchten uns, geschuldet der 30°C zu dieser Zeit, am Waldrand ein schattiges Plätzchen für das Domzelt.



Vom Platz aus konnte man trotz Wald schon die Brandung der Baltischen See hören, ca. 200m entfernt.

Zelt Camping Karkle

Zelt ist aufgebaut, Frau ist nicht zufrieden


Dies war auch nach dem Zeltaufbau unser erster Weg, immer dem Meeresrauschen entgegen.
Vorbei an einem kleinen Friedhof, direkt auf der letzten Düne noch im Wald gelegen, führt ein Holzsteg direkt in die Dünenlandschaft.

Friedhof Duenen Karkle

Friedhof in den Dünen


Die Ausrichtung der Grabsteine und Kreuze beeindrucken...alle in Richtung Ostsee...
Des Fischers letzter, aber unendlicher Blick....

Angekommen am Strand fielen uns die vielen Steine auf, eigentlich untypisch für diese Region, wo man sonst feinsten Sandstrand gewohnt ist. Nicht aber in der Region Karkle.
Hier finden sich bedingt durch Meeresströmungen auf einer Länge von ca. 2 Kilometern ausgewaschene Kieselsteine am Stand, in allen Farbtönen.


Die steil abfallenden Dünen, bis zum Rande mit Kiefern bewachsen, zeigten uns auch die Kraft der Natur auf ... einige Wurzeln wurden in den Winterstürmen bereits unterspült ... einige Bäume lagen mit der Spitze voran am Strand und wieder andere werden das selbe Schicksal in nächster Zeit erleiden.

Strand Baum Karkle

Die Küste erinnert an Dänemark oder Estland

 

Sonnenuntergang Karkle

Abends in Karkle


Unser allabendlicher Spaziergang zum Stand vor dem Sonnenuntergang ermöglichte uns zudem Mitte Juni kurz vor der Sommersonnenwende ein prachtvolles Naturerlebnis: 23:00 Uhr Ortszeit, taghell...magisches Licht... die Sonne wollte einfach nicht untergehen...

Restaurant Karkle

Restaurant Karkle


Kurz vor diesem Campingplatz gibt es ein kleines Fischerrestaurant, liebevoll ausgestattet ... und als Campingplatzbesucher mit Preisbonus ... unsere  Anlaufstelle zum gemütlichen Ausklang des Tages.



Weg von der Romantik, hin zu den Fakten und unserem  Fazit.

Wer Ruhe, Natur, Einschlafen mit Meeresrauschen nachts im Zelt und keine gehobenen Ansprüche an die Platzausstattung stellt ... der ist hier genau richtig!

Karkle, auf annähernd halbem Weg zwischen Klaipeda und Palanga gelegen, ist verkehrsmäßig einfach zu erreichen.
Am östlichen Stadtrand von Klaipeda die Ostseeuferstrasse nehmen und vorbei an den Campingplätzen Klaipedas und den zahllosen Parkplätzen für die Strandbesucher, fährt man parallel zum Strand in Richtung Karkle.

Wer nicht campen möchte, dem empfehlen wir die unzähligen Ferienwohnungen. Teilweise sehr versteckt in dem Naturschutzgebiet finden sich, auch spontan, freie Häuser oder Wohnungen. Navi aus und einfach den Beschilderungen folgen!

Eine Besonderheit: In Karkle ist nur einmal im Jahr richtig etwas los: Das litauische Woodstock...im August!
"Live Music Beach", unter dem Motto: "Peace, Love&Music".


Riesengrosse Beachparty, beeindruckende Zeltstadt ... der Anziehungspunkt junger oder junggebliebener Musikfans aus ganz Litauen.
2014 fiel sie leider ziemlich ins Wasser. Die Besucher hatten trotzdem riesigen Spass!

Links:
www.Karkle.com

http://www.pajuriotakas.lt
Unterkünfte in Karkle


Strand Karkle

Ansichten in Karkle


Ansichten Strand Karkle
Strand Karkle

 Karkle Strand

Steine wie in Dänemark

 

Abendimpressionen Karkle

 Schön ist die Ostsee

 

 Idee, Autor und Fotos: Uwe Kniese

 

 Karkle von oben (Paragliding)

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Europos Parkas

 

Der  Europos Parkas liegt etwa 20 Minuten nördlich von Litauens Hauptstadt Vilnius entfernt. In der Nähe liegt auch das Zentrum Europas und wird meist gleich mit besucht.

Der weitläufige Park inmitten von Wald beherbergt wohl die größte Ausstellung von moderner Kunst in Litauen. Die ca. 100 Kunstwerke wurden von Künstlern aus 33 Ländern geschaffen und sind auf einem Waldareal von 55 ha ausgestellt. Es ist also etwas Zeit mitzubringen. Dafür wird man auch mit einem schönen Waldspaziergang belohnt.

Gegründet wurde der Park vom litauischen Künstler Gintaras Karosas, der 1993 auch das Monument vom Zentrum Europas errichtet hat.

 

Der Park ist ausgeschildert und der Weg führt von Norden sehr reizvoll an der Neris entlang, ist aber in einem wirklich katastrophalen Zustand.

 


Größere Kartenansicht

Also besser den Weg von Süden nehmen und Bratoniskes meiden.

 

Eingang Europos Parkas

Eingang zum Europos Parkas

 

Auf dem Parkplatz vor dem Eingang Parken und an der Bude kann man Tickets kaufen.

35 Litas fürs Parken (50 % Discount fürs Motorrad Stand 2013) und Eintritt (25 Litas Erwachsene, 18 Litas Studenten, 11 Litas Schüler) sind in Litauen nicht wenig und Freunde in Vilnius, die nicht arm sind, haben sich darüber ordentlich aufgeregt. Mit Familie wird's teuer!

 

Lenin Litauen  Europos Parkas

Ein erschlagener Lenin und die berühmte TV Installation (na ja)

 

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

Fernseher                                                          Steinensemble

 

Europos Parkas  Vilnius

Kunst im Wald: "Der Ort" von Gintaras Karosas

 

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

 Fundamente (Karosas)                             Doppelt negative Pyramide (Sol LeWitt)

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

 zu ihrem Vorteil (Karosas)     Trinkende Struktur mit einem exponierten nierenförmigen Becken

                                          Dennis Oppenheim, Super Name für diese schräg stehende Kutsche ;-) 

  Europos Parkas  Vilnius

 Der sitzende Polizist (Evaldas Pauza)

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

 From a dream to the Present (Karosas)    Das berühmteste Werk: Sessel Schwimmbecken von Dennis Oppenheim 

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

 "Wiederspiegelungen" (Elena Urbaitis)           Continuous Changing (Arbeiter des Parkes)

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

 Frau in Betrachtung des Mondes (Javier Cruz)   "Wolkenhände" Jon Barlow Hudson

Kunst in Litauen

"Gintare" Evaldas Pauza 

Durch einen Parkweg gehts auf das Gelände und man sollte gutes Schuhwerk tragen. Bald wird man aber durch die Kunstwerke, die reizvoll im Wald verteilt sind, in den Bann gezogen.

Die Fernsehinstallation erinnert mich an das Skulpturenmuseum in meiner Heimatstadt Marl. 

Das Areal ist ziemlich riesig und die Exponate gleichmäßig im Wald verteilt. Dementsprechend kam ein netter Spaziergang zusammen als ich das Zentrum des Europos Parkas erreichte. Hier war Brennholz auf typisch "litauische" Weise kunstvoll aufgestapelt und ich dachte, eigentlich ist so ein Stapel ja auch Kunst, zumindest kunstvoll aufgestapelt.

Und tatsächlich war hinter den Stapeln ein Hinweisschild "Continuous Changing" !  Das Changing, weil das Holz ja im Winter im Parkzentrum verheizt wird und die Stapel sich immer verändern.

Am Parkzentrum mache ich Rast und trinke bei herrlichen Sonnenschein einen sehr guten Kaffee. Dazu Pfannekuchen mit Quark und Marmelade. Es gibt ein Cafe und einen Kiosk mit Souvenirs und Ansichtskarten. Hier ist die gute Seite Europas angekommen!

 

Kunst aus dem Kalten Krieg Klick für Details

"Gut besiegt Böse" Zurab Cereteli (Russland)

Neben mir eine bemerkenswerte Skulptur aus dem `Kalten Krieg´:

 

Ein Drachentöter kämpft gegen eine Horde von Drachen die aus Pershing-Raketen (Amerikanische Atomraketen aus dem `Kalten Krieg´) emporsteigen. Die Skulptur ist klassisch, das Thema recht modern. Obwohl, die jungen Litauer, die sich heute hier auf Schulexkursionen tummeln, werden damit nichts mehr anfangen können. Wie wohl der Künstler heute über seine Arbeit denkt?

Europos Parkas  Vilnius  Europos Parkas  Vilnius

  Armlos (Vytautas Kasuba)                    Der Wächter (Miguel Sanoja)

 

 

Gerne wäre ich noch zu den Sowjetischen Bunkern bei Nemencine gefahren, aber die Zeit drängt und wichtiger ist mein nächstes Ziel: Paneriai.

 

Wer sich für Kunst interessiert und (bei gutem Wetter) einen herrlichen Spaziergang Kunst und Wald verbinden möchte, für den ist dieser Ausflug in die Nähe von Vilnius genau das Richtige! Nebenbei kann man das Zentrum Europas besuchen (zumindest das geografische) und den Tag mit einem leckeren Essen im Belmontas ausklingen lassen.

Die Website des Europos Parkas :  Europos Parkas

Adresse: Europos Parkas, Joneikiskiu k., LT-15148 Vilniaus r., Litauen

 

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Daugavpils Lettland

Zugegeben, Daugavpils- oder Dünaburg- wie die zweitgrößte lettische Stadt auf deutsch heißt, liegt nur nahe an der Grenze zu Litauen, nicht weit von anderen bisher besprochenen litauischen Städten Rokiskis und Anyksciai entfernt. Da ich noch keine eigene Spalte für Lettland habe, bitte ich die Zuordnung Daugavpils zu Litauen zu entschuldigen. Ist nicht politisch zu verstehen.

 


Größere Kartenansicht

Daugavpils liegt am Fluss Düna (lettisch Daugava, russisch Sapadnaja Dwina), der in Russland nahe den Wolgaquellen entspringt, dann durch Weißrussland nach Lettland fließt und nahe Riga im Rigaischen Meerbusen in die Ostsee mündet.

Brücke über die Daugave Lettland

Von Daugavpils aus Richtung Weißrussische Grenze nach Kraslava, schlängelt sich der Fluss in seinem Bett und soll laut Reiseführer wunderschön sein. Wir sind die Strecke nach Kraslava gefahren und konnten den Fluss nicht ein einziges mal bis Kraslava sehen. Pijedruja an der Weißrussischen Grenze soll auch sehr schön sein. Zu dieser Fahrt konnte ich meine Allerliebste aber nicht mehr bewegen.

 

 ünabei Kraslava

Die Daugava bei Kraslava

Die Düna ist im Bereich Kraslava aber schon schmaler als bei Daugavpils und Kanufahrten machen hier sicher viel Spaß. (Von Birzai aus kann man über kleinere Flüße über die Lielupe bis nach Riga paddeln.)

 

Daugavpils hat etwa 100.000 Einwohner, davon sind etwa 55% Russen (oder, wenn es sich besser anhört, russisch sprechende Letten), 16% Letten, 9%  Weißrussen und 2 % Ukrainer.

Das besondere an Daugavpils ist sicher die 1810 begonnene Zitadelle von Dünaburg, die sich westlich der Stadt (hauptsächlich am östlichen Ufer) an die Daugava schmiegt und das Zarenreich vor der Napoleonischen Gefahr schützen sollte. Hier geht es zum Bericht über die Zitadelle

Daugavpils hat genau wie Lettland eine wechselvolle Geschichte hinter sich. 1224 geriet das Gebiet unter Kontrolle des Deutschen Ordens. Eine Burg wurde gebaut um die sich dann die Stadt entwickelte. Belagert wurde Dünaburg dann abwechselnd von Litauern und Russen.

1588 wurde Daugavpils dann vom Deutschen Ritterorden an die Polen/Litauer (die ja damals noch EIN  Staat waren) verkauft. 1577 wütete hier noch Zar Ivan der Schreckliche und 1710 die Pest. Glück hatte Daugavpils nur bei den Schweden im Nordischen Krieg, die wollten nicht bis hierhin laufen.

 

Bei der ersten polnischen Teilung kam Daugavpils zu Russland und blieb es (bis auf drei Jahre deutsche Besetzung) bis 1991. Durch neue Düna Brücken und einer Eisenbahnlinie kam es zu einem Aufschwung. Als die Leibeigenschaft in Russland 1861 abgeschafft wurde, kam es zu einem starken Bevölkerungszuwachs.

1893 wurde die Stadt wegen der Russifizierungsbemühungen in Dwinsk umbenannt. Damals lebten ca. 72.000 Menschen in der Stadt, davon 46 % Juden, 27,5% Russen und 16% Polen.

1920 eroberten lettisch/polnische Truppen die Stadt und Daugavpils kam wieder zu Lettland.

1940 marschierten wieder die Russen ein, 1941 dann die Deutschen. Nachdem fast alle Juden umgebracht worden sind, befand sich die Wehrmacht auch schon wieder im Rückwärtsgang und hat dann noch nahezu die ganze Innenstadt abgebrannt.

1945 bis 1991 war Daugavpils russisch besetzt.

russisch orthodoxe Kirche Daugavpils

Sehenswert sind die evangelische, russisch orthodoxe (die größte orthodoxe Kirche in Lettland) und katholische Kirche in der Innenstadt. Auch ein Gefängnis sieht interessant aus.

Daugavpils Festung

Der Hauptgrund einer Reise nach Daugavpils wird aber sicherlich die riesige Zitadelle aus der Zeit der napoleonischen Kriege sein.

 

Die Adresse vom TIC (Tourist Information Center) in Daugavpils:

Daugavpils, 22a Rigas Street
Phone: +371 65422818
E-mail:
info(ata)visitdaugavpils.lv
WEB:
www.visitdaugavpils.lv

 


 

Öffnungszeiten:

Monday: 10:00-14:00
Tuesday-Friday: 10:00 – 18:00
Saturday: 10:00 – 14:00
Sunday: 10:00 - 14:00

 

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Meeresmuseum und Delfinarium Klaipeda

 

Besonders wenn man mit Kindern nach Klaipeda oder zur Kurischen Nehrung reist, wird einen das Delfinarium mit angeschlossenem Museum wie ein Magnet anziehen. Die Delfinshow wird wohl im Baltikum einzigartig sein.

Der Museumskomplex ist schön gelegen an der Nordspitze der Kurischen Nehrung im Ort Smyltene (deutsch hiess das Süderspitze), untergebracht in einem preussischen Plantagenfort, (Kopgalis = "Ende der Dünen") aus dem Jahre 1871. Das ganze besteht aus dem Fort, dem Delfinarium und dem Meeresmuseum.

 

Das Delfinarium (hier werden auch Therapien für Behinderte angeboten) ist in einem neueren Gebäude untergebracht, hier befinden sich zwei Kassen und eine Bewirtungsbude. Das Meeresmuseum dagegen ist im Alten Fort. 

 

Eingang ins Fort Kopgalis

Eingang ins Fort Kopgalis mit dem Meeresmuseum

 

Meeresmuseum 

Geht man über den Wassergraben (hier leben Robben und Pelikane) und durch die Befestigungsanlagen ins Innere des Forts, kann man sich das Meeresmuseum anschauen. Hier werden die üblichen grossen und kleinen Fische sowie Modelle von Haien ausgestellt.

 Inneres des Meeresmuseums Klaipeda

Blick von der Empore im Meeresmuseum. Unten das Becken der Störe

 

Stoere in Litauen

Auf dem Foto kann man drei der Störe sehen

 

Imposant sind die riesigen Störe, die im Becken in der Mitte der Ausstellung zwischen kleineren Fischen ihre Kreise ziehen.

 

Befestigungsanlagen

Die Befestigungsanlagen dieses preussischen Fortes bestehen aus den im Memelland üblichen roten Backsteinen und aus Erdwällen.

Faehre Kiel Klaipeda Delfinariumklick mich

Blick von den Wallanlagen auf das Delfinarium (die Fähre aus Kiel läuft gerade in Klaipeda ein)

 

Man kann die Wälle hochsteigen und hat einen sehr schönen Ausblick auf den Hafen von Klaipeda. In den Erdwällen befinden sich die Kasematten, in denen verschiedene Ausstellungen untergebracht sind.

 

Ausstellung in den Kasematten

Ausstellung in den Kasematten. Rechts ein alter Schiffsmast

 

Gehege der Seeloewen

Gehege der Robben und Seelöwen

 

An den Aussenseiten des Meeresmuseums befinden sich auch die Gehege der Robben und Seelöwen, die ordentlich Krach machen.

 

 

Wallanlagen Fort Kopgalis

Blick auf die Wälle und Kasematten. In der Mitte sieht man das Meeresmuseum

 

Delfinarium

Ich finde das Fort an sich schon sehr interessant, Höhepunkt für die meisten Besucher wird aber die Delfinshow sein. Die Tickets sollte man sich in den Urlaubszeiten früh genug kaufen. Bei unserem Besuch im Sommer 2014 waren die Vorführungen der nächsten Stunde schon ausverkauft und wir mussten lange warten. Oder man besucht nur Fort und Museum. Ausserdem waren die Schlangen an den Kassen sehr lang.

Die zwei zusätzlichen (leeren) Kassen beim Eingang in das Fort sahen wir (und die meisten anderen Besucher) erst beim Eintritt in die Anlage. 

 Delfinarium Klaipeda

Delfinarium Klaipeda. Links sieht man das Fort Kopgalis

 

Es gibt also vier Kassen. Am neueren Gebäude, dem Delfinarium, befindet sich neben den Kassen auch ein Eisverkauf und eine Imbissbude. Im Delfinarium findet die Delfinshow statt.

Auch ohne Eintrittskarte kann man hier die Delfine durch grosse Scheiben in ihrem Becken beobachten. 2014 hatte das litauische Delfinarium sogar Delfinnachwuchs, schön durch die Scheiben zu sehen.

 

Hier sollte man vielleicht beachten, dass die Menschenmassen, die zu den Delfinvorführungen gehen, jeweils durch einen engen Gang und nur eine schmale Tür zu den Sitzplätzen gelangen (das gilt für die rechte und linke Seite im Eingangsbereich des Delfinariums), was unschön gelöst ist. 

 

Delfinshow Klaipeda

Die Show ist im vollem Gange 

 

Die Show, an denen alle Delfine (ausser der Delfinmutter mit ihrem Baby) teilnahmen, beinhaltet natürlich den litauische Volkssport Basketball und das Hochkatapultieren der Trainer.

Für Kinder ist die Show sehr schön. Allerdings scheinen die Becken recht klein zu sein. 

2014 waren Renovierungsarbeiten noch in vollem Gange, die schon im Frühjahr 2013 begonnen wurden.

 

Garten der alten Boote Juru Muziejus

"Garten der alten Boote"

 

Ein Stück vom Meeresmuseum aus Richtung Norden kommt man zum "Garten der alten Boote", eine Ansammlung von ziemlich grossen Schiffen, auf Betonpfeilern aufgebockt.

 

Anfahrt

Faehre zum Meeresmuseum Klaipeda

Fähre zum Delfinarium 

 

Es gibt zwei Möglichkeiten zum Meeresmuseum und Delfinarium zu kommen, wobei man beides Mal eine Fähre benutzen muss. Einmal mit der Auto und Personenfähre vom Neuen Hafen nach Smiltyne und von dort ein Stück Nehrungsstrasse nach Norden oder mit den kleinen Personenbooten vom Alten Hafen an der Danes gatve direkt zum Fort Kopgalis. Die Überfahrt mit den kleinen Booten macht Spass und man hat eine gute Sicht auf die Hafenanlagen von Klaipeda.

Am Museumskomplex gibt es Parkplätze die kostenpflichtig sind. Im Sommer kann es da knapp werden. Das Gleiche gilt allerdings auch für den Alten Hafen.

 

Daten

Die Befestigungsanlage stammt aus dem Jahre 1866, wurde aber schon 1895 aufgegeben. Militärisch diente sie immer nur als Pulverlager.

Das Fort wurde ab 1973 restauriert und es wurde mit dem Bau des Aquariums begonnen. 1977 kamen die ersten Pinguine, 1978 Seehunde, 1982 Seelöwen und 1993 die ersten Delfine (aus Sevastopol). 1998 gab es die ersten Delfinbabys. 2013-2014 umfangreiche Renovierungsarbeiten.

Adressen

Meeresmuseum  und Delfinarium Klaipeda

Smiltyne St. 3

LT- 93100 Klaipeda

Fähren zum Meeresmuseum:  Fähren

  

Tunnel ins Fort Kopgalis

Eingangstunnel ins Fort

 

Faehre am Alten Hafen Klaipeda

Die Personenfähre legt am alten Hafen an 

 

 

Old Mill Hotel 

 

Die Zeiten des Hotels Alte Mühle sind lange vorbei. Dieses Haus wurde nach altem Vorbild neu aufgebaut und die Sprache gleich internationalisiert.

 

Alte Gebaeude Klaipeda

Häuser am Alten Hafen

 

Einschiffen für die Rückfahrt

 

Faehre vor Klaipedas Kulisse

Zurück nach Klaipeda

 

Blick auf Klaipeda von Kopgalis Jura Museum

Eingang zum Fort, die Kassenhäuser und der Hafen von Klaipeda

 

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Toharat Ha Kodesh Synagoge

 

 Choral Synagoge Vilnius

Chor Synagoge

 

Für uns etwas leichter auszusprechen ist die gebräuchliche Bezeichnung der einzigen noch existierenden Synagoge in Vilnius:

 

Chor Synagoge.

 

Ihr Name kommt von dem Chor der Synagoge, der für die damalige Zeit in Litauen revolutionär war. Gottesdienste mit Chor gab es öfters in deutschen Synagogen.

Gab es in Vilnius vor dem deutschen Einmarsch 1941 noch über 100 Synagogen (um 1900 war die Hälfte der Bevölkerung jüdischen Glaubens), hat nur die Choral Synagoge der deutschen und anschließenden sowjetischen Besatzung standgehalten. Die deutschen Besatzer nutzen das Haus, weshalb es den Krieg überdauerte.

 

Nach dem Krieg wurde in der Synagoge ein Metall verarbeitender Betrieb untergebracht. Die Vibrationen der Maschinen haben den Backsteinmauern im Laufe der Zeit starken Schaden zugefügt. 

 

Choral Synagoge Wilna

Innenraum der Choral Synagoge

 

Mittlerweile ist die aus dem Jahre 1903 stammende Synagoge wieder schön renoviert und steht den Gläubigern und den Besuchern zur Verfügung.

 

Um hinein zu kommen muss man am Tor klingeln. Ein etwas grimmig schauender Herr öffnet dann das Tor (ich glaube, er hat mir schon 1994 die Tür aufgemacht). In der Synagoge hat uns Frau Sheifer den Innenraum gezeigt und erklärt.

 

Rundgang Choral Synagoge Vilnius

Frau Sheifer (Mitte) spricht mehrere Sprachen.

 

Interessant war auch ihr Hinweis, dass früher aus religiösen Gründen ein Jüdisches Haus immer auf Treppen betreten werden musste. Von nun an haben wir sehr oft Treppen in Litauen gesehen, die uns vorher nie aufgefallen waren.

Die Führungen werden immer von verschiedenen Mitgliedern der jüdischen Gemeinde gemacht.

 

 Choral Synagoge Vilnius Innenraum

Die Ränge oben sind für die Frauen vorbehalten, Männer beten unten.

 

Ein Besuch in der Chor Synagoge kann man sehr gut mit einem Rundgang um die Innenstadt verbinden. Kommt man aus der Altstadt durch das Tor der Morgenröte (Ausros Vartai), biegt man nach rechts ab auf die Bazilijonu Gatve. 

 

Nach der Synagoge kommt das Vilnius Gaon Museum.

 

Choral Synagoge

Placioji Gatve

Vilnius

Ein 360° Panorama der Synagoge gibt es bei Synagogen360°  

 

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Oldtimermuseum / Motormuseum Bauska

 

In Bauska gibt es ein kleines nettes Oldtimermuseum, in dem russische, deutsche Autos und Motorräder ausgestellt sind.

 

Das Museum ist total neu und aufwendig renoviert und wirkt etwas deplaziert für die kleine Stadt Bauska. Wahrscheinlich sind hier auch EU-Gelder geflossen.

Der Besuch lohnte sich für uns, die Oldtimer waren interessant.

Horch 830 Bauska

Horch 830 BL von 1935

Der Horch kam mit einem Offizier der Roten Armee von Deutschland nach Riga. Es fuhr in Vladivostok und Saratov.

Der Wagen hat 3,5 Liter Hubraum und 75 PS.

 

Puch Bauska

Puch

 

K 750 M  Kopie der BMW R-71

K-750M  Kopie der BMW R-71 von 1965

 

Baltischer Jeep  BD 1322

Der grüne hinten ist der "Baltische Jeep"

Der Jeep wurde 1995 kurz nach der Wende in Lettland gebaut und war der erste Allradwagen, der dort gebaut wurde.

Der Rahmen stammt vom russischen Hersteller UAZ, der Motor kam von GAZ-24 (Volga) oder von einem Iveco Diesel.

2,4 Liter und 102 PS.

 

 Moskvic 1958

Moskvic 1958

 

Die Adresse vom Museum ist:

Motormuzejs

Sarkanmuiza 6

Bauska

 

 

  • Motormuseum_Bauska1
  • Motormuseum_Bauska10
  • Motormuseum_Bauska11
  • Motormuseum_Bauska12
  • Motormuseum_Bauska13
  • Motormuseum_Bauska14
  • Motormuseum_Bauska2
  • Motormuseum_Bauska3
  • Motormuseum_Bauska4
  • Motormuseum_Bauska5
  • Motormuseum_Bauska6
  • Motormuseum_Bauska7
  • Motormuseum_Bauska8
  • Motormuseum_Bauska9

 

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Baumkletterpark "Uno Park"  Vilnius

 

Zugegeben, Kletterparks gibts überall und wären mir nicht unbedingt einen Bericht wert. Dieser Kletterpark in Vilnius hat es aber in sich. Neben den normalen Parcours  mit unterschiedlichern Schwierigkeitsgraden kann man hier über den Fluß Neris schwingen. Und das ist schon eine schöne Sache.

Uno Park Vilnius

Sicherheit wird groß geschrieben

 

Kinder unter einer gewissen Größe dürfen nur mit einem Guide über den Fluss.

Kinder überqueren den Fluß mit einem Guide

 

Also für Familien mit Kindern und für die jung gebliebenen Vilnius Reisenden: ich fands ziemlich cool.

Uno Park Vilnius

Mit einer Hand muss man sich an der Rolle festhalten

 

Uno Park Vilnius

An der Lizdeiko Strasse fängt der Klettergarten an.

 

Uno Park Vilnius

 Die Neris

 Hier schwingt sich der dicke Autor selber über die Neris

 

Schwung über die Neris

 

 

Lizdeikos Str. 

Antakalnis district

Vilnius
+370 602 32366


Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Öffnungszeiten stehen auf der Website von Uno Park. Es gibt in Litauen 4 solcher Parks, die den deutschen Sicherheitsansprüchen wohl ebenbürtig sind.

 

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 Silute

 

 Rusne Silute Litauen              Ventes Ragas Litauen

       Rusne                                   Ventes Ragas

 

Šilute ist eine kleine Stadt am Flüsschen Sysa, im westlichen Litauen, an der Grenze zum Kaliningrader Gebiet gelegen und nicht weit von der Kurischen Nehrung entfernt. Nach Klaipeda (Memel) sind es etwa 50 km.
Bis 1923 gehörte Šilute zu Deutschland. 1918 wurde das Memelland laut Versailler Vertrag unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. 1920 übernahm Frankreich die Verwaltung.

Evangelische Kirche Silute

Evangelische Kirche

1923 kam es nach innenpolitischen Querelen (Polen hatte Vilnius eingenommen) zur Einnahme vom Memelland durch litauische Freischärler.

Die 200 französischen Soldaten ergaben sich den Litauern und im Mai 1924 übergaben die Alliierten ihre "Rechte" aus dem Versailler Vertrag an Litauen. Kleinlitauen bekam einen Autonomiestatus unter litauischer Verwaltung.

 
Wie gut, dass wir heute in einem freien Europa leben, in dem wir frei reisen und leben können wo wir wollen. Na ja, fast. Zumindest gibt's keinen Streit mehr um irgendwelche Ländereien.


Silute hat etwa 18.000 Einwohner (auch hier verlassen viele junge Litauer ihr Land, um im Ausland ihr Glück zu machen). Früher hieß die Stadt Heydekrug, nach einem Dorfkrug in der Heide.

 

1942 wurde hier Doris Nefedov-Treitz (Alexandra war ihr Künstlername) geboren.

Auch heute gibt es noch deutliche Spuren der deutschen Vergangenheit. 

altes Amtsgericht Silute

Altes Amtsgericht

Bibliothek Litauen Silute Klicken um die Schrift zu vergrößern

Inschriften auf manchen Häusern (die Litauer witzelten immer, die russische Farbe blätterte ab und die "gute" deutsche Farbe käme wieder zum Vorschein) sowie etliche Backsteingebäude, wie das alte Amtsgericht (heute ein Hotel), sowie die evangelische Kirche sind deutschen Ursprungs.

Hauptstrasse Silute

Šilute Hauptstrasse mit Blick auf die ev. Kirche und die Post


 
Nicht umsonst war Šilute nach der Unabhängigkeit sehr beliebt für Deutsche mit litauischen Wurzeln (Heimattourismus).

 

Kirche innen Fresken    Fresken der evangelischen Kirche Silute klick mich

Fotos Knut Stegmann Wiki

Fresken im Inneren der evangelischen Kirche Šilute

Herrenhaus von Silute  Museum Silute Litauen

Das Herrenhaus des Gutshofes Šilutė. Es gehörte Hugo Scheu - ein bekannter Sammler von litauischer Handwerkskunst des Memellandes und dem Gründer des ersten Museums im Memelland

Hier ist heute das TIC (Tourist Information Info) und das Museum untergebracht


Besichtigen kann man die 1926 erbaute evangelische Kirche mit einem 50 Meter hohen Kirchturm. Die Inneneinrichtung wurde vom Königsberger Künstler Prof. Dr. Richard Pfeiffer entworfen und durchgeführt. Einzigartig im damaligen Deutschland sowie in Litauen ist das etwa 80 m² große Fresko im Altarraum, auf dem über 120 Personen dargestellt sind. Personen aus der Bibel wie Noah ,Moses und König David, aber auch Heilige, Reformatoren (Luther) sowie Dichter (Simon Dach) und Musiker (J.S. Bach).

 

Katholische Kirche    evangelische Kirche Silute

      Die 1903 erbaute katholische Kirche                                            Evangelische Kirche von 1926

 

Taurage und das Memelgebiet sind durch die deutsche Vergangenheit (im Gegensatz zum restlichen Litauen) protestantisch geprägt.

Evangelische Kirche bei Silute Litauen

Evangelische Kirche bei Juknaiciai

 Deutsche Häuser in Silute Litauen

Alter Markt mit Erinnerungen an die deutsche Vergangenheit

 

Donnerstag und Samstag wird im Industriegebiet ein Wochenmarkt abgehalten, der auch für Besucher interessant ist.

 

 

Torfabbaugebiete bei Šilute

 

Torfabbau im Augstumalmoor Heydekrug

 

Arbeiter der Torffabrik Šilute um 1900 (Ansichtskarte)

 

Was aus einem Abbaugebiet nach Jahrzehnten werden kann: Biber Birzai

Nördlich von Silute gibt es große Torfabbaugebiete, die man auch auf Luftaufnahmen sehen kann. Dort wächst in den nächsten Jahren erstmal nichts mehr. Im Baltikum werden viele Häuser noch mit Holz geheizt und da wird ein Torfbriket auch gerne genommen. Leider hat Litauen keine anderen Rohstoffe und der nicht verbrannte Torf landet bei uns im Garten. Da sollte man keine Vorwürfe machen.

alte Karte von Heydekrug

Alte Memellandkarte

 

Bis 1939 existierte eine Synagoge, die aber nach dem deutschen Einmarsch niedergebrannt wurde. Nichts erinnert mehr an sie.
Das kleine Dorf Juknaiciai liegt etwa 10 km süd-östlich von Šilute. Man passiert es, wenn man von Tilsit aus Richtung Šilute fährt. Juknaiciai galt immer als Vorzeigekolchose im sowjetischen Litauen, gab es in dem Dörfchen doch ein Kultur und Gesundheitszentrum, sowie ein Schwimmbad mit Sauna und ein recht gutes Hotel.

Natürlich ist der subventionierte Luxus auf dem Lande schnell nach der Unabhängigkeit verblasst. Mittlerweile sind Hotel und Gesundheitsressort abgebrannt.

altes Feuerwehrhaus  Hermann Sudermann Denkmal Litauen  Amphibienfahrzeug Silute Litauen

             Altes Feuerwehrhaus                                  Hermannn Sudermann Denkmal                   Amphibienfahrzeug für das Memeldelta

Auch wenn Šilute selber nicht viel zu bieten hat, kann man es als Basis nehmen, um die durchaus sehenswerte Umgebung zu erkunden.

Transport bei Hochwasser nach Rusne

Bis vor kurzem wurden die Menschen mit Traktor und Hänger bei Hochwasser auf die Insel Rusne gebracht. Heute gibt es einen umgebauten Militärbus. Nur die Autos werden noch vom Trecker gezogen. Mir hat's Spass gemacht.

So sind die Städtchen Rusne, im Nemunasdelta (Ruß) und Ventes Ragas (Windenburger Eck), am Kurischen Haff, Besuche wert.

Adresse vom TIC Šilutė

Lietuvininkų Str. 4, LT-99179 Šilutė
Tel.: +370 - 441 77785
E-Mail:     info(ata)siluteinfo.lt
 
Geöffnet:
Mo – Do: 8.00-17.00 Uhr.
Fri: 8.00-15.45 Uhr.
Sa – So: Geschlossen.
Mittagspause: 12.00-12.45 Uhr.

Von Šilutė aus werden verschiedene Bootstouren zur Kurischen Nehrung angeboten. Radfahrer können so die Rundtour Nida-Klaipeda abkürzen !

Regelmässige Fährverbindungen bestehen zwischen dem Dorf Minija und Nida im Juni an Wochenenden. Ab Juli fährt das Boot jeden Tag.

Die Fahrt Retour kostet für Erwachsene etwa 18 Euro und pro Fahrrad 3 Euro. Abfahrtszeiten beim TCI_Silute  oder direkt beim Verleiher in Minge.

Da sich die Abfahrtzeiten öfter ändern, am besten die Webseite von 

Mingės Egzotika       kontaktieren. Hier kann man auch sofort ein e-Ticket kaufen.

 

 

Kanutouren auf der Minija, Šyša and Veiviržas werden vom Kanucenter Silute angeboten.

Auch andere Touren werden auf Wunsch angeboten. Kanus kosten bitte direkt beim Vermieter anfragen  Eine Unterkunft kann auch gebucht werden. Die Boote werden an den vereinbarten Abfahrtsort gebracht und am Ziel wieder abgeholt.

 

Übersichtskarte Memeldelta (Dank an das TIC Silute)

 

     Sysa Silute

Touren auf der Minija, Silute                                          Kanutouren auf der Sysa, Silute     Klick mich!

 

 Hier die Website vom Kanucenter Silute http://www.silutesbaidariucentras.lt/kayak_rental/

 

Fotos Wikipedia TIC Silute Privat

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Rokiškis

 

Rokiškis ist eine Stadt mit ca. 15.000 Einwohnern im nordöstlichen Litauen, nördlich des Aukstaitija Nationalparks und nicht weit von der lettischen Stadt Dünaburg (Daugavpils).

Tiesenhausen Palai Heimatmuseum Rokiskis Litauen

Das Tiesenhausen Palais ist das Aushängeschild Rokiskis und heute Heimatmuseum

 

 Von Birzai ist Rokiškis etwa 63 km, von Vilnius 160 km entfernt. Bis zur lettischen Grenze sind es 27 km.

Der Name Rokiškis soll auf den Jäger Rokas  zurückzuführen sein, der hier Hasen jagte (litauisch kiskis). Der Landsitz wurde 1499 erstmalig erwähnt. 1523 wurde er an die Fürstenfamilie Kroszinski verschenkt, die hier 200 Jahre waltete. Durch Heirat kam das Gut zur baltendeutschen Grafenfamilie Tyzenhaus (Tiesenhausen, aus Hannover stammend).

In der Zeit der Familie Tiesenhausen entstanden Bauwerke, die Rokiškis auch heute noch prägen. Besonders die von Gustav von Schacht geplante Mathäus Kirche (1868-1883 gebaut) und das Tiesenhausen Herrenhaus dominieren die Stadt. Die Mathäus Kirche gilt als wichtigstes neugotisches Bauwerk Litauens. Mir hat sie nicht so gut gefallen, die Litauer sind aber von ihr begeistert.

 

Kirche und Herrenhaus liegen sich in der Stadt gegenüber, getrennt durch den riesigen Marktplatz (heute der Unabhängigkeitsplatz), der mich mit seinen Häusern an die (jüdischen) Stetl des 19. Jahrhunderts erinnert.

Torboen Rokiskis Marktplatz

Diesen Torbogen haben die Rokiskier zur 500 Jahr Feier der Stadt (1999) mitten auf dem Marktplatz errichtet. Er ist sehr hässlich!

Der Marktplatz ist der einzige in Litauen erhaltene Platz dieser Art aus der klassizistischen Zeit. Gebaut wurde er 1701 auch von den Tiesenhausens.

Gutshäuser ud ee Rokiskis

Auf dem Weg zum Palais kommt man hier vorbei

Gutshäuse ud Seen auf dem Weg zum Museum

Ein schöner Weg (2012 im Bau) führt vom Marktplatz an zwei Seen vorbei zum Tiesenhausen Herrenhaus, welches heute ein (sehenswertes) Museum für Heimatkunde und litauische Zeitgeschichte beherbergt.

rokiskis Museum Litauen

Eintrittskarte Museum Rokiskis

 

Außerdem kann man mehr über die Geschichte der Grafen Tiesenhausen erfahren und  Kleider aus der damaligen Zeit sehen. Das schloßähnliche Herrenhaus sucht (den Dimensionen nach) seinesgleichen und wurde 1801 vollendet.

Blick vom Tyzenhaus Palais auf die Mathäus Kirche Rokiskis

Blick vom Palais auf den Park und die Mathäus Kirche in der Ferne

lick vom Parkeingang aufdas Palais Rokiskis

 Blick vom Eingang des Parkes zum Palais

s der Tiesenhausen

Palais der Grafenfamilie Tiesenhausen, heute Heimatmuseum von Rokiskis

Durch den großen Park gelangt man zum Palais, das auf beiden Seiten von Gutshäusern umgeben ist, die heute verschiedene Ausstellungen beherbergen.

Gutsgebäude Rokiskis Litauen

Gutsgebäude links

Gutsgebäude Tiesenhausen Rokiskis

Gutshäuser rechts   Dort befinden sich Ausstellungen, die Sie mit ihrer Museumseintrittskarte besuchen können.

Im Kreis Rokiskis wurde Anfang des 20. Jh. der berühmteste Holzschnitzer Litauens (Lionginas Šepka 1907-1985) geboren.  Seine Kunstwerke sind im separaten Seitengebäude zu sehen. Die Ausstellung in sechs Räumen spiegelt das ganze Schaffen des Schnitzers wider (ca. 300 Kunstwerke, einige bestehen aus mehreren Dutzenden von Details). Die Ausstellung beginnt mit der ersten beeindruckenden, dem Bruder gewidmeten Komposition und endet mit seinem letzten unvollendeten Holzschnitzkunstwerk, an dem er kurz vor seinem Tod arbeitete.

Holzskulpturen Schnitzereine Rokiskis Museum Litauen

Holzschnitzereien von Lionginas Šepka

Neben dem Gutshaus gibt es sehenswerte landwirtschaftliche Häuser und Stallungen aus Holz, sowie einen Spielplatz.

 

 Holzhäuser un Stallungen okiskis

 Alte Häuser und Stallungen wie im Freilichtmuseum Kaunas

 

Das Museum zeigt natürlich auch die in Litauen üblichen Stereotypen: Sowjetische Besatzung, Deportation nach Sibirien, Stalin, Hitler und die Waldbrüder.

Natürlich (siehe auch das Sela Museum in Birzai) wird die jüdische Vergangenheit nicht erwähnt. 1897 lebten in Rokiskis 2.067 Juden (1847 593), welches 75 % der Gesamtbevölkerung entspricht.

1939 lag der Bevölkerungsanteil bei 40 %. Am 15./16.8.1941 wurden 3.207 Juden (Männer, Frauen und Kinder) von den deutschen Besatzern mit Hilfe von litauischen Helfern ermordet. (Jäger Report).

 

Der verfallene (recht kleine) jüdische Friedhof, befindet sich am Rande der Stadt. Fotos vom Friedhof sind unten auf dieser Seite.

 Freiheitsstatue Rokiskis Litauen

Denkmal zur Erinnerung an 10 Jahre Freiheit für Litauen

Zwischen Marktplatz und St. Mathäus Kirche steht die Birute, die Freiheitsstatue von Rokiškis. Die Deutschen müssen sich 1941 bei ihrem Einmarsch gefreut haben, denn die Dame reckt ihre Hände zu einem Hakenkreuz. Denkmal und Hakenkreuz haben die Zeiten überstanden und lassen wohl so manchen Touristen verwundern.

Während der sowjetischen Zeit wurde Datum und Hakenkreuz zugeschmiert.

 

Gebaäude des TIC (Touristenbüros) Rokiskis

Gebäude des TIC (Tourist Information Center) Rokiskis

 

Das TIC klärte mich auf: Das Denkmal wurde 1930 in dieser Form aufgestellt, und erinnert an 10 Jahre litauische Unabhängigkeit (1918-1928). Das Hakenkreuz ist ein litauisches Zeichen für die Sonne.  

Birute Nahaufnahme Rokiskis Litauen

Solche Denkmäler hätten bei uns wohl auch einige gerne

Für mich interessant war die Ahnungs- (Interesselosigkeit) der jungen Helfer im Tiesenhausen Gutshof, angesprochen auf das Birute Denkmal.

Birute Denkmal Rokiskis Litauen von hinten

 Denkmal der Birute von hinten. Bedeutung der Personen ist unbekannt.

 

Rokiškis ist heute bekannt für seine Käsefabrik, die ganz Litauen mit ihrem Käse beliefert.

Der ehemalige Premierminister und Staatspräsident  Algirdas Brazauskas wurde in Rokiškis geboren.

 

Neben der Mathäus Kirche ist ein kleines Restaurant mit einfacherer litauischer Küche. Das Essen war gut, der Kaffee hat geschmeckt.

Am Markt ist das TIC (Tourist Information Center)

Tel.:+370 458 510 44,  +370 616 07156

Fax.: +370 458 510 52
Nepriklausomybės a. 8
LT-42115, Rokiškis 
 
Internetauftritt des Heimatmuseums Rokiskis: http://www.muziejusrokiskyje.lt/en/
 
Hier folgen einige Aufnahmen vom jüdischen Friedhof in Rokiskis.
 
 
üdischer Friedhof Rokisis Litauen
 
Jüdischer Friedhof, Seitenansicht
 
 
Grabstein Rokiskis Jüdischer Friedhof
 
 
Grabstein Rokiskis Jüdischer Friedhof
 
 
 
Grabstein Rokiskis Jüdischer Friedhof
 
 
Grabstein Rokiskis Jüdischer Friedhof
 
 
  
 
Grabstein Rokiskis Jüdischer Friedhof
 
 
 
Grabsteine Rokiskis Jüdischer Friedhof
 
 
 
Grabstein Rokiskis Jüdischer Friedhof
 

Privatunterkunft: Im Dorf Panemunis, zwischen Birzai und Rokiskis, bietet Jurgita Samoskiene eine Unterkunft und Wohnwagenstellplätze an.

 
 

Siauliai

 

Berg der Kreuze 

 

Siauliai ist eine Industriestadt in der nördlichen Mitte von Litauen.

Auf deutsch hieß sie mal Schaulen.

Bekannt ist Siauliai besonders für das litauische "Heiligtum", den Berg der Kreuze (Kryziu Kalnas), der etwa 10 km nördlich von der Stadt in Richtung Riga liegt. Sie hat aber auch einige interessante Gebäude, eine recht schöne Fussgängerzone und ein interessantes Schokoladenmuseum zu bieten.


kryziu kalnas Berg der Kreuze Litauen
Eingang zum Kreuzberg
 
Auf einem kleinen Hügel wurden aus Protest gegen die sowjetische Besatzung Kreuze jeder Art aufgestellt. Mehrere Male wurden sie durch die Besatzungsmacht mit Bulldozern platt gewalzt. Nutzte aber nichts.

Die Litauer stellten danach noch mehr auf.

Die Zahl der Kreuze lässt sich nicht mehr beziffern, sie ist aber riesig. Natürlich wirkt die Präsenz der enormen Kreuzmassen und seine Symbolik enorm auf den Besucher. Trotzdem beschleicht mich mittlerweile auch ein komisches Gefühl beim Besuch des Kreuzberges (bei meinen ersten Besuchen ab 1993 war das noch anders). Die Holzkreuze sind natürlich dem Wetter der Zeit und damit dem Verfall ausgesetzt. Vielleicht war früher mehr Widerstand und heute mehr Kommerz?

Wolken über dem Berg der Kreuze Litauen

Im Sommer 2013 sah es so aus, als ob sich Gott die Kreuze aus der Nähe anschaut. (Die Kamera richtet sich direkt auf den Kreuzberg).


berg der kreuze litauen

Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt

 
berg der kreuze siauliai

Meistens sind die Kreuze aus Holz. Es gibt aber auch Konstruktionen aus Metall und Metall/Holz/Glas Mix

 

statue berg der kreuze litauen
Jeder Platz wird mit kleinen Kreuzen behängt


imposante massen an kreuzen siauliai

Vielleicht bekommen sie einen kleinen Eindruck von der Imposanz dieses Ortes

 

Berg der Kreuze Litauen

Besucher kommen aus der ganzen Welt     Ganz unten auf dieser Seite ist noch eine Galerie von Fotos zu sehen

 
 
Berg der Kreuze von oben


Oben (Mitte links, das kleine Häuschen)sieht man den Pavillon, der für den Papst gebaut wurde. Das viereckige Gebäude oben rechts über dem Berg der Kreuze ist ein recht neu gebautes Franziskaner Kloster. Bei diesem Google Satellitenfoto kann man die Dimensionen des Kreuzberges erahnen. Links (Bild vergrößern!) sieht man den Parkplatz.

 

Am Parkplatz angekommen, geht man an allerlei Devotionalienbuden entlang zum Berg der Kreuze. Wir haben uns 2013 den neuen kostenpflichtigen Parkplatz gespart und parkten an der Wiese neben dem Berg der kreuze.

Da es Glück bringen soll am "Berg der Kreuze" selbst ein Kreuzchen anzubringen, kann man sich an den Buden eindecken.


Auf der linken Seite ist ein Holzhäuschen/Podest, von dem der Papst (Johannes Paul II) bei seinem Besuch im Jahre 1993 seine Rede an die Gläubigen hielt.


Ein Besuch ist empfehlenswert.

 


Siauliai selbst ist eine Industriestadt mit 126000 Einwohnern. (1992: 150000 !).
Neben Zerstörungen durch die Schweden wurde Siauliai durch die Truppen Napoleons geplündert und litt an Pestepidemien.


Der II. Weltkrieg , in dem Siauliai zu 80 % zerstört wurde, gab der Stadt den Rest und es existieren kaum noch alte, architektonisch bemerkenswerte Gebäude.  

Einzig die St. Peter und Paul Kathedrale hat die Wirrungen der Zeit überlebt.

 

Sein 70 Meter hohe Turm ist schon von weitem zu sehen.

Er ist der zweithöchste Turm Litauens.

 

Schokoladenverbrik Ruta Siauliai Litauen

Das (natürlich mit EU Mitteln) renovierte Museum der Schokoladenfabrik Ruta

Sehenswert, besonders wenn man mit Kindern reist, ist das Schokoladenmuseum der Firma Ruta. Im Verkaufsraum kann man sich mit Schokoladenprodukten und Kakaobutter eindecken. Im Museum selber kann man an einer geführten Tour durch die Schokoladenproduktion teilnehmen und die Mitarbeiter des Museums erklären den Prozess der Schokoproduktion von der Kakaobohne bis zur Schokolade. Besonders interessant natürlich die Bestandteile von Weisser-, Milch- und Zartbitterschokolade besonders hinsichtlich ihres Zuckergehaltes.

Ruta Roter Stern Schokolade Litauen

Roter Stern- ob kommunistische Schokolade besser schmeckte?

 

Ausstellungsstücke zeigen die Produkte von Ruta in ihrer wechselhaften Geschichte.

Führung im Schokoladenmuseum von Ruta Litauen

Führung im Schokoladenmuseum Ruta

 

Kinder werden im Museum aktiv eingebunden Ruta Litauen

Das Interesse der Kinder ist geweckt

 

  Amtsgebäude Siauliai Litauen

Amtsgebäude in Siauliai

 

Lokal in der Fussgängerzone Siauliai

Lokal in Siauliais Fussgängerzone

 

Fussgängerzone Siauliai

Fussgängerzone Siauliai

 

 

Nachstehend weitere Fotos vom Berg der Kreuze:

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Tourismuszentrum Šiauliai
Vilniaus str. 213, LT-76348 Šiauliai
Tel.: +370 41 523 110, 521 105
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Anyksciai

 

Anyksciai SchmalspurbahnBaumkronenpfad Litauen AnyksciaiLitauen Sommerrodelbahn

Schmalspurbahn Litauen          Baumkronenpfad             Sommerrodelbahn

 

Anyksciai Kletterparl

Kletterpark

Der Abfahrtplan der Schmalspurbahn ist weiter unter!

 

Antanas Baranauskas: Der Hain von Anyksciai

«So sind die Berge nun kahl, nur mit Stubben besät noch geblieben, oft mit Tränen begossen und in Gesängen besungen.

Unvollendet blieb auch das Lied: denn das Herz packte Schmerzen. Düster ward da die Seele und schwer und fand nimmer Ruhe.

Denn die gleiche Macht, die frevelnd die Wälder zerhackte, Überfiel auch die Seele, das Herz ... und brach auch dies Lied ab.»

Deutsch von Hermann Buddensieg, zit. nach Vytautas Kubilius

 

 

Anykšciai liegt in Aukštaitija, also der östlichen Mitte Litauens, etwa 100 km von Litauens Hauptstadt Vilnius entfernt.

Auf der Fahrradroute (natürlich auch Motorrad) von Vilnius nach Riga, wenn man nicht die Hauptstraße Via Baltica benutzen möchte, kommt man von Vilnius aus über Moletai nach Anykšciai. Weiter gehts dann über die landschaftlich schöne Nebenstrecke über Vabalninkas nach Birzai.

In Litauen gilt Anykšciai als Ort der Dichter und Denker ("Weimar Litauens"), da hier etliche (etwa 50) litauische Literaten herkommen oder zumindest hier wohnten.

Obwohl die Stadt in ihrer Geschichte über 20 Mal abgebrannt ist, es also kaum wirklich alte Gebäude gibt, hat es eine Vielzahl touristischer Ziele zu bieten.

 irche Hl. Mattäus Anyksciai Litauen

Kirche des Hl. Matthäus

Zuerst fällt bei der Anreise die große Hl. Matthäus Kirche auf (sie ist die höchste Kirche Litauens mit 79 m hohen Türmen und wurde 1909 gebaut). Sie ist genauso riesig dimensioniert wie viele andere Kirchen in Litauens kleinen Städtchen. Die Anykšciaier haben aber einen Turm mit einer Aussichtstplattform und entsprechender Metalltreppe ausgestattet. Von hier oben hat man nun einen schönen Blick über die Stadt und die Wasserfälle des Šventoji Flusses.

Denkmal Baranauskas  

Monument neben der Matthäus Kirche: Antanas Baranauskas, Litauischer Erzbischof und Poet

 

atthäus Kirche Innen   Matthäus Kirche Altar

Matthäus Kirche Innen                                   Altar    klicken zum vergrößern

  

EngelMuseum Anyksciai Litauen

In der Stadt gibt es ein Engelmuseum, in dem Sakrale Kunst und Bilder mit Engelbezug ausgestellt sind. Einige Bilder ähneln auch dem Stil der litauischen Maler und Musiker Ikone Ciurlionis

 

In der Nähe des Engelmuseums liegt das Restaurant Erdve. Etwas unscheinbar, wird es von Einheimischen stark frequentiert und bietet gute litauische Küche. (Ich bekomme übrigens kein Freiessen, wenn ich das hier so schreibe!)

 Wasserfälle Anyksciai Litauen

Blick von der Aussichtsplattform der Matthäuskirche auf den Šventoji Fluss und die Wasserfälle

 

Am Fluss Šventoji kann man sich die Wasserfälle anschauen.

 Narrow Gauge Raiway Lithuania   Schmalspurbahn Litauen

Bahnhofsgebäude der Schmalspurbahn                   Wasserturm

 

In der Vilties Gatve befindet sich der Bahnhof der Schmalspurbahn (Narrow Gauge Railway), zu der Besucher aus der ganzen Welt nach Anykšciai kommen.

 

 Schmalspurbahn Litauen   narrow gauge raiway lithuania

Bahnhof und Züge der Schmalspurbahn                 klicken zum vergrößern

  

Bahnhofsgebäude Anyksciai Litauen

Warteraum mit Kachelofen

 

Bahnhof Anyksciai Wartesaal

Wartesaal I. und II. Klasse    Heute sitzt hier nur die I. Klasse! 

 

Zu sehen sind das Bahnhofsgebäude, einige Züge und Lokomotiven und ein Wasserturm. Die Schmalspurbahn hat ihren Betrieb nach zwischenzeitlichen Problemen nach der Unabhängigkeit Litauens wieder aufgenommen und bietet Fahrten am Sonntag an. Den genauen Fahrplan sehem Sie unten auf dieser Seite. 

   Züge Anyksciai Litauenklick

 

Da die Fahrten begehrt sind, ist eine vorherige Anmeldung empfehlenswert.

 

Geld Bahnhof Anyksciai Lietuva   Deportationen von Litauern 1940klick

Mit diesem Geld konnte man sich ein Ticket kaufen     Obligatorisches Schild der lit. Deportationen nach Sibirien

Rubel, Talonas, Litas, Reichsmark

Ab und zu werden spezielle Ausflüge mit der Schmalspurbahn angeboten. Infos in Englisch auf der Website von Siarukas.lt.

 

Regelmäßig fährt die Schmalspurbahn am Wochenende. Zwei Ziele stehen zur Auswahl: einmal zum Fluß Anyksta und Rubikiai See. Die Sehenswürdigkeiten des Anyksiai Regionalparks werden dabei beschrieben. 

Das zweite Ziel ist das Troškunai Kloster.

Beide Touren starten gegen 11:00 Uhr und die Ankunft am Startbahnhof in Anykšciai ist um ca. 15:00.

Die genauen Reisebeschreibungen und Zeiten finden Sie auf Siaurukas.lt     Ein Rundtrip kostetete 20 Litas  (ca. 6 Euro). Im Jahr 2016 kostet diese Tour 7 Euro. In Litauen schiebt man diese Erhöhungen gerne auf den Euro.

 

 

 

 Pferdemuseum Anyksciai Litauen

Außerhalb von Anykšciai in Niuronys (etwas nördlich der Stadt) gibt es ein Pferdemuseum, laut dem Anykšciaier TIC eines der schönsten Ziele in Anykšciai.

 

Pfedemuseum Anyksciai

Kutschfahrten werden angeboten

 

Schmiede Anyksciai Litauen

Es gibt eine Schmiede

 

Litauisches Brot Anyksciai

 Man kann litauisches Brot probieren

 

In einem der alten Häuser kann man nach alter litauischer Tradition Hochzeiten und Taufen feiern. Dabei wird Brot gebacken, es werden die alten Bräuche erklärt, litauische Speisen und Getränke angeboten.

 

Zum Rasten und Auffüllen der Reserven bietet sich das Cafe Pasagele an.

 

 

 Puntukas Litauen

Südwestlich von Anykšciai (am östlichen Ufer des Flüsschen Sventoji) liegt ein riesieger Findling der schon vom Stadtzentrum aus als "Puntukas" ausgeschildert ist. Er ist der zweitgrößte Stein in Litauen. Mit 6,9 m Länge und 5,7 m Gesamthöhe wiegt er 265 Tonnen. Vor 14 bis 20.000 Jahren wurde er mit Gletschern aus Finnland hier her gerollt. In ihn wurden (während der deutschen Besatzung 1943) vom Bildhauer Bronius Pundzius die Köpfe der litauischen Fliegerstars Darius und Girenas gemeißelt. (Hier auf dem 10 Litas Schein zu sehen).

 

Neben dem "Puntukas" gibt es den einzigen litauischen Baumkronenpfad. Die herrliche Aussicht vom Aussichtsturm über die litauischen Wälder und das Flüsschen Sventoji sollte sich jeder Besucher gönnen.

 

Jonas Biunas Turm  Jonas Biliunas Turm Litauen

Etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt (Liudiskiu Gatve) befindet sich im Wald auf einem Hügel ein 14 Meter hohes Denkmal in Form eines Leuchtturmes (Turm des Glückes) das an den Dichter Jonas Biliunas erinnert. Dort ist auch sein Grab.

 

Holzburg Seimyniskeliai

Holzburg Seimyniskeliei

 

Der natürlich nicht originale hölzerne Übersichtsturm des Burghügels Šeimyniškėliai (Biliuno Gatve). Dort steht einer der größten hölzernen Burgen Osteuropas. Die Ausstellung ist nur im Sommer geöffnet. Im Herbst und Winter ist eine Anmeldung erforderlich (TIC). 

 

Sommerrodelbahn Anyksciai     Sommerrodelbahn Anyksciai Abfahrt     

Sommerrodelbahn

 

In der Kalno Gatve 25 finden Sie eine Sommerrodelbahn. Preis pro Fahrt 5 Litas.  Kalitos Kalnas.

 

Neben den beschriebenen Attraktionen gibt es einen Raum in dem man den "Kosmos"  sehen kann (J. Biliuno 53) und ein Maislabyrinth. Der Kosmosraum ist kitschig und das Labyrinth...na ja.

Maislabyrinth Anyksciai Litauen

Maislabyrinth mit Heckenlabyrinth

 

Wir fanden den Ort insgesamt mit all seinen Sehenswürdigkeiten und seinem "Erdve" Restaurant sehr schön. 

 

Der Internetauftritt in englischer Sprache der Schmalspurbahn in Anyksciai ist sehr informativ.

Oder hier vom litauischen Tourismusbüro in deutscher Sprache über die Schmalspurbahn in Anykšciai

Hier gibt es eine Übersicht über die Sehenswürdigkeiten Anykšciais. Man beachte die Vielfalt für so eine kleine Stadt.

 

Die Abfahrtspläne von Siaurukas, also der Schmalspurbahn in Litauen

Siaurukas Schmalspurbahn Litauen Abfahrtsplan 

Klick zum vergrößern    

Aktuelle Abfahrtspläne der Schmalspurbahn gibt es auf der Webseite von Siaurukas, dem Bahnbetreiber.

  

Der Internetauftritt des TIC Anykšciai ist sehr gut! 

Allein der Blick auf die ländlichen Unterkünfte (bitte nach unten scrollen) macht schon Lust seine Zeit hier zu verbringen (wenn man Zeit hätte, ja ich meine das ernst).

Anyksciai TIC   Email       Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Geguzes Gatve Tel./Fax (+370-381) 5 91 77

 

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Wasserburg Trakai

 

Wasserburg in Trakai

Trakai, mit seiner aus dem 13. Jahrhundert stammenden Wasserburg, zählt neben der Kurischen Nehrung, Vilnius und Kaunas zu den Hauptsehenswürdigkeiten Litauens. Hier war von 1316 bis 1323 die Hauptstadt Litauens, nachdem Großfürst Gediminas sie von Kernave nach Trakai übergesiedelt hat.

Die heutige Burg ist eine Rekonstruktion aus dem 20. Jahrhundert, nachdem die originale Bausubstanz am Zahn der Zeit stark gelitten hatte.

Sie liegt im Galve See und ist über eine Holzbrücke zu erreichen. In den Sommermonaten finden im Inneren der Burg klassische Konzerte der Oper Vilnius sowie Popkonzerte statt. In zahlreichen Ausstellungsräumen kann man die Geschichte von Trakai und der Burg erfahren.

Das Ufer des Galve Sees wird von einer Menge Cafes und Restaurants flankiert, die im Sommer bei gutem Wetter auch alle überfüllt sind. Berühmt ist das kulinarische Trakai für seine karäischen Kibinai, mit allem möglichen gefüllte Teigtaschen, die überall in Trakai angeboten werden und sehr lecker sind.

Erfunden hat sie angeblich das Militär: durch den Teigmantel blieb der Kibinai Inhalt länger warm und man konnte so die Truppe besser versorgen.

Wobei wir auch gleich eine weitere Besonderheit Trakais erwähnt haben, nämlich die Karaiten (Karäer), deren Esskultur die Kibinaitaschen nach Litauen gebracht hat. Die Karäer sind ein Turkvolk mit jüdischem Glauben, die Ende des 14. Jahrhunderts vom litauischen Großfürsten Vytautas (ja, Litauen herrschte damals bis ans Schwarze Meer!) nach Trakai verschleppt wurden und dort die Palastwache stellten. Vytautas war aber so nett, dass die Männer ihre Familie mitnehmen durften und ihnen Religions und Handelsfreiheit garantierte.

Meine Empfehlung für Trakai:

machen Sie eine Segeltour auf dem Galvesee mit. Dort kann man die Burg vom See aus sehen und fährt am Uzutrakio Palast des Grafen Tiškevičiaus (der Name dieses litauischen Adelsgeschlechtes ist mit fast jedem Palast in Litauen verbunden. Geschmack hatten die!) sowie am Totoriskiu Herrenhaus vorbei. Uns hat die Fahrt sehr gut gefallen und sie war nicht allzu teuer. Gechartert werden können die Boote direkt vor der Burg, nachdem man über die Holzbrücke gegangen ist. Costas, einer der Skipper, spricht Englisch und war schon weltweit mit seinem Segelboot unterwegs.

 Wasserburg Trakai Litauen  mit Brücke

 Am Ende der Brücke links liegen die Segelboote

Burghof Trakai Litauen

Im Sommer finden regelmässig Veranstaltungen im Burghof statt

Segelboot Galvesee Trakai Litauen

Skipper Costa

Uzutrakio Herrenhaus Trakai

Uzutrakio Herrenhaus

Totoriskiu  Herrenhaus Trakai Litauen

Totoriskiu Herrenhaus

Karaer Haeuser Trakai Litauen

Häuser der ehemaligen Palastwache, der von der Krim geholten Karäer.

Gebetshaus der Karaer, die Kenessa

Gebetshaus der Karäer, die Kenessa. Eine weitere steht in Vilnius

Ethnografische Museum der Karäer Trakai

Nettes kleines Museum übder die Karäer und ihre Kultur

Während der deutschen Besatzung 1941 bis 1944 haben die Karärer nur deshalb den Holocaust überlebt, weil sich die Rassenkundler der NSDAP nicht einig waren, ob die Karäer Juden sind oder nicht. Die Karäer selber und zu Rate gezogene jüdische Gelehrte haben das eifrig geleugnet.

Den Karaiten auf der Krim hat das nichts genutzt. Sie haben den deutschen Rassenwahn nicht überstanden.

Hochzeitsfoto Trakai Litauen

Für das Hochzeitsfoto muss ein schönes Hintergrundbild her. Am Wochenende sind überall die Brautpaare. Interessant hier die Konstellation Sonne/Wolken.

 

Segeltour auf dem Galvesee

 

Interessant auch: Karäer in Trakai

 

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Trakai -Brücke nach Litauen (schön gesagt vom TIC)

Adresse des TIC Trakai:

Vytauto Str. 69 Trakai, LT-21001 Litauen
Tel./Fax + 370 528  51 934
Mob. + 370 672  09 476
E-Mail:  trakaitic(ata)is.lt
www.trakai-visit.lt

Website der Trakaier Burg, fantastisch gemacht (sogar ohne EU Gelder): Trakai Museum

 

Von Vilnius Hauptbahnhof fahren Züge nach Trakai.

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Žemaitija Nationalpark

 

Von Daiva und Gerhard Zoll

 

Der  Žemaitija Nationalpark liegt im Nordwesten von Litauen in der Region Žemaitija. Der Park wurde 1991 gegründet und hat eine Ausdehnung von 21.700 ha.

 


Größere Kartenansicht

 

Unter Schutz stehen 26 Seen , Flüsse , Auen und Moore. Die leicht hügelige Landschaft ist vor etwa 15000 Jahren durch die Gletscher und Endmoränen der letzten Eiszeit entstanden.

In der Zeit ist auch der Plateliai  See entstanden, der größte See in der Region Žemaitija. Auf einer seiner sieben Inseln, der Burginsel, stand im 16. - 17. Jahrhundert die Burg von Königin Bonas die nur mit einer 300 Meter langen Eichenbrücke zu erreichen war.

Davon ist heute natürlich nichts mehr zu sehen. Der Plateliai See hat eine Größe von 12 km².

In den Plateliai See münden 17 Flüsse. Auf dem Grund des Sees wurden 2002 Holzboote aus der Zeit Vytautas des Großen gefunden. Ausserdem fanden Taucher einen großen Stein mit menschlichen Markierungen. Also ein Tip für Taucher.

Zemaitija Nationalpark Verwaltung

 

Der Zemaitija Nationalpark ist einer der begehrtesten Plätze in Westteil Litauens, nach der Ostsee in Klaipeda, Palanga und der Kurischen Nehrung

Es wurde schon viel und ausführlich über unsere Region geschrieben. Zusammenfassend ist zu erwähnen, dass die 21700 ha des Nationalparks ein Refugium für Naturfreunde sind. Er ist umfassend erschlossen. Es gibt sowohl Wanderwege und Radwege. Auch sind die meisten Punkte mit dem Auto zu erreichen. Einen angenehmen Aufenthalt kann man sich je nach Geschmack und Geldbeutel in verschiedenen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Bauernhöfen u.s.w. verschaffen. Die 1205ha große und bis 50m tiefe Gletschersenke des Plateliai Sees ist zweifelsfrei das Highlight des Parks.


Hier wird jeden Sommer ein Schwimmmarathon veranstaltet. Ist schon zur Tradition geworden. Es kann jeder teilnehmen wer Lust (und Kondition ) hat.

Distanzen zwischen 1,8 und 3,5 km werden geschwommen.

                          
plateliai see litauen

Plateliai See


Da der See ein interessantes Relief hat, kann man neben Boot fahren, schwimmen (besonders für Kinder geeignet, da flache, sandige Uferzonen)  und relaxen in jeglicher Form auch tauchen lernen, tauchen unter ortskundiger Anleitung und sogar den Tauchschein machen.

Über die sieben Inseln des Sees gibt es viele Legenden. So über die besondere Liebe von Kestutis und Birute oder über die mächtige Königin Bona (s.o.) und ihren verborgenen Schatz.

 Plateliai See Litauen

                                                                                                     

Daneben gibt es weitere 25 kleinere Seen und 200 Denkmäler des Kulturerbes. Darunter Natur-, Architektur- und andere Denkmäler.
Es gibt einen fast 50 Jahre alten Yacht-Club in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortes Plateliai. Dort kann man in sehr angenehmer Atmosphäre Essen, Feiern und übernachten

 Restaurant Plateliai See Tauchschule

Restaurant, Bademeister und Tauchschule am See

 

Tauchschule Plateliai See

Tauchschule am Plateliai See

 

Der Plateliai See gilt als der klarste und sauberste See in ganz Litauen. Mühelos kann man bis auf den Grund sehen. Nicht umsonst ist er beliebt bei Tauchern. Vielleicht schaffen wir ja im Sommer endlich eine Tauchrunde!

 

Unterkunft Plateliai See   Hotel Pension Zemaitija

Unterkunft direkt neben dem Plateliai See: Mortos sveciu namas



Die „Rock Festival Nächte“ mit mehr als 4000 Besuchern darf man auch nicht vergessen zu erwähnen. An heißen Sommernächten für die, die so etwas mögen, ein richtig gutes Event. 


Aber nicht nur im Sommer gibt es hier etwas zu bestaunen. Schon zwei Winter nach einander entstehen durch Künstlerhand  interessante und schöne Eisskulpturen auf dem gefrorenen See.

 

Neben Plunge ist Telsiai eine der "grösseren" Orte in Zemaitija.

Telsiai Denkmal Restaurant

Plateliai Zentrum  Hier im Restaurant haben wir gut gegessen. Im Vordergrund ein Denkmal für die litauische Unabhängigkeit

 

Kampf für Litauens Freiheit

Litauische Freiheits Armee, auch Waldbrüder genannt     "Ewiger Kampf für Litauens Freiheit"

 

Holzkirche Zemaitija  Litauen

Alte Holzkirche bei Plateliai


 
Plokstine Raketensilos Litauen


Ein weiteres, für einen solchen Park eher ungewöhnliches Museum ist das Militarismus-Museum im Plokstine Wald. Es handelt sich dabei um eine der ersten sowjetischen Raketenbasen für Interkontinentalraketen. Inzwischen ist die gesamte Anlage umgebaut und wiedereröffnet. Zu hoffen ist, um ein wenig die Authenzität nachfühlen zu können, dass der ursprüngliche Charakter möglichst erhalten geblieben ist.

Plokstines Raketenbasis Litauen

Die Silodächer wurden früher beiseite geschoben und hatten Tarnfarbe. Heute sind sie verschweißt.

 

Die Kommandozentrale Raketenbasis Litauen

Hier in der Mitte der vier Silos befindet sich der Kontrollraum der Raketenbasis

 

Schema der Raketensilos  Eingang zu den Silos

Schema eines Raketensilos  (30 m tief)           Eingang zur Kommandozentrale

 

Lager für die Sprengköpfe

Lager für die Sprengköpfe

 

Notstromaggregat in der Raketenbasis   Schaltraum Stromversotrgung Plokstine Litauenklick mich!

Notstromaggregat                                          Schaltraum

 

Wachsfigur im Bunker Raketenbasis

Wachsfigur eines Soldaten

aussichtsturm zemaitija np  geologie 

 
Führungen gibt es in einigen Sprachen..

 zemaitija nationalpark   

Über die vielen anderen kleineren oder größeren Museen kann man ausreichend und freundlich weitere Infos bekommen im Touristik-Zentrum  Plateliai.

Die allgemein verkehrsgünstige Lage und gute Verkehrsanbindung (Klaipeda, Palanga ca.70km, Plunge, Telsiai, Zemeitijos Kalvarija, Moletai ca. 15-20km u.s.w.) machen auch Ausflüge von hier aus gut möglich.

Touristen- Information

Didžioji g. 8,

Plateliai, Plungės raj.
               

Tel. (8 448) 49231,
               

Faks. (8 448) 49337.
               

El. paštas: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!          http://www.zemaitijosnp.lt

 

Fotos: Gerhard Zoll, A.Kuck, Wikipedia

 

Nicht weit vom Plateliai See, in der Stadt Telsiai, wurden 1941, zu Beginn  des deutschen Einmarsches in Litauen, äusserst brutale Verbrechen durch die abziehende Rote Armee verübt. Sie sind so brutal und unverständlich, dass man sie nicht so einfach glauben mag.

 

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Narrow Gauge   Schmalspurbahn  

 

Siaurukas

 

Narrow Gauge Anyksciai Schmalspurbahn

Lokomotive der Schmalspurbahn TU-2

 

Sie zieht Touristen aus der ganzen Welt an, die litauische Schmalspurbahn.

 

Hatte das 750 mm Eisenbahnnetz im Litauen der 1940 er Jahre noch eine Länge von fast 500 Kilometern, wird der Bahnbetrieb als Touristenattraktion heute nur noch auf der Strecke Panevezys - Anyksciai - Rubikiai (See) und Troskunai (Kloster) aufrecht erhalten.

 

Gebaut wurde die Schmalspurbahn von den russischen "Besatzern" im 19. Jahrhundert, aber auch die Deutschen im I. Weltkrieg haben Strecken für Truppentransporte und Materialversorgung vorangetrieben.

Schmalspurbahn Litauen Innen

Im Zug

 

Angetrieben wird die Bummelbahn mit russischen TU-2 Dieselloks der Kaluga Werke (gebaut wurden die ersten Exemplare ab 1955). Wer den gediegenen Charme der Holzeisenbahn von Palma nach Soller erwartet wird etwas enttäuscht. Die Zugmaschinen sind noch nicht so sehr alt, stammen halt aus sowjetischer Produktion und das ganze erinnert etwas an sozialistisches Bahn fahren. 

Wir haben die Strecke Anyksciai - Rubikiai ausprobiert, obwohl laut Fahrplan als Ziel das Kloster von Troskunai angesteuert werden sollte. Wir hatten vorher reserviert und waren frühzeitig zur Stelle, da die Plätze begehrt und limitiert sind.

Wählt man Troskunai als Ziel, sind am Ziel noch 2,5 Kilometer bis zum Kloster zu laufen!

 

Sommerrodelbahn Anyksciai

Hier passiert man die Sommerrodelbahn von Anyksciai

 

Bahnhof Anyksciai

Bahnhof von 1899

 

 Im Bahnhof

In der Bahnhofshalle

 

Der Bahnhof sieht so aus, wie er auch vor hundert Jahren ausgeschaut haben muss (1899 begann die Schmalspurbahn in Anyksciai zu operieren). Die Fahrt von Anyksciai nach Rubikai führt erst an der Sommerrodelbahn von Anyksciai vorbei (Attraktion für Kinder und Erwachsene!) und dann durch die schöne litauische Landschaft. Vor den unbeschrankten Bahnübergängen tutet die alte Lok, ansonsten wackelt der Zug beachtlich auf seinen schmalen Schienen. 

 Narrow Gauge Schmalspurbahn Litauen

Blick aus dem Fenster

 

Die Lokomotive sieht gut aus und pustet so viel Dieselrauch in die Luft, dass man sich an eine Dampflok erinnert fühlt.

Toilette Schmalspurbahn Litauen Plumpsklo 

Da wir mit Kindern unterwegs waren, hat uns das Vorhandensein der wie ein Plumpsklo funktionierenden Toilette (war bei uns bis vor kurzem bei der Bundesbahn auch gang und gäbe) erleichtert und zugegeben, auch etwas amüsiert.

 

 Rubikiai Schmalspurbahn

Ankunft in Rubikiai

 

In Rubikiai hält der Zug, alle steigen aus und die Fahrgäste bewegen sich routiniert zum Rubikiai See. Wir haben uns der Herde angeschlossen, weil eindeutig war es nicht, wo man nun hin sollte.

Marsch zum Rubikai See

Im Gänsemarsch gehts zum See und Restaurant

 

Fischrestaurant Rubikai

Zuvienes Pasiure Fischrestaurant am Rubikiai See

 

Fischrestaurant Rubikai Innen

Rustikal und lecker

 

Nach einem schönen Spaziergang am Waldrand entlang kommt man zum Fischrestaurant Zuvienes Pasiure und den Rubikiai See. Bei dem schönen Wetter an unserem Besuchstag war See und Restaurant belagert. Wir konnten sehr leckeren Fisch essen. Es gab auch Fischsuppe aus einem großen Kübel, die wir aber nicht probiert haben. 

Fazit:

Anyksciai ist ein wichtiges touristisches Ziel in Litauen. Die Holzburg Šeimyniškėliai, der Findling Puntukas (als Erinnerung an die USA Flieger Darius und Girenas), der Bilunas  "Leuchtturm", das Pferdemuseum und natürlich Anyksciai selber.

Die Sommerrodelbahn ist natürlich die Attraktion für Kinder!

Eine Fahrt mit der Schmalspurbahn rundet den Besuch ab. Man fährt durch die schöne Landschaft und erfährt durch die Schaukelfahrt Geschichte am eigenen Leib.

 

Meine Empfehlung!

 

 

Auf der anderen Seite des Bahnhofsgebäudes gibt es ein Eisenbahnmuseum mit allerlei Gerätschaften und einer Draisine, die man ausprobieren kann.

 

Fahrplan Narrow Gauge Litauen       

Fahrplan 2016

Die neuesten Fahrpäne gibt es immer auf der Webseite von Siaurukas

 

Schmalspurbahn Panevezys Plan

Fahrplan von Panevezys (nur bei besonderen Festen)

Neuer Bahnhof in Panevezys (Postkarte). Dank an Vytautas Semaska

 

Fahrten sind fast immer am Wochenende und in den schneefreien Monaten. Manchmal werden auch Erlebnisfahrten von Panevezys aus (z.B. Beaujolais Nouveau) angeboten, siehe Fahrplan.

 

Im September 2014 wurde in Panevezys ein neues Bahnhofsgebäude eingeweiht, das nach Vorlage alter Fotos gebaut wurde.  

 

Übrigens produziert der Diesel Motor der TU-2 Lok 300 PS, mit der er einen Stromgenerator mit 195 KW Leistung antreibt. Mit dem Strom werden wiederum vier Antriebsmotoren mit je 62 KW Leistung angetrieben. Testfahrten in Litauen und Estland ergaben eine Höchstgeschwindigkeit von 76 km/h. 

Realistisch waren wegen dem schlechten Schienenzustand nur Geschwindigkeiten von 30 bis 50 km/h.

Heute fahren die TU-2 Loks noch in der Ukraine und hier als Museumsbahn in Litauen. 

 

Fahrt mit der Schmalspurbahn von Anyksciai nach Rubikiai 2014

 

TU-2 Lokomotive

TU-2

 

Kartenreservierung und Infos bei Siaurukas

Vilties Gatve 2

Anyksciai  Litauen

Tel.: 0037038154597

Mail: anyksciai/ata/siaurukas.lt

 

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Rumsiskes Open Air Museum

 

 


Rumsiskes Karte

Karte vom Park   Unten ist der Eingang, in der Mitte das Städtchen   (© Litauisches Open Air Museum)

 

 Fenster Rumsiskes

Reiches Bauernhaus

 

Im Dorf Rumsiskes (bei Kaunas) wurde seit 1966 eines der größten Freilichtmuseen Europas aufgebaut. Es beherbergt auf einer Fläche von 195 ha mehr als 180 alte Gebäude, die überall in Litauen ab- und in Rumsiskes wieder aufgebaut wurden. Es ist das einzige derartige Museum in Litauen und zeigt Gebäude aus allen litauischen Landesteilen, Aukstaitija, Zemaitija, Dzukija, Suvalkija und den litauischen Häusern aus Kleinlitauen, dem ehemaligen Memelgebiet aus der Zeit des 18. bis Mitte des 20. Jahrhunderts.

 Miestele Rumsiskes Dorf

Städtchen mit Geschäften im Parkzentrum

 

Staedtchen Rumsiskes

Im gelben Haus wurde ein bekannter litauischer Film gedreht

 

Im Zentrum des Parks gibt es ein nachgebautes Städtchen mit Läden, Gasthaus, Buchgeschäft (mit interessanten Büchern). Da der Park auch noch etwa eine Stunde, nachdem die Häuser alle geschlossen sind, zugänglich ist, sollte man die Besichtigung des Städtchens an den Anfang des Rundgangs setzen.

 

 Muehle Rumsiskes

Mühle

 


Wir haben sogar ein Haus aus dem Dorf meiner Schwiegermutter entdeckt.

Wirtshaus Rumsiskes

Wirtshaus

 

 Hoefe Rumsiskes

Nicht nur hier im Museum - diese Brunnen findet man auch heute noch manchmal

 

Es gibt Gehöfte von reichen und armen Bauern, Kirchen, Mühlen, Getreidelager und eine Hütte zum trocknen von Pilzen zu sehen. Der etwa sieben Kilometer lange Wanderweg führt durch Wald und Feld und ist ein guter Ausgleich nach den Besichtigungen von Vilnius und Kaunas.

 Lager Rumsiskes

Lagerschuppen

 

 

Waggon Eisenbahn Deportationen

Waggon der für Deportationen nach Sibirien genutzt wurde

 

Natürlich darf auch nicht die Erinnerung an die Deportationen von 1940 und nach 1944 durch die sowjetischen Besatzer fehlen. Damals wurden politisch missliebige, reiche oder einfach nur von Nachbarn angeschwärzte Litauer mit Viehwaggons nach Sibirien deportiert. Ausgestellt ist ein Eisenbahnwaggon mit Fotos und Ausstellungsstücken über die Deportationen und eine Jurte, eine Art Erdhaus, in dem die deportierten Litauer bei Minusgraden leben mussten.

Die ausgestellte Jurte soll vergleichsweise luxuriös sein. Die Wirklichkeit war wohl noch schlimmer.

 Jurte Sibirien

Sibirische Jurte  Innen

 

Diese Deportationen, bei denen etliche Litauer ihr Leben oder zumindest ihre Gesundheit liessen und Litauen intellektuell schadete, sind bis heute ein Stachel in der litauischen Seele. 

Das litauische Grossfürstentum mit seinem Herrschaftsbereich bis zum Schwarzen Meer (das ist zugegeben schon 700 Jahre her) und die Deportationen nach Sibirien sind für viele Museen und den litauischen Menschen ein wichtiges, vereinigendes Thema.

 

 

Im Museum werden Führungen angeboten. Ausserdem gibt es Konzerte und Folkloreaufführungen. Bitte vorher am Besten auf der sehr guten Website des Museums informieren.

 


Wer lobt, darf auch kritisieren. Uns kamen die Mitarbeiter des Parks teilweise sehr desinteressiert vor. Vielleicht lag es auch an der Zeit, weil wir recht spät kamen. Die Damen an der Kasse waren recht unfreundlich und eine Info, dass die Geschäfte im Städtchen in der Parkmitte bald schliessen, wäre recht hilfreich gewesen, denn die Bauernhäuser, Scheunen und Mühlen sind auch nach der Parkschliessung noch von aussen zu besichtigen. Irgendwie ist man im Dänischen Den Gamle By Museum und dem Freilichtmuseum von Tallinn Rocca Al Mare engagierter dabei. Vielleicht hat das mit der litauischen Mentalität zu tun, ich weiss es nicht.

 

Besonders wer in Aukstaitija Nationalpark unterwegs ist (aber auch anderswo im ländlichen Litauen), der kann die gleichen Häuser wie hier im Museum sehen. Sogar noch bewohnt.

 

Rumsiskes liegt an der Autobahn A1, etwa 24 Kilometer von Kaunas entfernt Richtung Vilnius und ist gut ausgeschildert.

 

Ein Besuch im litauischen Freilichtmuseum ist empfehlenswert und ein sehr schöner Ausflug!

 

 

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Urlaub in Litauen  !

 


Ziele Litauen auf einer größeren Karte anzeigen

Auf der Karte sind die von uns beschriebenen Ziele und Sehenswürdigkeiten in Litauen verlinkt. Einfach auf die Ballons auf der Karte drücken oder links im Menü auswählen!

 

Litauen ist das größte der drei baltischen Länder, von Deutschland nur durch Polen getrennt. Von Berlin sind es etwa 1000 km bis zur alten litauischen Hauptstadt Kaunas.

Seit 2004 ist Litauen Mitglied der Europäischen Union, seit 2007 gilt auch hier das Schengener Abkommen. Die Grenzpassage läuft heute problemlos, vorbei sind die quälend langen Warteschlangen der Vergangenheit.

Litauen ist natürlich wegen der Entfernung am einfachsten mit dem Flugzeug zu erreichen (Anreise). Eine andere bequeme Möglichkeit sind die Fähren von Kiel oder Sassnitz. Leider dauert die Passage ebenso wie die Fahrt mit dem Auto oder Motorrad sehr lange.  Mit dem Auto oder Motorrad bieten sich Abstecher durch die Masuren an (Danzig ist sehr schön), oder der direkte Weg über Warschau (auch sehr lohnenswert zu besuchen). Eine Übernachtung in Polen ist durch den Ausbau der Autobahnen (Mautpflichtig) nicht mehr unbedingt nötig. 

Fähren nach Litauen     Mit dem Auto nach Litauen      Flüge nach Litauen 

Wir haben die Strecke Ruhrgebiet-Birzai in 17 Stunden reiner Fahrtzeit geschafft (incl. einer Stunde Stau in Deutschland).

Litauen besteht aus den Gebieten Aukstaitija (Nordlitauen), Dzukija (Südostlitauen), Suvalkija (Südwesten) und Zemaitija (Nordwest Litauen).

Alle Gegenden unterscheiden sich voneinander und haben teilweise starke Dialekte.

Sie können in Litauen vom Badeurlaub in Palanga, einsamen Spaziergängen auf der Kurischen Nehrung bis zu Opern Abende in der Litauischen Nationaloper in Vilnius (sehr zu empfehlen) für jeden Geschmack etwas erleben. Im Sommer gibt es Konzerte in der Wasserburg Trakai bei Vilnius (ähnlich den Festspielen im Amphitheater Xanten, nur dass Trakai größer und besser erhalten ist). Die Adresse von Trakai steht unter Weblinks.

 

Längst kein Geheimtipp mehr ist die Kurische Nehrung, eine Landzunge von Klaipeda (dem früheren Memel) bis nach Kaliningrad (dem früheren Königsberg). Der Legende nach wurde sie von der schönen Neringa geschaffen, die Sand aus dem Meer aufschichtete.

In das Haff strömt der Nemunas (früher Memel) und bildet bis zur Öffnung in die Ostsee bei Klaipeda ein Süßwassergebiet.

 

Die Überfahrt zur Nehrung erfolgt in Klaipeda. Im Sommer sind die Hotels voll, man sollte da schon vorher buchen.

 

Bei Nida, an der südlichen Spitze der Nehrung, gibt es die zweithöchsten europäischen Wanderdünen.  Thomas Mann hatte hier 1930 bis 1932 ein Sommerhaus.

 

Thomas Mann Haus                                                           Foto A.Kuck

 

Nida besitzt eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur und ist eines der am meisten besuchten Ziele Litauens.

Kurz hinter Nida ist die russische Grenze.

 

Neben der Kurischen Nehrung sind die litauischen Hauptattraktionen die ehemalige Hansestadt Klaipeda, in der sich die Touristen traditionell mit Bernstein eindecken.  Außerdem natürlich (die ehemalige Hauptstadt) Kaunas und die jetzige Hauptstadt Vilnius. Daneben gibt es den Berg der Kreuze bei Siauliai, auf dem die Litauer als Protest gegen die sowjetische Besatzung abertausende von Kreuze aufgestellt haben. Ziemlich eindrucksvoll.

 

Palanga ist das Seebad von Litauen. Der wunderschöne Strand lädt zum Baden ein. Palanga ist aber etwas zum Ballermann an der Ostsee geworden. Wer Ruhe sucht, fährt lieber nach Nida.

Birzai besucht man als Zwischenstation auf einer Fahrradtour, um das Schloss und den Sirvenos See zu sehen, oder bei der litauischen Bierroute, denn Birzai gilt mit seinen vier Brauereien als Hauptstadt der Biere.

 

 

Palanga

 

 

 

Bernsteinmuseum im Palast des Grafen Tisciewisz - Palanga mit Jesus (Foto ©TIC Palanga)

 

Palanga ist DAS Ostseebad Litauens und auch weit darüber hinaus. Bis zur Unabhängigkeit 1990 war es ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende aus Russland. Nachdem die Grenzen geschlossen wurden, brach der Tourismus stark ein. Mittlerweile ist Palanga wieder ein sehr beliebter Badeort mit Besuchern aus der ganzen Welt . Wir haben bei unserem letzten Besuch zwei Mädchen aus der Turngruppe unserer Tochter getroffen, die eigentlich ihre Familie in Weissrussland besuchten. Jedes Jahr macht die Familie auch Badeurlaub in Palanga und nimmt die 500 Kilometer Strecke in Kauf.

Denkmal an Jonas Zemaitis     Andenken an die russischen Gefallenen

Jonas Zemaitis - Chef der litauischen                       Russisches Kriegerdenkmal

Widerstandsbewegung bis 1953

 

In Palanga gibt es für jeden Geschmack etwas. Es gibt Kultur mit dem Bersteinmuseum, Strassenmusikern, vielen Kunstwerken und Denkmälern. Und es gibt die Partymeile an der Basanaviciaus Strasse, wo man fast einen Kilometer zwischen Restaurants,, Kneipen, Kinderkarussels, Wahrsagern und Eisverkäufern flanieren kann. Ein bisschen fühlt man sich wie auf Mallorca und meine Frau fragte mich : "Wo gibt es so was in Deutschland?"

Weg zum Strand : die Fussgängerzone

 Die Fussgängerzone zum Strand

 

Mindaugas Palanga Flagge

Zur Erinnerung an die Krönung von Mindaugas am 6. Juli 1253 wurde 2015 eine 1 km lange Fahne durch Palanga zur Seebrücke getragen

Foto © Klaus Hermann

 

 Hier ist bei gutem Wetter immer was los

 

Palanga Fussgängerzone Springbrunnen

Palanga ist gepflegt und es gibt viel Kultur im Stadtbild

 

 Man sieht oben den Zugang zum Strand

 

Springbrunnen an der Strandpromenade

 

 

 Palanga Landungsbrücke Tisciewicz

 Die Landungsbrücke

 

2015 wurde an die Krönung von Mindaugas gedacht. Die litauische Fahne war 1000 Meter lang

Foto © Klaus Hermann

 

Strand Palanga

 Palanga Strand

 

Strand Palanga Litauen

 Rettungswacht

 

Der 9,5 Kilometer lange Sandstrand bietet Platz genug um auch alleine zu baden. Dicht an dicht liegen die Besucher nur  an der Landungsbrücke, der Verlängerung der Basanaviciaus Strasse. Hier gibt es eine Schwimmaufsicht, die leider immer etwas zu tun hat. Laut TIC Palanga gibt es in den Sommermonaten überall am Strand eine mobile Strandwacht. Es sei sicher zu baden. Ist die Rote Flagge gehisst, sollte man aber nur bis zu den Knien ins Wasser gehen. Bei hohen Wellen gibt es eine gefährliche Unterströmung und in der Nähe der Landungsbrücke gibt es Untiefen.

Palanga Landungsbruecke

Landungsbrücke

 

Im Vergleich zu Jurmala, dem Badestrand der Letten bei Riga, war das Wasser in Palanga wesentlich wärmer und man musste nicht so weit laufen, um in tieferes Wasser zu kommen.

Die eisigen Temperaturen in Jurmala lagen wohl an ungünstigen Meeresströmungen.

Interessant ist auch der Vergleich der Architektur. In Jurmala und Palanga gibt es eine Mix zwischen sehr modernen Häusern (mit Geschmack oder Typ Neureich) und alten Holzvillen. Insgesamt ist Palanga aber in einem besseren Zustand.

 

Die Landungsbrücke als Verlängerung der Fußgängerzone ist immer ein begehrtes Ziel der Besucher. Sie wurde vom Grafen Tisciewicz gebaut, der die damals aus Holz bestehende Brücke als Steg für sein Boot nutzte.

 

Mittlerweile und einige starke Stürme weiter, ist die Brücke aus Stahl und Beton und etwas kürzer.

 

Verlässt man die Basanavicius Strasse, wird es aber auch in Palanga ruhiger.

 

Palanga ist touristisch hervorragend erschlossen. Es gibt sehr viele Hotels jeglicher Preisklasse aber auch viele Privatunterkünfte. Schon bei meinem ersten Besuch in Palanga, 1993, standen die Menschen an den Ausfallstrassen und warben auf Schildern für ihre Zimmer. Wahrscheinlich durch das Internet ist diese Art der Werbung etwas weniger geworden. Manche schreiben auch Liux (Luxus) auf ihre Schilder, ein Hinweis auf luxuriöse Unterkünfte. Wer will, kann sich von den Angeboten überzeugen. Man kann durchaus für 20 Litas übernachten, wenn auf lieb gewonnenen Komfort verzichtet wird. Gute Unterkünfte haben sich den westlichen Preisen angeglichen. Bei unserem Besuch 2014 haben uns Bekannte eine Privatunterkunft empfohlen, die wir unten näher beschreiben.

 

 Kavine Volunge Restaurant Palanga

Restaurant Volunge

 

Es gibt natürlich auch Restaurants für jeden Geschmack, und, beschränkt man sich auf litauische Küche, kann man auch auf der "Ballermannstrasse" (Basanaviciaus) für unsere Verhältnisse günstig essen. Unser Vermieter empfahl uns ein Lokal hinter dem Markt, wohin sich keine Touristen verirren. Von aussen total unscheinbar, entpuppte es sich wirklich als Geheimtipp: innen total voll, günstige , leckere Küche, guter Service und sogar englische Speisekarten. Auch der Kaffee war gut, aber mittlerweile gibt es auch in Litauen fast überall guten Kaffee. Das Restaurant (Kavine) "Volunge" liegt hinter dem Markt (auch interessant) in der Virbaliskes takas 3.

Kwas  Brotgetraenk

Verkauf von gezapftem Giras (Brottrunk) am Markt

 

Ausgiebige Spaziergänge kann man am Strand machen, oder man besucht das Bernsteinmuseum, das größte Museum seiner Art in Europa (2014 wurde es umgebaut und modernisiert). Das Museum ist im Palais von Palanga untergebracht und liegt inmitten eines 86 ha grossen Parks (die Grössenangaben sind überall unterschiedlich. Ich nenne hier die von der Parkwebsite), der zeitgleich mit dem Palais (natürlich) vom Grafen Tisciewicz gebaut wurde. Tisciewicz hat gefühlt alle Sehenswürdigkeiten in Litauen gebaut und sie werden feststellen, er hatte nicht nur Geld, sondern auch Geschmack.

Kutsche Palanga

Wer nicht spazieren möchte, kann den Kindern auch eine Kutschfahrt gönnen

 

 Palanga katholische Kirche  klick mich

Maria Himmelfahrt Kirche von 1907

 

Der Botanische Garten gilt als einer der schönsten Parks in Litauen. Er beherbergt 500 verschiedene Pflanzen und wurde vom französischen Gartenbauer Edouard Francois Andre entworfen. Den Palast entwarf der deutsche Architekt Franz Heinrich Schwechten. Eigentlich sehr europäisch, die damalige Zeit.

 Bernsteinmuseum Palanga

Bernsteinmuseum im Tisciewicz Palast

 

Das Bernsteinmuseum in Palanga ist wesentlich größer als sein Pendant in Nida und zeigt den Besuchern etwa 5000 Exponate aus Bernstein in allen möglichen Farben. Bearbeitet und unbearbeitet, mit Inklusien (Einschlüssen von Insekten oder Pflanzen) und ohne - in allen möglichen Größen und das ganze über 40 Millionen Jahre alt.

 

Eins der größten Bernsteine Europas, der Sonnenstein, befindet sich hier in Palanga. Er wiegt etwa 3,5 kg.

 

Die Ausstellung ist modern gestaltet und auch gut für Kinder geeignet. In den Vitrinen sind Lupen angebracht, so dass man die Exponate und besonders die Inklusien gut sehen kann.

Der Besuch im Museum ist natürlich besonders bei schlechtem Wetter empfehlenswert, wenn es am Strand und auf der Basaniviciaus Strasse nicht mehr so gemütlich ist.

 Mariengrotte Palanga Birute

Die Mariengrotte am Fuße des Birute Hügels

 

Im Botanischen Garten trifft man auf den Birute Hügel, dem größten Hügel in Palanga, an dessen Fuß eine Grotte zum beten an die Jungfrau Maria einlädt. Die Litauer beteten eigentlich lieber die Birute und ihre heidnischen Götter an und deshalb wurde der Hinweis auf die christliche Religion schon im 16. Jahrhundert etwas forciert.

 

Adressen Unterkunft Palanga:

Unterkunft in Litauen und Palanga am Meer

Palanga TIC (Palanga Tourist Information Center)    Email vom TIC  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hotel Reservation Service

Booking Com

Palanga Hotels

Unterkunft

Unterkünfte in unterschiedlicher Qualität und Preis gibt es fast wie Sand am Meer. Wir haben bei unserem Besuch 2014 in einem Privathaus am Ende der Dariaus ir Gireno Strasse gewohnt. Das Haus ist ziemlich neu, hat zwei Ausziehsofas im Wohnzimmer und ein separates Schlafzimmer. Küche und Unterhaltungselektronik sind neu. Im Garten gibt es Sitzgelegenheiten und einen Grill. Mir hat das Bett nicht zugesagt, die anderen waren zufrieden. Die Unterkunft kostet 67 Euro/Tag (zumindest haben wir so viel bezahlt).

Unterkunft Palanga

 

Beispiel für ein Quartier in Palanga

 

Die Adresse und weitere Infos gibt es unter Unterkunft Palanga

Campingplatz Palanga:

Camping Palanga

 

Parken

Im gesamten Innenstadtbereich muss man fürs Parken bezahlen. Kostenlose Parkplätze gibt es vor dem Botanischen Garten und am Stadion (Dariaus ir Gireno gatve).

Einwohner

Gab es 1923 2.040 Einwohner, hatte die Stadt 2011 etwa 17.000 Einwohner. Im Sommer sind die Ureinwohner stark in der Minderzahl, denn es kommen ca. 65.000 Besucher aus der ganzen Welt.

Geschichte

Ganz kurz: Palanga wurde 1422 dem ehemaligen Litauisch/Polnischen Reich zugesprochen. Der Deutsche Orden kontrollierte das Land südlich von Palanga, früher Memelland, heute Kleinlitauen genannt. Die im Frieden von Melnosee ausgehandelten Grenzen waren übrigens mit die stabilsten Europas. Sie hielten von 1422 bis 1918. Die Deutsch-Litauische Grenze verlief damals bei Kretingale (Deutsch Krottingen).

Hafen

Ausser der Tisciewicz Landungsbrücke hat Palanga nie einen richtigen Hafen bekommen, was teils an der Versandung, teils an der Konkurrenz von Memel und Liepaja lag.

 

 

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Uzupis

 

Der Stadtteil Uzupis grenzt an die Altstadt von Vilnius.

Freie Republik Uzupis - Vilnius

Läuft man vom Kathedralenplatz nicht die Pilies Gatve hoch, sondern  folgt dem Verlauf der Sventaragio Gatve - B.  Radvilaites Gatve - Maironio Gatve kommt man zur St. Anna Kirche. Napoleon soll über sie gesagt haben, dass er sie am liebsten mit nach Frankreich genommen hätte. (Er hätte mal besser alle seine Soldaten wieder mitgenommen statt sie hier 1812 verhungern zu lassen, aber das ist eine andere Geschichte)

Uzupio Kavine egierung von Uzupis

 Restaurant Uzupio Kavine direkt an der Vilnia gelegen. Gilt auch als Regierungssitz.

 

Nach der St. Anna Kirche kommt das Hotel Mabre Residence in einem sehr schönen altem Ambiente gelegen. Kurz danach ist der Zugang zur "Freien Republik Uzupis".

 Paddeln auf der Vilnia Vilnius Litauen

Der Stadtteil Uzupis wird vom Fluss Vilnia umgeben (nur im Osten gibts kein Wasser). Der Zugang aus Richtung Altstadt erfolgt über Brücken.

Wie man oben sieht, kann man auf der Vilnia rudern. Eine schöne Möglichkeit Vilnius zu erkunden. Links die Uzupio Kavine, die "Regierungsbehörde" von Uzupis.

Auf der Halbinsel haben sich Künstler zusammen gefunden und versuchen etwas schönes aus den alten Gemäuern zu machen. 

Ansichten von Uzupis Vilnius Litauen

Strassenansicht Uzupis

Seit einigen Jahren ist die Gegend als Wohngebiet sehr begehrt. Die Immobilienpreise sind rasant angezogen, Gebäude werden liebevoll restauriert.

Hinterhofansicht Uzupis Vilnius Litauen

Blick durch die Häuser

Hinteöfe Uzupis Vilnius Litauen

Teilweise liebevoll gepflegte Hinterhöfe

Uzuois Vilnius Ansichten

Noch ist viel zu tun aber Fortschritte sind überall zu sehen.

Engel mit der Posaune Uzupis

Platz mit dem Posaunenengel, 1999 gebaut, Wahrzeichen der Republik Uzupis. Er verkündet den "Staat der Engel".

Berittene Polizei Uzupis Vilnius

 

Nicht immer war es in Uzupis mit seinen vielen Kneipen und Geschäften so friedlich wie heute.

Strassenansicht Uzupis Vilnius Litauen

Es ist noch viel zu tun.

Bis 1941 galt Vilnius als Jerusalem des Ostens und hatte viele weltberühmte Gelehrte. Uzupis war zum Großteil von Juden bewohnt. Nach dem Krieg waren fast alle Juden durch die Deutschen ermordet und die Gebäude in Uzupis leer und zerfallen. In der Sowjetzeit siedelten sich Verbrecher und Prostituierte an.

Uzupis Ansichten Vilnius

Uzupis wurde "Messerstecher-Stadtteil" genannt. Durch den deutschen Einmarsch 1941 fand in Uzupis ein nahezu 100 % iger Bevölkerungsauschtausch statt. Mehr dazu unter Litauen im Krieg.

 

 Details Uzupis Wilna   Häuser in Uzupis Vilnius Litauen

Klick mich

 

Heute kann man in Uzupis genauso sicher und unbekümmert spazieren, wie im restlichen Vilnius. Wir empfehlen einen Ausflug nach Uzupis ausdrücklich.

 Strassenansicht Uzupis Litauen

Kirche des Heiligen Bartholomäus (Sv. Baltramiejaus) Uzupio Gatve 13

Auf Entdeckungstour in Vilnius fallen einem natürlich die vielen verschiedenen Kirchen auf – in Uzupis erblickt man durch einen Torbogen zum Beispiel die in einem Hinterhof stehende Bartholomäus-Kirche aus dem 17. Jahrhundert, die kleinste Kirche der Stadt. Nachdem sie verfiel, wurde sie 1844 wieder hergestellt und 1949 durch die russische Besatzung geschlossen bzw. zu einem Lager und einer Bildhauerei umfunktioniert, dort wurde auch eine überlebensgroße Lenin-Skulptur erschaffen. 1997 wurde sie wieder renoviert und als Kirche wiedereröffnet. Besichtigen kann man sie Montags bis Donnerstags nachmittags und Samstagvormittags, das Innere ist aber eher karg.
Vom Garten hat man einen schönen Ausblick rüber nach Paupys. 

 

Neben der Kirche ist das alte Pfarrgebäude. Die hier lebende Künstlerin war vor einigen Jahren in Marl (NRW) bei einer Kunstveranstaltung der Grubenausbauwerkstatt tätig.

uzupis Ansichten Vilnius

 Ansichten in Uzupis

Mittlerweile gehört Uzupis zu den angesagtesten  Wohngebieten. Die Immobilienpreise sind rasant gestiegen. Weil sich viele Künstler angesiedelt haben, wird Uzupis auch als Montmartre von Vilnius genannt.

Uzupis ilnius Wilna

Man findet überall reizvolle Details

Aus Spass haben die Uzupis Bewohner 1997 (natürlich am 1. April) die Freie Republik Uzupis ausgerufen. Seitdem gibt es eine Verfassung, einen Präsidenten, eigene Pässe und sogar eine eigene Armee. Die wurde aber wieder abgeschafft, weil keiner Angst vor ihr hatte.

 Kirche der Heiligen Gottesmutter

Blick von Uzupis aus auf die orthodoxe Kirche der Heiligen Gottesmutter

Möchte man ein Visa für die Republik haben, kann man sich eins im Cafe "Uzipio Kavine" in der Uzupio Gatve 2 abholen. Das Cafe ist auch das offizielle Regierungsgebäude.

 

Graffiti Vilnius zupis

Graffiti: Der Neid wird Euch alle auffressen!

 

 

Ein englisches Video über Uzupis:

 

 

 Hier die Verfassung der Freien Republik Uzupis:

  1. Jeder Mensch hat das Recht, beim Fluss Vilnia zu leben, und der Fluss Vilnia hat das Recht, an jedem vorbei zu fließen.
  2. Jeder Mensch hat das Recht auf heißes Wasser, Heizung im Winter und ein gedecktes Dach.
  3. Jeder Mensch hat das Recht zu sterben, aber das ist keine Pflicht.
  4. Jeder Mensch hat das Recht, Fehler zu machen.
  5. Jeder Mensch hat das Recht, einzigartig zu sein.
  6. Jeder Mensch hat das Recht zu lieben.
  7. Jeder Mensch hat das Recht, nicht geliebt zu werden, aber nicht notwendigerweise.
  8. Jeder Mensch hat das Recht, gewöhnlich und unbekannt zu sein.
  9. Jeder Mensch hat das Recht, faul zu sein.
  10. Jeder Mensch hat das Recht, eine Katze zu lieben und für sie zu sorgen.
  11. Jeder Mensch hat das Recht, nach dem Hund zu schauen, bis einer von beiden stirbt.
  12. Ein Hund hat das Recht, ein Hund zu sein.
  13. Eine Katze ist nicht verpflichtet, ihren Besitzer zu lieben, aber muss in Notzeiten helfen.
  14. Manchmal hat jeder Mensch das Recht, seine Pflichten nicht zu kennen.
  15. Jeder Mensch hat das Recht auf Zweifel, aber das ist keine Pflicht.
  16. Jeder Mensch hat das Recht, glücklich zu sein.
  17. Jeder Mensch hat das Recht, unglücklich zu sein.
  18. Jeder Mensch hat das Recht, still zu sein.
  19. Jeder Mensch hat das Recht zu vertrauen.
  20. Niemand hat das Recht, Gewalt anzuwenden.
  21. Jeder Mensch hat das Recht, für seine Unbedeutsamkeit dankbar zu sein.
  22. Niemand hat das Recht, eine Ausgestaltung der Ewigkeit zu haben.
  23. Jeder Mensch hat das Recht zu verstehen.
  24. Jeder Mensch hat das Recht, nichts zu verstehen.
  25. Jeder Mensch hat das Recht zu jeder Nationalität.
  26. Jeder Mensch hat das Recht, seinen Geburtstag nicht zu feiern oder zu feiern.
  27. Jeder Mensch sollte seinen Namen kennen.
  28. Jeder Mensch kann teilen, was er besitzt.
  29. Niemand kann teilen, was er nicht besitzt.
  30. Jeder Mensch hat das Recht, Brüder, Schwestern und Eltern zu haben.
  31. Jeder Mensch kann unabhängig sein.
  32. Jeder Mensch ist für seine Freiheit verantwortlich.
  33. Jeder Mensch hat das Recht zu weinen.
  34. Jeder Mensch hat das Recht, missverstanden zu werden.
  35. Niemand hat das Recht, jemand anderen die Schuld zu geben.
  36. Jeder hat das Recht, individuell zu sein.
  37. Jeder Mensch hat das Recht, keine Rechte zu haben.
  38. Jeder Mensch hat das Recht, keine Angst zu haben.
  39. Lass dich nicht unterkriegen!
  40. Schlag nicht zurück!
  41. Gib nicht auf!

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Bauska und Rundale Lettland

 

Burg Bauska              Altstadt Bauska            Oldtimermuseum Lettland Bauska            Schloss Rundale

 Burg in Bauska                              Altstadt Bauska                           Oldtimer                                  Rundale

 

Lohnenswerte Ausflugsziele in der Umgebung von Birzai sind die Ordenburg in Bauska und das an Versailles erinnernde Schloss Rundale kurz hinter der Grenze in Lettland.

Dieser kurze Weg über die litauische Landesgrenze nach Lettland lohnt sich, aber sehen Sie selbst! Da Lettland auch den Euro eingeführt hat und die Grenzen (EU Binnengrenze) offen sind, ist der Abstecher ohne Probleme machbar.

Bauskas Ordensburg              Schloss Rundale Lettland Latvia

Alte Ordensburg in Bauska                                     Rundale, Versailles des Baltikums

Die Festung Bauska wurde 1443 vom Deutschen Orden zum Schutz vor Litauen angelegt.

Klaipeda-Memel kontrovers

 

Klaipeda ist Litauens Tor zur Ostsee und zur Kurischen Nehrung. Klaipeda ist eine schöne Stadt zwischen Kaliningrad und Palanga gelegen. Überall in Klaipeda und im gesamten Memelgebiet erinnern Details (besondere die Backsteingebäude) an die deutsche Vergangenheit. Diese Vergangenheit wird aber von litauischer Seite fast komplett ausgeblendet.

Ich empfand diese Geschichtsklitterung immer als sehr sonderbar. Im Internet sah ich durch Zufall den folgenden Text von Beate Szillis-Kappelhoff über Litauens Umgang mit der deutschen Memel Vergangenheit.

Für den flüchtigen Leser, der vielleicht die anderen Texte dieser Website nicht kennt:

Ich mag Litauen, ich mag Polen.

Man kann überall hinreisen, wohnen, Immobilien kaufen- wo man möchte. Europa...herrlich.

Als Deutscher habe ich keine Ansprüche auf irgendwelche Ländereien in Polen, Russland oder Litauen.

Aber man kann doch nicht sagen, dass Kaliningrad immer russisch war. Oder Klaipeda immer litauisch. Es gibt eine deutsche Vergangenheit dort und warum sollten die Litauer diese Vergangenheit verleugnen?

Im Zusammenhang mit diesem Text habe ich eine junge Litauerin gefragt, ob Klaipeda immer litauisch war. Und ob Kaliningrad eine litauische Vergangenheit hat. Die Antwort hat mich dazu gebracht, den folgenden Text von Beate Szillis-Kappelhoff dem oben stehenden Reisebericht über Klaipeda zur Seite zu stellen.

 

Litauens Geschichtsklitterung:
Ein Zeichen schlechten Gewissens ?

von Beate Szillis-Kappelhoff
 
Veröffentlicht bei www.birzai.de mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

 

 

 

Teil 1 - MD September 2003

 

In der litauischen Stadt Klaipeda (ehemals die deutsche Stadt Memel) wurde am 8. August 2003 ein monumentaler Triumph-Bogen feierlich eingeweiht. Eine graue quaderförmige Säule stützt links eine ebensolche waagerechte, die wiederum an ihrer rechten Seite abgebrochen dargestellt wird. Doch wird die Waagerechte hier von einer kostbaren runden Säule aus rotem polierten Granit gestützt. Spontane Interpretationen stellen sich ein. Soll hier die Dreigeteiltheit der Geschichte dargestellt werden? Weisen die beiden grauen Quader auf die graue Vergangenheit der etliche tausend Jahre alten kurischen Urbevölkerung und der über 700 Jahre angedauert habenden zerstörten deutschen Geschichte?

 

Klaipeda Triumpfbogen  

Foto: Szillas Kappelhoff                                            Giedrius Zmaizys

 

Bedeutet die polierte rote Säule die zukünftige Unterstützung durch die Europäische Union?

Die Inschrift auf dem waagerechten Quader wird entziffert und mit Hilfe des Wörterbuches übersetzt:

 

"ESAM VIENA TAUTA, VIENA ŽEME, VIENA LIETUVA" d.h.:

 

"Wir sind ein Volk, ein Land, ein Litauen"

 

und macht dann doch erheblich stutzig und weckt merkwürdige Assoziationen, denn kürzlich wurden die Litauer von ihrem Präsidenten zu stärkerem Nationalbewusstsein und Patriotismus aufgefordert. Solch ein Litauen soll reif für die Europäische Gemeinschaft sein?
"Ein Volk, ein Land" mag ja noch angehen, aber was hat Litauen mit Memel-Klaipeda zu tun, das einen solch überdimensionierten Triumph-Bogen rechtfertigt, der zudem am falschen Platz steht und eindeutig neureich-protzig wirkt?

 

Die Jahre des Dritten Reiches und der Sowjet-Okkupation mal großzügig nicht mitgezählt, gehört die Stadt doch erst 80 Jahre lang zu Litauen! Deutsche Touristen stehen fassungslos-ärgerlich davor und fragen, warum nicht lieber das Geld für die alten Menschen ausgegeben wird, die zuhauf in der Altstadt herumstreunen, die Mülleimer durchwühlen und sich nachts in Ruinen einen Schlafplatz suchen. Oder warum wird nicht wenigstens der deutlich sichtbare Verfall öffentlicher und historischer Gebäude aufgehalten?
Ein erneuter Besuch des Monuments bei anderen Lichtverhältnissen macht die unter dem Text eingemeißelte Unterschrift lesbar: "E. Simonaityte". Nun erschließt sich Vieles, denn die Schriftstellerin Ieva Simonaityte (1897-1978) ist so etwas wie eine Nationalheilige, die ihre Sozialisation zwischen den Weltkriegen erfahren hat und sich der sogenannten "klein-litauischen" Bewegung angeschlossen hatte. Diese Bewegung entstand als Gegenbewegung zur Bismarck´schen Minderheiten-Politik und war ein Protest gegen die Germanisierung der baltischen Ethnien im nördlichen Ostpreußen. Eine analoge Bewegung gab es bei den slawischen Ethnien im südlichen masurischen Teil.

 

Es ist nicht zu leugnen, dass ab dem 15. Jh. viele Litauer in Ostpreußen siedelten, weil sie vor der polnisch-litauischen Adelsherrschaft in das mildere Recht des Deutschen Ordens und später aus dem zaristischen Russland in den geschützteren Raum Preußens flohen. Daraus konstruierte diese Protest-Bewegung aus dem Namen "Preußisch-Litauen" den unhistorischen Begriff "Klein-Litauen" sowie eine Zugehörigkeit zu dem nicht existenten "Groß-Litauen".

 

Bei der ländlichen Bevölkerung fanden diese "Kleinlitauer" allerdings wenig Zuspruch. Die Menschen wussten zwar, dass etliche ihrer Vorfahren Litauer waren, doch fühlten sie sich in erster Linie als loyale preußische Staatsbürger, zudem waren sie im Gegensatz zu den Litauern jenseits der Grenze protestantisch und nicht zuletzt konnte der deutlich niedrigere, ja primitive Lebensstandard in Russisch-Litauen kaum jemanden verlocken die Seiten zu wechseln. Lediglich die kulturellen Veranstaltungen und die in Tilsit erscheinenden Zeitungen in litauischer Sprache fanden Zuspruch.

 

Einige Führer dieser Bewegung optierten nach dem 1. Weltkrieg für Litauen, ließen sich jedoch von Deutschland repatriieren, als Litauen unter Stalins Herrschaft kam. Hervorgehoben sei hier der preußische Pfarrer Wilhelm Gaigalat (1870-1945), der es besonders gut verstand, sein Fähnlein in den politisch günstigen Wind zu hängen. Die Nachkommen dieser sogenannten Kleinlitauer leben heute in den USA und in Kanada und finanzieren sehr spendabel Projekte, die die Existenz "Klein-Litauens" beweisen sollen. Außerdem stellen sie Anträge bei der UNO und der EU und haben langfristig im Auge, das Königsberger Gebiet (Kaliningradskaja Oblast) für Litauen gewinnen zu können.

 

Auch hier wird Geschichte umgeschrieben was das Zeug hält: Weil die litauische Sprache schon während der polnisch-litauischen Zeit praktisch nur noch von der Unterschicht gesprochen wurde und auszusterben drohte, wurde in Königsberg mit Hilfe der damals noch nicht ganz ausgestorbenen prussischen Sprache die litauische Schriftsprache entwickelt und die ersten litauischen Bücher gedruckt, was dieser Sprache wieder auf die Beine half. Der "Kleinlitauische Rat" (Lithuanian Minor) legt diese Fakten nun derart aus, dass Königsberg eine urlitauische Stadt sei, die nur zwischenzeitlich von Deutschen okkupiert wurde. So unverschämt gehen nicht einmal die Russen mit der Stadtgeschichte Königsbergs um, und folglich zeigen etliche litauische Landkarten eine Grenzziehung, die das Königsberger Gebiet als litauisches Gebiet ausweisen. So unverschämt gehen nicht einmal die Russen mi der Stadtgeschichte Königsberg um!

 

Aber die Geschichte werden wir uns nicht nehmen lassen!

 

Als ein Beispiel möge ein Buch dienen, das auf der Titelseite die Kurenkahn-Wimpel rund um das Kurische Haff zeigt, jedoch großräumig den russischen Teil Ostpreußens bis zur Grenze mit Polen einbezieht (Nijole Strakauskaite, Kuršiu Nerija, 2001).

 

Befasst man sich mit der Geschichte Litauens, so muss man feststellen, dass es nur die kürzeste Zeit ein eigenständiger Staat gewesen ist, was wohl zu dem heute zu beobachtenden inferioren Verhalten beiträgt. Das ostbaltische Litauen war um das Jahr 1200 ein kleines Gebiet östlich von Kaunas zwischen den Flüssen Memel (Nemunas/ Njemen) und Beresina, also ein Binnenland.

 

Fürst Mindaugas (1236-1263) eroberte weite Gebiete in südlicher Richtung bis ans Schwarze Meer und machte Litauen zu "Groß-Litauen". Im heutigen Litauen lebten an der Küste und am Memelfluss die westbaltischen Kuren und Schalauer, während auf der Hochebene im Binnenland die ostbaltischen Samogiten/ Szemaiten, die sogenannten Niederlitauer wohnten, auch Zemaiten oder Schameiten genannt. Dies war ein sehr kämpferischer Stamm, der den Deutschen und Livländischen Orden viele handfeste Probleme bereitete und letztlich erfolgreich am Untergang des vereinigten Ordens beteiligt war. Dessen Fürst Vykintas fiel im Kampf gegen Mindaugas, der selbst verwundet überlebte. Vykintas Nachfolger Trenotia verfolgte ebenfalls eine andere Politik als Mindaugas, der Frieden mit dem Livländischen Orden schloss, sich taufen ließ, dann aber wieder heidnisch wurde, als die Zeiten dies günstiger erscheinen ließen.
Was hat Mindaugas Großreich mit dem heutigen Litauen zu tun, mag man sich verwundert fragen. Für nationalgestimmte Litauer bedeutet es jedoch die Quelle für alles: Alles nämlich, was mit ihrem Selbstbewusstsein zusammenhängt und alles, was sie sich für ihre Zukunft erträumen, leiten sie aus der vermeintlichen Ausdehnung des Reiches Mindaugas ab, wodurch für sie Rechtsansprüche bezüglich der heutigen bzw. zukünftigen Grenzziehung wie selbstverständlich entstehen.

 

Die Stadt Memel steht voller Plakatwände, die an die Feiern zu Mindaugas Krönungstag erinnern, auch der zu großspurig ausgefallene Triumph-Bogen hatte ursprünglich an diesem Tag eingeweiht werden sollen, was jedoch zeitlich nicht gelungen ist, weil die Bauarbeiter nicht schnell genug gearbeitet haben. Und letztlich muss Mindaugas dafür herhalten, das schlechte Gewissen wegen der widerrechtlichen Annexion im Jahre 1923 und der Einverleibung des Memellandes nach 1945 zu beruhigen.
Während Literatur und Karten von litauischen Archäologen und Linguisten die Geschichte Ostpreußens und des Memellandes korrekt wiedergeben, bieten etliche litauische Historiker nur haarsträubende Verfälschungen an. Als gutes Beispiel mag der litauische Geschichtsatlas für Schulen dienen (LIETUVOS istorijos atlasas, Briedis Verlag, Vilnius). Auf ein und derselben Seite zeigt die obere Karte des 13. Jh. die Lage aller baltischen Stämme in nicht zu beanstandender Weise, wobei Litauen als kleines Gebiet weit im Binnenland in kräftig grüner Farbe hervorgehoben ist. Direkt darunter erscheint auf einer zweiten Karte des 13. Jh. plötzlich ein Großlitauen, das Samogitien und die kurischen Gebiete sowie weite Teile Nord-Ostpreußens einschließt. Und genau in dieses aufgeblähte Dunkelgrün stechen nun die blauen Pfeile der Attacken des Deutschen und Livländischen Ordens. Weder Vykintas noch Trenotia finden Erwähnung, allein Litauen wurde angegriffen und allein Mindaugas hat die Angriffe abgewehrt. Eine Deutung, die heutige Litauer szemaitischer Abstammung schwer verstört: Sie fühlen sich von den Hochlitauern mehr als herablassend behandelt.

 

"Kurzfristig von Deutschland annektiert"

 

Dass das nördliche Ostpreußen, das Stammgebiet der prussischen Nadrauer, auch Mindaugas zugerechnet wird, "beweise" eine angebliche Urkunde über eine Schenkung Mindaugas an den Livländischen Orden, die zwar unauffindbar ist, aber über die in der Livländischen Reimchronik geschrieben wird. Wenn die Frage der Echtheit dieser Behauptung hier nicht geklärt werden kann, hat auf alle Fälle Mindaugas etwas verschenkt, was ihm gar nicht gehörte. Selbst wenn Nadrauen ihm gehört haben sollte, weiß schon der Volksmund: Geschenkt ist geschenkt!

 

Bei weiterer Durchsicht dieses Geschichts-Atlasses wundert es dann auch nicht mehr, dass die Karten des 19. und 20. Jh. ebenso verfälscht dargestellt werden. So also lernen litauische Schüler litauische Geschichte! Und auf diese Weise indoktriniert werden sie Ostpreußen und das dazugehörige Memelland als kurzfristig von Deutschen annektierten Teil Großlitauens betrachten und können in folgerichtiger Konsequenz Ansprüche auf das Königsberger Gebiet, und wer weiß, vielleicht auch noch auf Weißrussland und die Ukraine stellen, sobald Mütterchen Russland zu schwächeln beginnt.
Noch abenteuerlicher wird es, wenn die Museen Memel-Klaipedas unter die Lupe genommen werden. Das "Kleinlitauische Museum" (Mažosios Lietuvos istorijos muziejus), in der Ausstellung selbst mehr um Seriosität bemüht, hält es eher mit Verschleierungs-Taktik.

 

Bis zum 1. Weltkrieg zeigt es die Geschichte des Memellandes recht korrekt, wird dann aber für die Jahre 1919 bis 1923 merkwürdig schwammig.

 

Die Annexion 1923 wird so kommentiert, dass "beide Teile Litauens" sich wieder "natürlich" vereinigen wollten. Dass die von den Siegermächten geforderten und von Litauen zugesagten Volksabstimmungen systematisch verhindert wurden, wird unterschlagen, wie auch die Tatsache, dass in den gewählten Gremien des Memellandes nie mehr als fünf litauische Abgeordnete saßen (von 29 Sitzen) und dass die Rechte der Memelländer stark beschnitten wurden.

 

Die von Ribbentrop, wenn auch nicht ohne erheblichen Druck des Deutschen Reiches, vertraglich erreichte Angliederung des Memellandes an Deutschland im Jahr 1939 wird als Nazi-Okkupation dokumentiert. Statt der reichlich vorhandenen Bilder jubelnder Memelländer wird ein Foto weinender Kleinlitauer gezeigt. Man bedenke hier noch einmal die zahlenmäßig geringe Stärke der Kleinlitauer im Verhältnis zu den Deutschgesinnten: Von mehr als 150 000 Bewohnern optierten gerade einmal 585 Personen für Litauen (Arune Arbušauskaite, Litauens Optanten 1939, Klaipeda 2001).  Die nachgewachsenen Generationen der Memelländer werden sich jedoch ihre Geschichte nicht stehlen lassen, auch wenn Litauen auf eine biologische Lösung des Vertriebenenproblems gehofft haben mag. In diesem Sinne ist der Ausspruch "Memel lebt!" auch zukünftig zu verstehen, denn die Lebenslüge, dass das Memelland urlitauisches Gebiet sei, wird nicht Bestand haben können. Jetzt erst treten die Umstände von Flucht, Vertreibung, Entrechtung und Benachteiligung ins allgemeine Bewußtsein, und sie werden Wunden zeigen, die sich weder durch Schweigen noch durch Geschichtsklitterungen des "Kleinlitauischen Rates" schließen lassen. Nur die wirklich ehrliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen kann Entlastung bewirken. Da niemand die Ausdehnung Litauens in Frage stellt, müsste Litauen eine Selbstsicherheit entwickeln können, die die offene Auseinandersetzung ermöglicht. Wir freuen uns auf ein Litauen, das Mitglied der EU sein wird, aber wir erwarten Gerechtigkeit, die in Ehrlichkeit besteht!

Systematisch wird in litauischen Geschichtsdarstellungen ver­sucht, Memel und das Memelland in eine „kleinlitauische Re­gion Klaipeda“ umzuwandeln. Die Behauptung, dass das Me­melland „urlitauisches“ Gebiet sei, wird jedoch keinen Bestand haben, und sie kann auch kerne Grundlage für ein partnerschaft­liches Zusammenleben im Eu­ropäischen Haus bilden.

 

Weit entfernt von Seriosität ist der im städtischen Informations­büro ausliegende Prospekt. Hier wird die Ostseeküste vor zwölf-hundert Jahren von Balten be­wohnt, dann wird plötzlich die Memelburg vom Livländischen Orden gegründet. Die nun ent­standene deutsche Stadt trägt je­doch irgendwie keinen Namen, während das Gebiet ringsum als von Litauern bewohnt darge­stellt und „Klein-Litauen“ ge­nannt wird. Wieder ein Gedan­kensprung, und 90% der Bevöl­kerung werden nach Deutsch­land und Sibirien „evakuiert“.

 

Das sehr schön eingerichtete Schmiede-Museum in der Alt­stadt zeigt vorwiegend Grabkreuze und Grabeinfassungen, die von zerstörten memelländi­schen Friedhöfen eingesammelt wurden. Dies ist an sich löblich, denn auch gegenwärtig machen sich noch Friedhofsräuber über „Altmetall“ her und veranstalten Schießübungen auf Grabsteine mit deutschen Namen. So we­nigstens blieb ein Teil der Kul­turgeschichte erhalten. Nur sehr zurückhaltend finden sich aller­dings Hinweise auf die systemati­sche Zerstörung und Einebnung deutscher Friedhöfe.

 

Weitere Beispiele: Das Uhren­museum ist das „einzige in Litau­en“ und zeigt in einer „engli­schen Kaufmannsvilla aus dem 19. Jh.“ sehr schöne Uhren, ohne dass man etwas über ihre Her­kunft erführe. Überhaupt finden sich an etlichen historischen Ge­bäuden Bronzetafeln, die auf „li­tauisches Architektur-Denkmal des 19. Jh.“ hinweisen, während Kasernen und militärische Anla­gen als „deutsch“ deklariert wer­den und die Ausstellungen dort mit deutschen Militärmärschen beschallt werden. Da nahezu sy­stematisch der Anschein vermie­den werden soll, es habe sich hier um eine über Jahrhunderte deut­sche Stadt gehandelt, verwundert die Aussage eines Prospekts, der auf die „westliche Architektur Klaipedas“ verweist, die so ganz anders sei als in den übrigen li­tauischen Städten. Ja, wie mag sie dort nur entstanden sein?

 

Studieren wir Prospekte z.B. „Exploring Klaipeda 2003“, die von Tourismus-Agenturen he­rausgegeben werden, wird die geschichtliche Darstellung des Memellandes geradezu schamlos gefälscht, und wieder wird der Name „Memel“ konsequent ausgeblendet. Hier wird die „Stadt Klaipeda“ 1252 gegründet, einige Absätze weiter folgt die Infor­mation, dass der Name erstmals 1418 erwähnt wird. Nach der Stadtgründung reitet man im Schweinsgalopp durch 600 Jahre Geschichte, in der die Stadt in scheinbar schneller Abfolge von Szemaiten besetzt und dann ein Teil Preußens wird, dann einer Schwedens, dann wieder Preu­ßens, dann Russlands. Es ent­steht der Eindruck, die deut­schen Epochen seien nur kurze Episoden gewesen, bis die Stadt im 18. Jh. nur noch aus Forts und Kasernen bestand. Doch unver­mittelt wird man konkret: „1871 bis 1919 gehörte die Stadt Kai­serdeutschland an. Zu der Zeit hat man sich bemüht, Klaipeda zu verdeutschen, man stoß aber auf ein Widerstand der Litauer.“ Dieses Zitat ist ein Beispiel für eine noch relativ gute deutsche Übersetzung. Auffällig ist, dass in allen erhältlichen Prospekten die Absätze in Deutsch misera­bel und teilweise sinnentstellend übersetzt sind, obwohl in der Re­gion viele Menschen leben, die hervorragend deutsch sprechen. Trotz der Tatsache, dass der überwiegende Teil der Besucher aus Deutschland kommt, drängt sich die Frage auf, ob das ab­sichtlich geschieht und ob darin Geringschätzung ihren Ausdruck findet, was um so verwunderli­cher wäre, als Litauen erkannt hat, dass es im Gegensatz zu sei­nen baltischen Nachbarländern den Tourismus als Einnahme­quelle bisher stark vernachlässigt hat.

 

Ein markantes Beispiel für Geschichtsfälschung bietet der Abschnitt „Klaipeda und das Bier“: „In Klaipeda wurde die erste Brauerei in Litauen ge­gründet. 1784 hatten die Litauer auf einmal keine Lust mehr, deutsches Bier aus Tilze (Tilsit) zu transportieren und beschlos­sen, eine eigene Brauerei zu bau­en. Das Geschäft gründete ein echter Patriot des Küstenlandes, Reineke.“ Nur dem völlig Un­kundigen wird nicht auffallen, dass es zu Ende des 18. Jh. kei­nen Staat Litauen gab und eine Stadt Klaipeda noch weniger. Nicht die Litauer hatten keine Lust mehr, sondern die deut­schen Memeler, weshalb auch der echte Patriot einen zweifels­frei deutschen Namen führte.

 

Es bleibt die Frage, warum das heutige Litauen, das inzwischen NATO-Mitglied ist und sich für die EU entschieden hat, es für nötig hält, so schludrig mit der Geschichte umzugehen. Auch wenn noch Reminiszenzen der deutschen Vergangenheit zu be­sichtigen sind, wird Memel sy­stematisch in ein „kleinlitaui­sches Klaipeda“ verändert, was nicht nötig wäre, wenn Litauen sich ernsthaft und ehrlich mit sei­nem Geburtsfehler auseinandersetzte. Die Memelländer selbst haben sich im Westen etabliert und unterstützen das heute li­tauische Memelland nach Kräf­ten. Von ihnen droht Litauen keine Gefahr. Im Gegenteil sehen sie die Notwendigkeit Li­tauens, das nach seiner Entlas­sung aus der Sowjetunion ein souveräner Staat geworden ist, dass es Memel-Klaipeda als Ha­fen braucht, um überleben zu können.

 

Wir freuen uns auf ein Litau­en, das Mitglied der EU sein wird, aber wir erwarten Gerech­tigkeit, die in Ehrlichkeit be­steht: Jetzt erst treten die Um­stände von Flucht, Vertreibung, Entrechtung und Benachteili­gung ins allgemeine Bewusstsein, und sie werden Wunden zeigen, die sich weder durch Schweigen noch durch Geschichtsklitterun­gen des „Kleinlitauischen Rates“ schließen lassen. Nur eine offene und ehrliche Auseinanderset­zung mit diesen Fragen kann Entlastung bewirken. Da nie­mand die Ausdehnung Litauens ernsthaft in Frage stellt, müßte Litauen eine Selbstsicherheit entwickeln können, die eine offe­ne Auseinandersetzung ermög­licht.

 

Auch wenn Litauen auf eine biologische Lösung des Vertrie­benenproblems gehofft haben mag:
Die nachwachsenden Ge­nerationen der Memelländer in Deutschland und in Litauen wer­den sich ihre Geschichte nicht stehlen lassen.
In diesem Sinne ist der Ausspruch

„Memel lebt!“


auch zukünftig zu verstehen, denn die Lebenslüge, dass das Memelland urlitauisches Gebiet sei, wird nicht Bestand haben können!

 

 

  

Weiterführende Seiten von u.A. Beate Szillis-Kappelhoff über das Memelland sind:

http://wiki-de.genealogy.net/Portal:Memelland

http://wiki-de.genealogy.net/Memel

http://wiki-de.genealogy.net/Geschichte_des_Memellandes

 

 

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 IX. Fort Kaunas

 

Das "Neunte Fort" (litauisch: Devintas Fortas) liegt am westlichen Stadtrand von Kaunas an der A1 und ist schon von weitem an der monumentalen Skulptur "Kampf, Sieg und Leid des Widerstandes" zu erkennen.


Größere Kartenansicht

Oben links das IX. Fort unten rechts das Museum

 

1958 wurde ein Museum über die Verbrechen der Nationalsozialisten errichtet. Damals wurden die Juden nicht explizit genannt. Jüdische Opfer waren immer (übrigens bei allen Gedenkstätten der Sowjetunion) sowjetische Bürger.

1902 war das Fort im Zarenreich als Teil eines Befestigungssystems um Kaunas herum gebaut worden (beendet 1914). Acht Festungen sollten die Stadt vor Angreifern schützen. Im I. Weltkrieg reichte ein Kanonenschuss der deutschen Armee und die Besatzung gab das IX. Fort auf. (Bild vom Einschuss ist weiter unten).

Lijana zeigt auf das 9. Fort als eines von 8 Festungen    Die blauen Punkte zeigen die neun Geschützrampen

 

1924 errichteten die Litauer dort eine Außenstelle des Kaunaser Gefängnisses. 1940-41 ging es mit dem NKWD weniger zimperlich weiter. 1941 übernahmen dann die Deutschen, die im Fort unter dem Decknamen Fabrik 1005 B ein Konzentrationslager einrichteten. Hier wurden Juden aus dem Kaunaser Ghetto sowie aus Frankreich, Österreich und München ermordet (die ersten Münchner Juden kamen schon 1941), sowie russische Kriegsgefangene.

Da im Netz und in den Reiseführern unterschiedliche Opferzahlen herumgeistern, hier die offiziellen Zahlen des IX. Fort Museums:

The Ninth Fort was a site of execution during the Nazi occupation. From 1941 till 1944 more than 50.000 people of different nations, among them more than 30.000 Jews, inhabitants of Kaunas, prisoners of the Kaunas Ghetto were killed in the Ninth Fort.

 

Also sind etwa 30.000 Juden aus Kaunas, die erwähnten Juden aus Westeuropa sowie russische Kriegsgefangene ermordet worden.

[Interessant sind dabei die Zahlen von Wikipedia, die je nach Land vollkommen unterschiedliche Opferzahlen angeben. Die englische Wiki Seite zählt wie die litauische 10.000 Opfer auf. Die tschechische und französische 5.000, die spanische und holländische nennt 30.000 und die deutsche Wiki Seite legt sich nicht fest sondern nennt 18.500 bis 50.000 Opfer.]

1943 mussten die Massengräber von jüdischen Gefangenen (den sogenannten Leichenbrennern) geöffnet und die Leichen auf Feuern verbrannt werden. Der Glaube an den Endsieg war am schwinden und die deutsche Führung begann zu bangen, was nach dem Krieg wohl mit ihnen passiert. Also wurden die Spuren der deutschen Gräuel beseitigt.

Trotz der traurigen Geschichte des 9. Forts ist ein Besuch sehr empfehlenswert. Auch für Kinder. Die Architektur erweist sich im Inneren als weitaus interessanter als man außen ahnt.

Devintas Fortas Kaunas

Das Museum des IX. Forts   Das Fort selber liegt links dahinter.

 

Beim Kauf der Eintrittskarte kann man eine Führung durchs Fort buchen.

Die unterirdischen Gänge und der Ausguck sind nur mit Führung zu besichtigen.

Zuerst besichtigt man die Ausstellung im Museum, einer Art Betonbunker der sowjetischen Periode, der schon altersschwach wirkt. Hier, wie überall in Litauen, überwiegt das Andenken an die litauischen Opfer der russischen Okkupation von 1940 und ab 1944. Sibirien und Waldbrüder begegnen dem interessierten Besucher ja in jedem Museum in Litauen.

Die deutsche Besatzung scheint in der offiziellen Geschichtsauffassung nicht so richtig stattgefunden zu haben. Nur an wenigen Tafeln wird an das Kaunaer Ghetto und den Holocaust erinnert.

Vom Museum hoch zum Fort

 

Das Fort wurde 1902, wie auch die Festung in Daugavpils, Lettland, als Verteidigungsanlage vom zaristischen Russland gebaut. Im I. Weltkrieg reichte ein Kanonenbeschuss und das Fort wurde aufgegeben. (Foto weiter unten)

Ab 1941 diente das Fort als Gefängnis und die Deutschen begannen hier die Insassen des Kaunaer Ghetto umzubringen.

Nach dem Betonmuseum bietet sich ein Spaziergang um das Fort herum an, um das riesige Monument "Kampf, Sieg und Leid im Widerstand" des Bildhauers Alfonsas Vincentas Ambraziūnas vorbei (hier befinden sich auch viele Gedenktafeln weil dort die Massengräber der Ermordeten sind) und lasse den Ort auf mich wirken.

Wer sich für die Geschichte des 9. Forts mit Mord und anschliessender Spurenbeseitigung interessiert, der kann bei Alex Faitelson nachlesen. Der war hier nämlich Gefangener und flüchtete in einer berühmten Aktion aus der Anlage. Er ging zurück ins Ghetto Kaunas um danach zu den Partisanen in die Wälder zu flüchten.

 Denkmal für den Widerstand Kaunas

Denkmal für den Widerstand

 

Kaunas 9.Fort  Kaunas 9.Fort Klick mich

Vorderseite des Forts. Links sieht man das riesige Denkmal "Kampf, Sieg und Leid im Widerstand"

 

Fort Kaunas Mauern

Mauern mit Einschusslöchern um das IX. Fort

 

Aussichtsturm Kaunas   Beobacghtungsturm Kaunas Klick mich

Der Ausguck auf dem Fort

ausguck fort kaunas

 Ein besseres Foto von Wikipedia

 

Gefechtsturm   Treppen zum Turm Klick mich

Nicht so leicht durchzuschauen: der gepanzerte Ausguck

 

Bemerkenswert sind die gepanzerten Gucklöcher, die aus den Erdwällen rausschauen. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man auf einen Aussichtsturm klettern, die enge Leiter hoch: sehr interessant!

 

Lijana Führung Kaunas

Lijana vor den Besucherzellen im Eingangsbereich des Gefängnisses

 

Lijana ist eine der englischsprachigen Guides.

 

Wasserpumpe   Gefängnistüren
Von Hand (später E-Motor) angetriebene Brunnenpumpe      Gepanzerte Türen

 

Lijana erklärt in sehr gutem Englisch alle Details und auch alle Gänge. Die Besteigung von einem Wachturm war sehr interessant! Das ganze Fort erscheint mir als unglaublich gut geplant: Belüftungsanlagen um den Rauch der Kanonen zu entsorgen, Fallgruben für Munitionshülsen, Schießscharten in alle Richtungen. Es gibt sogar einen Brunnen, sowie Aufzüge für die Munition. Der Architekt hat gute Arbeit geleistet. Von außen sieht der Bau viel kleiner aus als von Innen.

Lange Gänge im Fort

Panzertüren und lange Gänge unter dem Fort

 

Hofbereich 9.Fort Kaunas Einschussloch

Hofbereich IX. Fort mit Beschussspuren aus dem I. Weltkrieg

 

Leider war der Stand der Militärtechnik aber mittlerweile so weit, dass wie gesagt ein Schuss genügte (Lijana meinte, die Besatzung des Forts hätte keine Kampfausbildung gehabt), um die Anlage aufzugeben.

Berichtigung: In Reiseführern wie dem Reise Know How Titel "Litauen" steht noch, dass sich die Besatzung des Forts im I. Weltkrieg noch 11 Tage verteidigten. In City Trip Vilnius Kaunas vom gleichen Verlag aus dem Jahre 2016 stehen 10 Tage.

Am 24.9.2018 schrieb uns der Leiter der Festung Kaunas, Vytautas Petrikėnas, dass sich keine Besatzung mehr im Fort befand, als die Deutschen im August 1915 am Fort ankamen. Warum trotzdem ein Kanonenschuss abgegeben wurde, ist nicht klar.

 

Durchbohrte Tür der Leichenbrenner Kaunas

Von den Leichenbrennern durchbohrte Tür

 

Lijana zeigt mir die Tür, durch die die Leichenbrenner Weihnachten 1943 entkommen sind. Wie nahe mir die Geschichte ist!

Als Leichenbrenner werden die Gefangenen bezeichnet, die ab 1943 auf Befehl Himmlers (Sonderaktion 1005- "Abäscherung der Ostfront") die Spuren der deutschen Gräueltaten beseitigen sollten. Sie mussten die Leichen aus den Massegräbern wieder ausgraben (auf verstecktes Gold untersuchen) und auf Scheiterhaufen verbrennen. Die Knochen wurden dann zermahlen. Im Dezember 1943 konnte eine Gruppe von Leichenbrennern aus dem IX.Fort durch eine aufgebohrte Tür entkommen. Seltsamerweise haben nur die Juden überlebt, die die Flucht zurück in das Kanaser Ghetto gewählt hatten. Die Logik ist schwer zu verstehen, wird aber deutlich, wenn man die judenfeindliche Lebensumgebung in Litauen versteht. Für flüchtende Juden gab es nur das Ghetto, die russischen Partisanen, bei viel Glück ein Unterkommen bei litauischen Bauern (besonders für Kinder und Frauen) oder das Konzentrationslager. Alex Faitelson hat die Lage der Juden, der Leichenbrenner, das Leben im Ghetto und den Partisanenkampf eindrucksvoll beschrieben.

Um keine Zeugen zu hinterlassen, waren alle Leichenbrenner dem Tode geweiht.

Ich hätte gerne noch mit ihr über Faitelsons Buch gesprochen, aber nach der Führung durch die Gänge des Forts erreichen wir den Gefängnistrakt mit den Zellen und schon ist sie mit ihrem Sohn verschwunden.

Gänge im Fort Kaunas

Gänge im Fort Kaunas

 

Hat ja auch lange gedauert, unsere Wanderung durch die Abgründe des Forts.

  Gefängnis Kaunas

Flur des Gefängnisses mit Kanonenofen

 

Kaunas Gefängnis

Pritschen der Gefangenen

 

Das IX. Fort ist unbedingt einen Besuch wert, wegen der Bedeutung für den Holocaust, aber auch rein architektonisch!!

Leider gibt es weder im, noch am Museum, ein Cafe in dem man rasten und die Informationen und Eindrücke verarbeiten kann.

Adresse und Öffnungszeiten IX.Fort:

http://www.muziejai.lt/Kaunas/9_fortas.de.htm

Adresse: Zemaiciu pl.  73     Kaunas   Litauen

Nach dem Museumsbesuch bietet sich ein Ausflug zur nahen Burg Raundondvaris an.

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10 Dinge,

die Sie auf der Kurischen Nehrung machen sollten...

 

Vom TIC Nida

 

Italienblick Neringa

 

1 – Am Morgen setzen Sie sich auf eine Bank und genießen den sogenannten Italienblick

 

Zwischen Kiefern und Laubbäumen hindurch kann man den Blick von oben über  die unten stehenden Fischerhäuser,  über das glänzende Haff weit bis zum Bullwikscher Haken (lit. Bulvikio ragas) schweifen lassen. So ein traumhaftes Naturpanorama, das sich vom Schwiegermutterberg in Skruzdynė (nehrungs-kurisch „skruzde“: Ameise) offenbart, wurde von den Künstlern und Photographen am Ende des XIX. Jahrhunderts  –  in der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts als „Italienblick“ genannt. Es gibt keine genauen Angaben, wann und warum dieses Panorama so eine Bezeichnung bekommen hat. Viele Künstler, wie B.F.Behrendt, E. Wirth, W. Riemann, M. Pechstein, E. Mollenhauer und andere, verewigten das herrliche  Landschaftsmotiv, das bei ihnen sehr beliebt war,  auf ihren Gemälden. Im Jahr 1930 ließ sich Thomas Mann ein Sommerhaus auf dem Schwiegermutterberg bauen und seitdem ist der „Italienblick“ sehr eng mit dem Namen des Schriftstellers verbunden. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit den Blick, der noch lange in Erinnerung bleibt, zu genießen... (Skruzdynės g. 17)

 

 

Brot Neringa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2 – Besuchen Sie eine einheimische Bäckerei und lassen Sie sich bei einer genussvollen Morgen-Tasse Kaffee verwöhnen

 

Ein Urlaub ohne  Entspannung bei einer Tasse Kaffee ist kaum vorstellbar. Besuchen Sie die einheimische Bäckerei „Gardumėlis“.  Sie befindet sich in der Pamario Str. 3. Hier könnenSie viele Köstlichkeiten, von Karottenkonfekt bis Vollkornbrot, finden. Kosten Sie den schmackhaften Kuchen, der nach alten Rezepten gebacken ist, und trinken Sie eine Tasse leckeren, duftenden Kaffee…

 

Kernagis Musiker Nida

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3 – Lassen Sie sich auf dem Foto mit legendärem Ben (V. Kernagis) verewigen

 

Vytautas Kernagis (1951-2008) ist Schauspieler, Liedermacher, Sänger und Anfänger der Bardenpoesie in Litauen. Die unvergessliche Rolle von Ben im Kinofilm „Maža išpažintis“ (Die kleine Beichte) hat für immer V.Kernagis mit Nidden (Nida) verbunden. Im Jahre 2009 wurde die vom Bildhauer Romualdas Kvintas hergestellte Skulptur für V. Kernagis in Nida enthüllt. Der in der Skulptur verewigte V. Kernagis wartet immer auf  Freunde, die sich neben ihn hinsetzen und ein Foto zur Erinnerung machen möchten. 

 

 

Bernstein Inklusien

 

4 – Entdecken Sie ein im Bernstein eingeschlossenes Insekt

 

Im Bernstein-Museum von Kazimieras und Virginija Mizgiriai (Pamario g. 20) kann man eine eindrucksvolle Bernsteinkollektion sehen. Im Museum wird die Geschichte des Baltischen Bernsteins vorgestellt: seine Entstehung, seine Morphologie, Farbvariationen. Die Besucher können eine Kollektion mit großartigen Einschlüssen bewundern und Amulette aus dem Schwarzortschatz anschauen. Das Museum präsentiert auch eine Werkausstellung der berühmtesten litauischen Künstler. Im Museumgarten können Sie spazierengehen und entlang der „Bernsteinstraße“ die Ausstellung, die im Garten eingerichtet ist, und natürlich ein im Bernstein eingeschlossenes Insekt sehen.

 

Ethnologischer Garten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5 – Probieren Sie authentische Fischerschuhe an

 

Auf dem ethnographischen Fischergehöft (Naglių g. 4) sehen Sie ein authentisches Fischerhaus, wo eine Ausstellung der Inneneinrichtung mit altertümlichen Möbel, Haushaltsinventar und Werkzeug eingerichtet ist. Der Hauptakzent der Ausstellung sind die Fischerschuhe, die zum Eisfischen auf dem Eis des Kurischen Haffs geeignet sind. Auf dem Gehöft werden alte Fischerboote – Kurenkähne  – ausgestellt. Kommen Sie vorbei, um die Gewohnheiten des Fischerlebens kennenzulernen.

 

Kiefernwald Elche Neringa

 

6 – Entspannen Sie sich und genießen Sie die frische Luft

 

 Im Tal der Stille beginnt der Lehrpfad, der durch den Bergkiefernwald führt. Beim Spaziergang durch die Bergkiefernwälder atmen Sie die frische Luft, sehen eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Sie lernen auch die Bergkiefer (lot. pinus montana), die im XIX. Jh. aus Dänemark auf die Kurische Nehrung kam,  kennen. Da der Sand früher eine stetige Gefahr für die Ortschaften auf der Kurischen Nehrung war,  wurden die Bergkiefern gepflanzt, um die Wanderung der Dünen aufzuhalten. Weit ausgebreitetes, stark verzweigtes Wurzelsystem der Bergkiefern befestigt sehr gut den wandernden Sand. Die Bergkiefer ist nur 2 Meter hoch, der Stammdurchmesser kann 8-10 Zentimeter erreichen. Im Bergkiefernwald atmen Sie die frische, mit Phytonziden angereicherte Luft. Diese Elemente verbessern nicht nur die Laune, sondern sie heilen und stärken auch die oberen Luftwege. 

 

 Sonnenuhr Nida

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7 – Überprüfen Sie die Uhrzeit auf der Parniddener Düne

 

 Die 52 Meter hohe Düne bietet eine wunderbare Aussicht mit einem perfekten mathematischen Horizont. Hier ist der Aussichtspunkt eingerichtet, von dem man die Schönheit der Dünen, des Kurischen Haffs, des Meeres, der Wälder und auch das Panorama von Nida bewundern kann. Das ist der einzige Platz in Litauen, wo man sehen kann, wie die Sonne frühmorgens aus dem Kurischen Haff auftaucht und abends in der Ostsee versinkt. Im Jahr 1995 wurde  der Sonnenuhr-Kalender auf der Düne errichtet. Der Kalender zeigt die exakte örtliche Zeit. Prüfen Sie, ob Ihre Uhrzeit mit dem Rhythmus von Nida übereinstimmt.

 

 

Raeucherfisch Neringa

 

8 – Probieren Sie frisch geräucherten Fisch

 

Die Fischerei auf der Kurischen Nehrung war noch in alten Zeiten nicht nur eine von den Haupttätigkeiten sondern auch eine Lebensweise. Also, es ist klar, warum der Fisch hier so wichtig ist. Der Fisch wurde anstatt Fleisch, Brot und Gemüse gegessen. Der geräucherte Fisch gehörte immer zum Festtisch. Auch heute duftet der geräucherte Fisch auf den Straßen der Ortschaften von Neringa (besonders in Juodkrante) sehr angenehm. Geräucherter Aal, Brasse, Bass und Stint können Sie in Gaststätten und Restaurants probieren oder direkt in den lokalen Räuchereien kaufen.

 

Urbo Berg Neringa

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9 – Probieren Sie Step Aerobic aus

 

Laufen Sie die  200 Stufen zum Urbo-Berg hoch und besichtigen Sie den Leuchtturm von Nida. Die Benennung von diesem Berg entsteht aus dem Wort „urbti“, d.h. die Löcher für Pflanzen im Sand ausheben.  Der Urbo-Berg war eine der ersten bepflanzten Dünen. Auf dem Berg steht der Leuchtturm von Nida. Das ist ein 29,3 Meter hoher runder Stahlbeton-Leuchtturm. Der Steinweg mit 200 Stufen führt zum Leuchtturm. Der Leuchtturm blinkt Signale, die eine Reichweite von ca. 22 Seemeilen (41 Kilometer) haben. Besuchen Sie den Leuchtturm jederzeit und Sie werden erstaunt sein, welche einzigartige Atmosphäre er ausstrahlt.

 

Nida Meer

 

 

10 – Nutzen Sie das kostenfreie SPA und sammeln Sie neue Energie

 

Auf der Kurischen Nehrung müssen Sie unbedingt an die Ostsee gehen. Am Strand können Sie das wilde Treiben der Wellen auf der Ostsee beobachten und sich entspannen. Außerdem können Sie eine unterhaltsame Fotoshooting veranstalten oder ein eigenes Souvenir – kleinen Stein, Bernsteinstück oder vom Meer poliertes Glasstück - finden. Die tapferen Besucher können im kühlen, an Mineralsalzen reichen Seewasser baden. Wir  sind überzeugt, dass die Meerestherapie eine wohltuende Wirkung hat. Der Strand ist das größte SPA unter dem offenen Himmel. Verpassen Sie nicht die Gelegenheit, neue Kräfte und frische Energie zu sammeln. 

 

 

 

 

Veröffentlicht mit Erlaubnis des Touristen Informations Zentrum Nida nach einer Idee von Rasa Kocyte

 

 

 

Zurueck

 

Herrenhaus in Pakruojis

 

 Pakruojis Herrenhaus Litauen

Herrenhaus des Barons von Ropp, einer deutsch-baltischen Familie

 

Auf dem Weg von Panevezys nach Siauliai (ca. 50 Kilometer von beiden Städten entfernt) liegt das kleine Örtchen Pakruojis mit dem größten denkmalgeschützten Herrenhaus Litauens. Der Weg ist gut ausgeschildert.

Pakruojis Mühle  Pakruojis Restaurant Klick mich

Wassermühle von Pakruojis                                   Restaurant

Die Anlage wurde 2013 gründlich renoviert und besteht aus 43 verschiedenen Häusern, Unterkünften, einer Post, Stallungen, einer Schnapsbrennerei, natürlich einer Brauerei, einer Mühle und einer Schlosserei. Ein Staudamm (das Wahrzeichen der Region) über den Fluss Kruoja ließ einen See entstehen, in der die Liebesinsel die Besucher einlädt. Außerdem treibt das Wasser eine Mühle an.

Pakruojis Panorama Litauen

Blick auf Staumauer, Wassermühle und das alte Gutshaus (der Staudamm erinnert etwas an die Staumauer vom Sirvenos See in Birzai),  links ist die Liebesinsel

Ein Spaziergang beginnt beim Herrenhaus und führt durch den weiträumigen Park an der Liebesinsel vorbei zu den ältesten Gutsgebäuden mit der Staumauer und der Wassermühle des Anwesens. Auf dem Weg kommt man an der Schlosserei (kann besichtigt werden) und einem schönen schmiedeeisernen Tor vorbei. Auf das Tor soll die Familie sehr stolz gewesen sein.

Liebesinsel Pakruojis

Meiles Sala- Liebes Insel

 

Das Anwesen gehörte der Familie Ropp von 1780 bis 1940 (russischer Einmarsch) und besteht aus 43 einzelnen Gebäuden.

"Dem Deutschtum erhielten sich die Ropps in Litauen aber (mit Ausnahme einiger nach Russland Abgewanderter) durch ihre Ehen; holte sie sich doch ihre Frauen fast ausnahmslos aus den zahlreichen Familien des deutschen kurländischen Stammadels, die damals ringsumher in Litauen Land besaßen und walteten. In so großem Umfang, dass ein breiter Streifen Nordlitauens zeitweilig in Bezug auf den Güterbesitz geradezu ein deutsches Gesicht trug."  Quelle Wikipedia

 

Das neue Herrenhaus von der Staumauer aus gesehen

Das neue Herrenhaus entstand zwischen 1817 und 1840 und liegt in einem englischen Garten. Man kann sich am Eingang Kostüme ausleihen und in festlicher Kleidung das Innere des Herrenhauses besichtigen.

 Restaurant des Gutshofes Pakruojis  Restaurant Pakruojis Litauen Gutshof  Klick mich

Restaurant Gutshof Pakruojis

 

Das Restaurant des Anwesens liegt im hinteren Teil des Parks, neben der Windmühle und dem Staudamm.

Hier habe ich die beste Rote Beete Suppe meines Lebens gegessen. Wir waren alle vom Essen in dieser schönen Umgebung begeistert. Über das lokale Bier kann ich nichts sagen, ich musste fahren.

 

Der Hof war Komplettversorger und hat eine Fläche von 9,2 Hektar. Er stellte nahezu alle Güter und benötigten Energien selber her.

Windmühle Pakruojis

Windmühle Pakruojis

 

Ein Besuch ist absolut empfehlenswert.


Größere Kartenansicht

Ganz unten sind die Stallungen, darüber mit dem roten Dach des neue Herrenhaus. In der Mitte die Liebesinsel im Fluß Kruoja. Oben sind Staumauer, altes Herrenhaus, Restaurant und Windmühle zu sehen.

 

Die Webseite des Herrenhauses in Pakruojis

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Taurage

 

Taurage ist eine kleine Stadt im Westen von Litauen mit ca. 26000 Einwohnern und liegt auf dem alten Handelsweg Königsberg - Riga.   Möchte man von Silute Richtung Riga, Kaunas oder Vilnius, wird man die Stadt Taurage passieren.

Katholische Kirche Taurage

Katholische Kirche von 1904

 

In seiner bewegten Geschichte gehörte es mal zu Preußen, mal zu Rußland und seit der litauischen Unabhängigkeit von 1918 zu Litauen.

 

Wenn man die Karte zoomt, kann man westlich von Silute die riesigen Torffelder sehen.
 

Taurage, auf deutsch Tauroggen genannt, wurde durch zwei Begebenheiten bekannt:

I. Am 13. Dezember 1812 schlossen der preußische Generalleutnant Johann David von Yorck und der russische Generalmajor Hans von Diebitsch (Ivan Ivanovitsch Diebitsch-Zabalkanskiy) die Konvention von Tauroggen. Also den Waffenstillstandsvertrag zwischen den 20.000 preußischen Truppen im Dienste Napolens (der war, wie später der österreichische Gefreite, vom russischen Winter überrascht  worden) und der russischen Armee.

 Burg Zollstation Taurage Taurogge

Sieht aus wie eine mittelalterliche Burg, ist aber "nur" eine Zollstation aus dem 19. Jahrhundert.

 

Das imposante ehemalige Zollgebäude dient heute als Heimatmuseum.

 

Diese Abspaltung von Napoleon, die gegen den Willen des preussischen Königs erfolgte (Yorck zog das auf eigene Faust durch, ein Beispiel für seine Nachfolger ab 1941), führte letztendlich zu den Befreiungskriegen .

 Um einer Bestrafung wegen Ungehorsams zu entgehen, schrieb Yorck an seinen König Friedrich Wilhelm III. von Preußen:

"Jetzt oder nie ist der Moment, Freiheit, Unabhängigkeit und Größe wiederzuerlangen. Ich schwöre Ew. Königliche Majestät, dass ich auf dem Sandhaufen ebenso ruhig wie auf dem Schlachtfelde, auf dem ich grau geworden bin, die Kugel erwarten werde."

 evangelische Kirche Taurage

Lutherische Kirche von 1843

 

II. In Taurage gibt es einen festungsähnlichen neugotischen Bau. Mit vier mächtigen runden Ecktürmen sieht er aus wie eine mittelalterliche Burg.

Ist aber nur eine Zollstation aus dem 19. Jahrhundert.

In der Zollstation mit Gefängnis wurden Schmuggler inhaftiert, besonders in der Zeit nach 1863, als der zaristische General-Gouverneur von Vilnius (Graf Michail Murawjow) nach den Januaraufständen ein Verbot der litauischen Schriftsprache in Schulen (später für alle Bücher) erliess.

 Litauen Büchertraeger

Bücherträger Vincas Juška ©Wikipedia

 

1866 wurde verboten litauische Bücher zu drucken oder einzuführen, also entwickelte sich ein reger Handel mit Büchern über die Grenze zu Kleinlitauen, welches damals zu Ostpreußen gehörte.

Die Schmuggler nannte man "Knygnešiai" (Bücherträger). Ihnen drohte bei Gefangennahme Geldstrafe, Verbannung, Exil in Sibirien oder sogar der Tod an der Grenze.

Das Bücherverbot wurde 1904 wieder aufgehoben.

Kulturhaus in Taurage

 Kulturhaus Taurage

 

Jura Staustufe

Neben der "Zollstation" ist in Taurage der Fluss Jura sehenswert. Die Jura mündet bei Tilsit in die Memel. Am Ortsausgang Richtung Sowjetsk (Tilsit) kann man an der Jura spazieren gehen. Hier ist auch eine Staustufe.

Staustufe Fluss Jura Taurage Litauen

Staustufe des Jura. Rechts ist die die Stadt.

 

Nordwestlich von Taurage leben Schwarzstörche.

 

 

1940 wurden in Taurage viele Menschen nach Sibirien deportiert. Darunter die Familie von Roman Abramowitsch, die so den deutschen Überfall 1941 überlebten.

1941 wurden etwa 4000 jüdische Litauer von den Deutschen und ihren litauischen Helfern ermordet.

 

zerstörte Gebäude Taurage  Krieg In Tauroggen  Klick mich !

 

 Ein Youtube Video über Taurage. Welcome to Lithuania !

 Hängebrücke Taurage Litauen

 Hängebrücke über die Jura, nördlich von Taurage

 

 

Tourismus Büro (Tourist Information Center, TIC) in Taurage

Inga Beišienė
Vytauto str. 60, LT-72253 Tauragė TIC
Tel. +370 446 61 404
E-mail. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Website : Taurage TIC

 

Fotos Wikipedia und TIC Taurage und Privat

 

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Grutas Park

 

Mutter von Kryskalnis Litauen Grutas Park

Kryskalnis Moteris... die Mutter von Kryskalnis

 

Diese Statue stand bis 1990 an der Kreuzung in Kryskalnis (Autobahn Kaunas-Klaipeda) und sollte die "Sowjetischen Befreier" grüßen. Allerdings schaute die "Mutter" nach Westen und die Litauer scherzten, sie wartete wohl auf die Befreier aus dem Westen. Ob die Esel eine Metapher auf die sowjetischen Parteigenossen sind?

 

Grutas Park Lenin

Lenin

 

Der litauische "Pilzkönig" Viliumas Malinauskas hat nach der litauischen Unabhängigkeit (1990) angefangen, sowjetische Symbole, Bilder, Statuen und Bücher zu sammeln.

Marx, Lenin und Stalin waren natürlich verhasst und deren Denkmäler nach dem Machtverlust der sowjetischen Besatzer sofort demontiert. Sie lagerten dann in ganz Litauen.

Viliumas Malinauskas verwirklichte seine Idee, diese demontierten Statuen als eine Sammlung monumentaler Kunst der sowjetischen Periode aufzustellen.

Die Statuen bekam er vom litauischen Staat oder kaufte sie selbst. Manche sind auch aus anderen Museen.

 

Uebersicht Grutas Park 

Übersichtskarte Grutas Parkas

 

Er wollte der Nachwelt zeigen, wie es in der Sowjetunion war. Seltsamerweise gibt es im Park nur eine Stalin Statue aber etliche Lenins.

Insgesamt gibt es 86 Statuen von 46 verschiedenen Bildhauern.

Lenin Grutas Parkas

Vorkämpfer "des Bösen" - Lenin

 

Wachturm Grutas Park

Wachturm 

 

Auf Holzwegen kann man im Park an Wachtürmen und Stacheldraht entlang spazieren gehen. Vielleicht denkt der eine oder andere deutsche Besucher an die DDR oder den Nationalsozialismus , wo es genauso aussah.

 

 

Parkgründer Malinauskas stellte seine gesammelten Werke am Grutas See aus, etwa 5 Kilometer vor Druskininkai (man passiert den Ort, wenn man Richtung Druskininkai fährt und er ist gut ausgeschildert).

2001 wurde der Park eröffnet und er beinhaltet neben den sowjetischen Erinnerungsstücken mittlerweile sogar einen Zoo und einen sowjetischen Spielplatz. Früher gab es diese Spielgeräte vor jedem Plattenbau. Mittlerweile werden sie naturgemäß immer rarer.

Im Restaurant kann man in sozialistischem Ambiente litauische und russische Gerichte probieren. Die Bedienung trägt Uniformen der Jungpioniere.

Der Grutas Park hat sich bei den Litauen Besuchern zu einem Publikumsmagneten entwickelt.

 Vorläufer von Stalin

 

 Buesten Grutas

Marx, Murks und Lenin

 

Teile Ausstellung Grutas

 Teile der Ausstellung

 

Grutas Park Restaurant

Diese hübschen Damen servieren im Restaurant...

 

Restaurant Grutas Park Litauen

Typisch sowjetische Gerichte, aber natürlich auch leckere litauische Kost

 

Fotos: oben © Grutas Parkas

          unten: © A.Kuck

66441 Grutas

Druskininkai

info[@]grutoparkas.lt

Der Park ist von der Hauptstrasse Vilnius nach Druskininkai ausgeschildert. 

 

Website: Gruto Parkas

 

Geschichtsinteressierte können hier kontroverse Meinungen über die Behandlung der Jahre 1940-45 (Holocaust) nachlesen: Grutas Mosereien

 

Den Lesern dieser Seite ist die schwierige Lage der litauischen Juden nach dem deutschen Einmarsch 1941 bekannt. Umso unzureichender sind manche Kommentierungen im Grutas Park. Auf diesem Schild heisst es:

"... Soviet activists, Red Army men, escaped prisoners of war and some inhabitants of Lithuania (mostly of jewish nationality) formed groups of saboteurs." Das die Juden aus den Gettos kamen und keine andere Chance hatten zu überleben, das bedarf einer differenzierten geschichtlichen Betrachtung, die Litauen in den Jahren nach 1990 fehlte. 

 

Unser Tipp: vergessen Sie nicht Druskininkai zu besuchen!

 

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Festung Dünaburg Lettland

 


Größere Kartenansicht

Auf dem Satellitenbild von Google kann man sehr gut die Umrisse der Zitadelle von Daugavpils erkennen. Die Auflösung (man kann noch näher zoomen) ist wirklich prima.

Sehr gut sieht man die verwinkelten Mauern in denen sich Schiessscharten befinden, die sich mit ihrem Schussfeld gegenseitig abdecken.

Daugavpils Dünaburg Lettland

Gegenseitige Verteidigung der Außenmauern- Schießscharten  Anklicken zum Zoomen

Auf der linken Daugava Seite ist ebenfalls eine Befestigung, um den Fluss von beiden Seiten zu kontrollieren.

Info Center in der Festung Daugavpils  Ivars Magazeinis, Chef des Info Centers in der Festung

 

Wassertank Dünaburg Lettland 

Blick in das Wasserreservoir

Bisher fertig ist der mit EU Geldern renovierte ehemalige Wasserspeicher der Garnison, der heute als Informationszentrum dient.

 

Dieser Tank auf dem Dach des Infocenters diente unter anderem der Wasserspeisung von den Springbrunnen in der Festung, bevor es dampfgetriebene Pumpen gab.

io Zentrum Zitadelle Daugavpils

Die Zitadelle ist als einzige ihrer Art in Osteuropa erhalten geblieben und sie ist wegen ihrer gigantischen Ausmaße ein eindrucksvolles Zeugnis der Militärgeschichte des zaristischen Russlands.

Zitaelle Daugavpils  Lettland

Bauarbeiten an den Prachtbauten

Der Plan für ihren Bau stammt von Georg Heinrich Hekel. Angefangen wurde 1810, wirklich vollendet wurde die Festung erst 1833. Durch die Zitadelle wurde Dünaburg zu einer bedeutenden Garnisonsstadt.

 

Momentan wird die Festung renoviert. Nach dem Krieg war hier die technische Abteilung der Roten Armee untergebracht. Die Soldaten mit ihren Familien lebten auch auf dem riesigen Areal. Es gibt neben Kasernen und Repräsentationsgebäuden auch viele Wohnblocks.

 Festung Daugavpils Gebäude

Durch den Niedergang der russischen Armee, des Abzugs und finanziellen Nöten hat sich der Zustand der Festung und ihrer Gebäude über die Jahre nicht gebessert.

 Torbögen Zitadelle Daugavpils

Es ist beabsichtigt in einem Repräsentationsbau eine Kunstausstellung über den lettisch- amerikanischen Künstler Mark Rothko (Mark Rothkowitz) zu eröffnen. Leider zeigen unsere Bilder diese Umbauphase.

Der ehemalige Deutschlehrer Ivars Magazeinis informiert die Touristen in 4 Sprachen über die Vergangenheit und Zukunft der Festung.

 

 Bilder Festung Daugavpils

Die Idee zur Erbauung der Dünaburg Festung hatte der Militärberater des Zaren, Michael Barclay de Tolly (damals war Russland wirklich international!). Vorausgegangen war die Erkenntnis einer geplanten Invasion Napoleons nach Osten. 1810 wurde dann mit Hochdruck mit dem Bau begonnen. Projektiert war die Festung für 4500 Soldaten und 595 Kanonen.

Zitadelle Daugavpils Bauten

Das Jahr 1812 (wer mag kann in die Ouvertüre 1812 von Tschaikowski reinhören, in der die Niederlage Napoleons vor Moskau musikalisch dargestellt wird) machte den Baumeistern einen Strich durch die Erbauung. Napoleon nahm Daugavpils ein und die Bauarbeiten wurden erst 1833 fertig gestellt.

Festung Dünaburg

Die Festung diente nicht nur der Verteidigung und Unterbringung von zaristischen Soldaten. Während er Zarenzeit saßen hier die Staatsverbrecher ein (u.a. die Dekabristen). Dann die Armee des jungen lettischen Staates und dann wieder ab 1940 die Russen. 1941 richteten die deutschen Besatzer ein Kriegsgefangenlager ein. Über dem Eingangstor hing ein Bild von einem Prügel mit dem Text: "Das ist dein Herr"!

124.000 russische Kriegsgefangene starben hier einen qualvollen Tod. Um ihre Verbrechen zu vertuschen, sperrte man die übrig gebliebenen Gefangenen in die Kirche der Festung ein und jagte sie mit Sprengstoff in die Luft.

Stalag 340

Erinnerung an das Kriegsgefangenenlager Stalag 340

 Festung Dünaburg

Ebenso war ein Ghetto für die Dünaburger Juden eingerichtet.

Daugavpils Zitadelle

 

 

daugavpils festung Motivsuche 

Auf Motivsuche

 

Daugavpils Festung ehemaliges haupttor

Das ehemalige Haupteingangstor

Renovierungen Festung Daugavpils

Es ist noch viel zu tun

häuserschluchten Festung Daugavpils

Die Dimensionen sind riesig. Soweit man schauen kann Kaserne!

sowjetische wohnblocks

Und mittendrin Wohnblocks der ehemaligen Soldatenunterkünfte aus sowjetischen Zeiten

spielende kinder statt soldaten

Hier spielen Kinder (rechts steht die Kanone)

Denkmal Kanone Daugavpils

Russisches Geschütz

durchgang zu den aussenanlagen

Durchgang zu den Außenwällen (in sowjetischen Zeiten ein Basketballplatz)

 

Eingangstor Zitadelle

Eingangstor im Sommer 2012

 

Vielleicht bekommen Sie durch die Bilder eine Anregung, was einmal auf dem Festungsgelände entstehen kann.

 

Ivars Magazeinis wird Sie willkommen heißen.

Weiter russische Festungen finden sie in Kaunas, Litauen!

 

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Zentrum Europas Litauen

 

 

Das litauische "Zentrum Europas" bei Vilnius

 

Das von französischen Geologen vermessene Geographische Zentrum Europas liegt an der A 12, etwa 27 km nördlich von Vilnius Richtung Moletai. Wie alle litauischen Sehenswürdigkeiten ist es von der Strasse aus mit Hinweisschildern gut gekennzeichnet.

In direkter Nachbarschaft zu einem Golfclub und einem See mit Bibern, haben die Litauer ihre geographische Mitte feierlich gestaltet. In den Sommermonaten (Mitte Juni bis Ende August) ist sogar ein Infocenter geöffnet, in dem man sich Zertifikate über den Besuch im Zentrum Europas ausstellen lassen kann.

 

Granitsäule Europos Centras von 2004

 

Die Litauer sind sehr stolz auf ihre europäische Mitte:

"Ungeachtet dessen, dass einige Länder sich eines geographischen Mittelpunktes Europas rühmen, liegt das tatsächliche und einzige [!] geographische Zentrum Europas in Litauen. Dies haben Messungen des Französischen Nationalinstituts für Geographie ergeben. Diese Tatsache ist auch im Guinness-Buch der Rekorde registriert.

1989 haben Wissenschaftler des Französischen Nationalinstituts für Geographie das geographische Zentrums Europas definiert und anhand der wissenschaftlichen Gravitationszentren-Methode eruiert, dass dieses Zentrum 26 Kilometer nördlich von Vilnius, unweit des Dorfes Purnuskes, liegt.

Die Koordinaten des geographischen Zentrums Europas liegen bei 54°51‘nördlicher Breite und 25°19‘ östlicher Länge. Diese Daten wurden erst nach neuerlicher Ermittlung der Abgrenzungen Europas als Kontinent festgelegt: Norden - Spitzbergen (80°45‘N/20°35‘E), Süden - Kanarische Inseln (27°38,N/17°58,W), Osten - Uralgebirge (67"59‘N/66°10‘E), Westen -Azoren (39°27‘N/31°16‘W).

Als Grenze des Kontinents gelten der Fluss Kara, der höchste Kamm des Uralgebirges, der Fluss Ural, das Kaspische Meer bis zur Halbinsel Apscheron, der höchste Kamm des Kaukasus bis zur Bucht Kuban, dass Schwarze Meer über die Dardanellen und den Bosporus, die östliche Küste der Ägäis (griechisch-türkische Grenze), das Mittelmeer und Gibraltar.

 

Bei der Ermittlung der Abgrenzungspunkte des Kontinents wurden die Kanarischen Inseln, Madeira und die Azoren sowie Island dem europäischen Kontinent zugeordnet, die Insel Nowaja Semlja aber nicht. Die Lage der Insel Malta mitten im Mittelmeer wurde nicht berücksichtigt, dies würde aber das geographische Zentrum nur um hundert Meter verlegen. Die Messgenauigkeit ist so hoch, das innerhalb eines kartographischen Trapezes der geographische Mittelpunkt Europas nicht mehr als 1.100 Meter in Richtung Nord-Süd und 800 Meter in Richtung West-Ost abweicht.

1992 hat das litauische Parlament das Gebiet um das geographische Zentrums Europas - mit dem Girija-See, dem zu den ältesten [Burgbergen] in Litauen zählenden Schlossberg und dem Grabhügel (heidnische Begräbnisstätte) von Bernotai - zur kartographischen Schutzzone erklärt.

 

Am Tag der offiziellen Aufnahme Litauens in die Europäische Union am 1. Mai 2004 erfolgte die feierliche Präsentation des neu gestalteten geographischen Zentrums Europas, in deren Rahmen auch die vom bekannten litauischen Bildhauer Gediminas Jokübonis eigens aus diesem Anlass geschaffene Säule aus weißem Granit mit der Sternenkrone enthüllt wurde."

Von der Strasse gut beschildert

 

 

 

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St.Anna Kirche Vilnius

 St. Anna Kirche Vilnius Litauen

Die St. Anna Kirche liegt an der Maironio Strasse zwischen Uzupis und der Vilniuser Kathedrale

 

Sv. Ona Kirche Vilnius

Zusammen mit der Bernhardiner (Bernhardinu) Kirche bildet sie ein Ensemble.

 

St. Anna Kirche Vilnius Litauen

 

Gebaut wurde die St. Anna Kirche auf Anregung des litauischen Großfürsten und späteren König von Polen Alexander von 1495 bis 1500.

 Die ursprünglich hier stehende Holzkirche (1419 durch ein Feuer zerstört) war der Großfürstin Anna, der Frau von Vytautas dem Großen gewidmet.

Das Äußere der Kirche ist seit ihrer Erbauung fast unverändert.

 

Sv. Ona Vilnius Lietuva

 

Oft wird die Geschichte von Napoleon erzählt, der die St. Anna Kirche auf seinen Handflächen 1812 bei seinem Ausflug nach Moskau mit nach Paris nehmen wollte. Die Realität war etwas anders: er überließ die Kirche der französischen  Kavallerie.

Neben der Kirche steht ein Denkmal des polnischen-litauischen Dichters Adam Mickiewicz (gilt als Nationaldichter Polens, bezeichnete Litauen aber als sein Heimatland).

 

St. Anna Kirche Wilna

 

In der im Stil der Spätgotik gebauten Backsteinkirche wurden 33 verschiedene Backsteine verbaut. Der leichte, harmonische und verspielte Bau besteht aus einer Komposition von horizontalen und vertikalen Linien. Kunsthistoriker sprechen auch von "flammender Gotik".

 

St. Anna Kirche Eingang

 

Außer um den Eingangsbereich gibt an der Fassade kein glattes Stück Mauer, nur Pilaster, Bögen, ziselierte Streben und durchbrochene Türme bestimmen das Bild.

 Innen wurde die Kirche mehrfach verwüstet, 1812 durch Feuer zerstört und der Altar stammt aus dem Barock.

 

St. Anna Vilnius

 

Mancher litauische Wissenschaftler glaubt im Aufbau der Fassade das alte Wappen Litauens, die sogenannten Gediminasäulen zu erkennen (eine stilisierte Burg) zu sehen. (Hier auch auf dem ersten Bild).

Direkt neben der St. Anna Kirche steht die wesentlich größere Bernhardinu (St. Franziskus und Bernhard) Kirche aus dem Jahre 1795.

 

Bernhardinu Kirche Vilnius Berhardiner

 

Sie ist eines der größten gotischen Sakralbauten in Vilnius und überragt die St. Anna Kirche dermaßen, dass diese beim Blick von der Boksto Straße völlig hinter den Bäumen verschwindet.

Daß sie nicht nur als Gotteshaus gedacht war, beweisen die 19 Schießscharten in der nördlichen Wand (direkt unter dem Dach), sowie die dicken Mauern und die Wehrtürme. Die Kirche wurde deshalb auch in die Verteidigungsanlage von Vilnius einbezogen.

 

Bernhardinu Kirche Wilna  Bernhardinu Kirche innen

Bernhardinenkirche innen

 

Bernhardinu Kirche mit dem Denkmal an Adam Mickiewicz

In der Zeit der sowjetischen Besatzung wurde sie als Lagerhaus für die Kunsthochschule genutzt. Heute zeigt sie sich wieder schön renoviert dem Besucher.

 

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Kernave

 

Kernave ist eine Kleinstadt etwa 40 km nord- westlich von Vilnius.  Sie gilt als die älteste Hauptstadt von Litauen und wurde 1279 erstmalig in Dokumenten erwähnt. 

2004 wurde Kernave als archäologisches Gebiet in die Liste der UNESCO als Weltkulturerbe aufgenommen.

Hier war der Sitz von Mindaugas, dem litauischen Großfürsten.

Hauptstädte Litauens waren:

  1. Kernavė (bis etwa um 1316)
  2. Trakai (etwa um 1316-1323)
  3. Vilnius (etwa um 1323-1920)
  4. Kaunas (1920-1940)
  5. Vilnius (seit 1940).

 

Kernave Panorama

Wallburghügel von Kernave          

 

Fährt man von Vilnius aus die A2 Richtung Panevezys und Riga, kommt man an Kernave vorbei.

 

Von der damals herrschenden Pracht mit seinen fünf Wehrburgen, ist außer den aufgeschütteten Hügeln nichts mehr zu sehen. Trotzdem macht ein Spaziergang auf den ehemaligen Burghügel mit Blick auf die Neris Eindruck.

 

Im Dorf Kernave selber wohnen heute noch etwa 270 Menschen. Vorrangiges Ziel sind hier sicherlich die Burghügel mit der Aussicht auf die Neris.

In Kernave fand man den ältesten "Medgrinda" Litauens (4-7. Jahrhundert). Medgrindas sind Unterwasserwege aus Holz, die nur die Einheimischen kannten und der Verteidigung dienten. Neben den Medgrindas gab es auch "Kulgrindas". Im Prinzip dienten sie dem gleichen Zweck, waren aber aus Stein gefertigt.

 

Kernave ist berühmt für seine Festivals mit Ritterspielen und traditionellem litauischem Essen. Natürlich gibt es auch traditionelles Bier.

 

das Rasa Fest (Mittsommer Fest) findet jedes Jahr am 23. Juni 2012 statt.

 

In diesem Youtube Video ist die Mittsommerfeier und die Gegend von Kernave sehr gut geschildert!

 

 

Ritterspiele in Erinnerung an alte Zeiten, in denen Litauen noch bis zum Schwarzen Meer herrschte

(Archäologische Tage in Kernave)

der eiserne Wolf von Gediminas Kernave

 Gediminas eiserner Wolf, Denkmal in Kernave. Die Inschrift mit dem Anspruch auf Vilnius als litauische Hauptstadt lautet:

"Hallo Welt! Ohne Vilnius werden wir nie ruhig sein!"

 

Einer Legende nach soll Gediminas, litauischer Großfürst seit 1316, bei einer Jagd auf einem Hügel am Zusammenfluss der Neris und Vilnia gerastet haben. Dort träumte er von einem eisernen Wolf, der markerschütternd „laut heulte wie hundert Wölfe“. Der Pfeil, den er auf das Tier abfeuerte, prallte an dessen stählernem Körper ab.

Beunruhigt bat er seinen heidnischen Hohepriester Lizdeika um die Deutung dieser Episode: „"Was die Götter dem Herrscher und dem litauischen Staat beschieden haben, mag geschehen: der eiserne Wolf steht auf einem Hügel, auf dem eine Burg und eine Stadt errichtet werden – die Hauptstadt Litauens und die Residenz der Herrscher."

Die Festung aber müsse fest wie Eisen sein, dann würde ihr Ruhm laut durch die Welt hallen.

 

Wallburg von Großfürst Mindaugas 

Hier war die Wallburg mit dem Hauptsitz von Großfürst Mindaugas

 

Kaernave Huegel

Die Wallburg mit der Neris im Hintergrund (Foto: Antanas Seibutis)

 

Ritterfest in Kernave Litauen

Mittelalterspiele

 

 Kernave Litauen Kirche

Katholische Kirche von 1851

 

 Kernave mit dem Fluss Neris vom Satelliten gesehen

 

Kernavė Touristen Informations Zentrum (TIC)       Leider keine Webseite vorhanden.
Kerniaus 4, Kernavė

Tel..: +370 382 47 315
Fax.: +370 382 47 311
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Archäologisches Museum Kernave

Kerniaus 4 a., Kernavė, LT-19172 Širvintų rajonas.
Tel. +370 382 47 385.
Fax +370 382 47 391.

http://www.kernave.org/

 

Museen in Litauen Übersicht Kernave

http://www.muziejai.lt/Sirvintos/Kernaves_rezervatas.DE.htm

 

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Plokštine  Raketensilo

 

Ansicht der Raketensilos aus der Luft

 

Neben dem Plateliai See ist die ehemalige russische Raketenanlage (Plateliai Visitor Centre Didžioji g. 8, Plateliai LT-90420 Plungės raj.) für mich eines der interessantesten Sehenswürdigkeiten der Region Zemaitija. Hier wurde 2012 das "Cold War Museum " eröffnet und man kann geführt durch die komplette Anlage laufen und in die heute leeren Raketensilos schauen.

Cold War Museum Plokstine Litauen

Eingang "Museum des Kalten Krieges"

 

Die Raketenanlage (litauisch: "Plokstines raketu baze") war eine sowjetische unterirdische Abschussanlage für nukleare ballistische Raketen. Hier, im spärlich besiedeltem litauischem Waldgebiet, waren die Abschussrampen gut zu verstecken. Praktischerweise waren die Raketen auch näher an ihren Zielorten im Westen stationiert. Stationiert waren R-12 Dvina Raketen (Nato Name: SS-4 Sandal. Die gleichen Raketen wurden von den Sowjets auch in Kuba stationiert, was damals die Kuba Krise auslöste). Raketen dieses Typs waren von 1953 bis 1993 in Betrieb, hatten eine Länge von 22,1 Metern und 1,6 Meter Durchmesser und eine Reichweite von ca. 2.300 Kilometern. In der Basis lagerten 8 Raketensprengköpfe und im nahe gelegenen Šateikiai weiterer Nachschub. Von Šateikiai wurden auch die R-12 Raketen über Sewastopol nach Kuba verschifft.

 

Als die Amerikaner begannen, ihre Raketen in unterirdische Silos zu verstecken, wollte man es ihnen auf sowjetischer Seite natürlich gleich machen. Man begann bei Plokstine  im September 1960 eine der ersten unterirdischen Abschussbasen in der Sowjetunion zu bauen. Von hier aus konnte man mit der R-12 ganz Europa abdecken, der Boden war leicht zu bearbeiten und ausserdem gab es kaum Einwohner (einige wurden umgesiedelt). Mehr als 10.000 sowjetische Soldaten (die meisten waren Esten) begannen 1960 mit den geheimen Bauarbeiten in Zemaitija. Die Arbeiten waren wirklich so geheim, dass die Amis die Basis erst 1978 entdeckten.

Zuständig in der litauischen Raketenbasis war das 79. Sowjetische Raketenregiment.

Die Anlage besteht aus einer Reihe von Tunneln und vier Silos, die zwischen 27 und 34 Metern tief sind. Die Silos sind mit befestigten Deckeln versehen, die man innerhalb von 30 Minuten auffahren konnte und damals in Tarnfarbe gestrichen waren. Das ganze Gelände war mit einem Elektrozaun gesichert. Die normalen 220 Volt konnte man im Alarmfall auf 1.700 Volt erhöhen. Eingesetzt waren 300 Soldaten.

Raketenbasis Litauen Plokstine

Die vier Raketensilos

 

Deckel Raketensilo Litauen

Natürlich wurden die Kinder sofort verscheucht. Unter den Silodeckeln geht es fast 40 Meter in die Tiefe

 

Silodach Plokstine Raketen Litauen

Oberer Rand eines Silos. Oben sieht man gut die Eisenkonstruktion des Silodaches. Das Netz dient der Suizidprävention

 

Raketenschacht Plokstine Litauen

Fast 40 Meter tief. Gut, dass die Raketen weg sind!

 

Plokstine Raketenbasis Litauen

 Hier stand mal ein Alu Tank mit 85 m³ Fassungsvermögen

 

Im Versorgungsraum für den Raketensauerstoff stand ein 85 Kubikmeter Aluminiumbehälter mit einer Lösung von 27% DiStickstoffpentoxid in Salpetersäure (Stickstoffsäure). Zusammen mit Kerosin diente es als Treibstoff für die Raketen. Von hier ging es über Pumpen und Rohrleitungen in die Silos. Das Zeug war sehr giftig, weshalb Raum und Türen hermetisch geschlossen werden konnten (theoretisch). Nach der Unabhängigkeit nahmen litauische Metallsammler die gesamte Anlage auseinander, natürlich auch den Alutank. Das bekam einigen nicht und es gab Tote zu beklagen.

 

Schluessel Raktenbasis Litauen

Schlüssel zum Scharfmachen der Rakete R-12

 

Sowjetische Propaganda Plokstine

Propaganda der Sowjets    Die Figuren unter dem Soldaten erinnern (gewollt?) an antisemitische Nazi Propaganda

 

 

Plokstine Raketenbasis vor der Renovierung (Achtung, die Musik ist nichts für schwache Nerven ;-) )

 

Nach der Renovierung (Musik ist noch schlimmer)

 

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Ein paar alte Fotos der Raketenbasis von Martin Mikkelson bei flickr

 

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KGB Museum

 

 KGB Museum Vilnius

KGB Museum Aussenwand mit Namen der Ermordeten der Jahre 1945-46

 

Das sogenannte KGB Museum von Vilnius liegt am Gedimino Prospekt, der Haupteinkaufsstrasse im Zentrum von Vilnius. Hier gibt es Theater, Restaurants und einige Hotels. Vergleichbar ist die Strasse - (sie hiess bisher, je nach momentaner Herrschaft: ulica Mickiewicza (poln.), Adolf Hitler und Lenin Strasse) vielleicht mit der Königsallee. Geht man am KGB Museum vorbei, gelangt man zum litauischen Parlament und zur Neris.

 Zelle Vilnius Genozid Museum

Wir möchten da nicht rein - Demokratie ja klar!   

 

Von aussen erkennt man das KGB Museum schon an den in die Häuserwand eingemeisselten Namen von 199 (1945-1946) ermordeten Litauern. Das Gebäude spiegelt die bewegte litauische Geschichte wider. Es stammt aus der Zarenzeit und wurde 1899 als Gericht von Vilnius  eröffnet. Während der litauischen Unabhängigkeit beherbergte das Haus den Sitz der litauischen Armee von Vilnius. 1920 eroberte Polen (Pilsudski) Vilnius und das umliegende Gebiet und es gab hier wieder eine Justizbehörde.

 

Unschön wurde es, als die Rote Armee Litauen 1940 überfiel. Für die nächsten Jahre diente das Haus an der Gedimino Chaussee der Unterdrückung von Andersdenkenden. Kurz waren 1941-1944 auch die Deutschen mit ihren Sonderkommandos hier untergebracht. 

Die sowjetischen Unterdrückungsorgane (NKVD und NKGB) bauten den Keller zur Folterkammer und Gefängnis aus. 1940 begannen Aktionen gegen die Litauer, denen nicht getraut wurde, die sich gegen die Verstaatlichung wehrten, die wohlhabender als andere waren, oder die ganz  einfach von den Nachbarn angeschwärzt wurden. Die Deutschen machten während ihrer Zeit in Vilnius fleissig weiter, bis wieder die Russen das Ruder übernahmen. Jetzt ging es richtig los. Da die Litauer sich gegen die Besatzung wehrten (Waldbrüder) nahm die Härte der Besatzer weiter zu und Folter und Mord waren an der Tagesordnung.

 

 Kisten Gefaengnis Vilnius KGB

Die sogenannten Kisten. Gefangene wurden hineingesteckt, während ihre Dokumente bearbeitet wurden.

 

Der Erschiessungskeller. Multimedial wird der Horror näher gebracht!

 

Ich habe das Museum 1995 und 2014 besucht. Beide Male waren die Zellen, besonders die Gummizelle imposant. Neu ist die Möglichkeit zur Besichtigung des Erschiessungskellers, in dem man auf Glasboden läuft. Der ehemalige Betonboden war so gemacht, dass das Blut der Erschossenen durch die Kanalisation abfliessen konnte. Die gruselige Atmosphäre wird durch Filmeinspielungen noch verstärkt. Mehr als 1000 Gefangene wurden hier erschossen oder zu Tode gefoltert. Die Foltermethoden werden im Museum gut beschrieben, ich glaube, sie werden auch heute noch weltweit angewendet.

 Gefaengniszellen KGB Vilnius

Gang durch die Gefängniszellen

 

Heute sind hier neben dem Museum für die Opfer des Völkermords auch noch Spezialarchive und das Zentrum zur Erforschung von Völkermord und Widerstand (Untersuchungen über den Holocaust in Litauen sowie die sowjetischen Verbrechen) untergebracht.

 Gummi und Folterzelle Vilnius

Die Gummizelle. Hier konnte man Foltern ohne die Nachbarn zu stören.

 

Eingang Museum Genozid Voelkermord Vilnius

Eingang des Museums

 

Abhörraum KGB Vilnius Museum

 Kontroll und Abhörraum

 

Zelle Vilnius KGB Museum

Zelle 

 

Da das KGB Museum quasi von den Sowjets übernommen wurde und mehr oder weniger originalgetreu erhalten ist (an den Wänden wurden 18 Schichten Farbe gefunden), lag der litauische Konzeptionsschwerpunkt nach der Unabhängigkeit darin, den Unterdrückungsapparat der russischen Besatzer deutlich zu machen. Bis heute ist eine kleine Ausstellung über den litauischen Holocaust hinzu gekommen, die an die 200.000 litauischen Juden gedenkt, die 1941 durch die Deutschen und ihren litauischen Helfern Hitlers Wahn zum Opfer fielen.

 

Einer der bekanntesten Insassen war der Partisanenführer Adolfas Ramanauskas (Codename Vanagas). Er war zweiter Vorsitzende des Präsidiums der Widerständler nach Jonas Zemaitis. Nach Verrat wurde er im Oktober 1956 gefangen genommen und im Vilniuser KGB Gefängnis gefoltert und verhört. Im Krankenhaus wurden anschliessend Wunden, zerstochene Augen und fehlende Hoden festgestellt. Ramanauskas wurde 1957 erschossen.

 

Museum für die Opfer des Völkermords

 

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Urlaub in Nida

 

Reisebericht mit vielen Fotos von Bernd Galoci über Nida und die Kurische Nehrung (© B. Galoci)

 Grosse Duene Nida Litauen

Die Große Düne bei Nida

 

Unseren ersten Urlaub in Litauen verbrachten wir im Jahre 1995 in Nida. Wir waren so fasziniert von der Landschaft der Kurischen Nehrung und dort insbesondere von dem Ort Nida, daß wir nicht mehr davon losgekommen sind.

Die Kurische Nehrung war schon immer ein Erholungsgebiet. Auch früher war Nida schon das Zentrum der Nehrung.

Im Jahr 1995, dem 4. Jahr nach der Unabhängigkeit Litauens von der UdSSR, waren die Angebote für Urlauber noch recht spärlich. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Tourismus. Insbesondere aus dem Ausland kamen immer mehr Urlauber, dadurch verbesserte sich auch die Infrastruktur immer weiter.

Die Hotels wurden modernisiert, Ferienanlagen umgebaut und Pensionen entstanden. Auch die Privatvermietung von Ferienhäusern und -wohnungen nahm rasant zu. Die Gastronomie erhielt einen großen Aufschwung. Von Gaststätten mit gehobenen Niveau, Fischgaststätten, Gaststätten mit guter litauischer Küche bis hin zu einfachen Imbissen ist jetzt alles vertreten. Auch wer sich selbst versorgen möchte, hat jetzt mehrere Möglichkeiten.

Erfolgreiche Pilzsuche

 

Aber der zunehmende Tourismus hat auch seine Schattenseiten. Durch die vielen Touristen, ob sie für einen Tag, für ein Wochenende oder auch länger auf der Kurischen Nehrung bleiben und mit Bussen oder PKW anreisen, wird die Natur in Mitleidenschaft gezogen. Ein weiterer negativer Effekt ist der kräftige Anstieg der Preise für Unterkünfte und Dienstleistungen. Als Urlauber muss man schon genau vergleichen, denn nicht überall stimmt das Preis – Leistungsverhältnis. Die Angebote für Urlauber sind mittlerweile mannigfaltig geworden. Abhängig von den jeweiligen Neigungen und der für jeden zur Verfügung stehenden Zeit, hat man verschiedene Möglichkeiten.

Als Urlauber, der in kurzer Zeit möglichst viel erleben möchte, ist die Buchung über einen Reiseveranstalter die sich auf Baltikum-Reisen spezialisiert haben zu empfehlen.

Möchte man seinen Urlaub jedoch selbst gestalten, hat man die Möglichkeit via Internet eine Urlaubsunterkunft zu buchen. Alle Aktivitäten, ob Fahrrad fahren, wandern, Sightseeing oder einfachen nur Entspannen bleibt einem selbst überlassen. Wer ins Meeresmuseum nach Smiltyne oder nach Klaipeda zu einer Stadtbesichtigung möchte, ist nicht gezwungen mit dem PKW zu fahren. Man hat die Möglichkeit den Bus, der mehrmals täglich zwischen Nida und Smiltyne verkehrt, zu nutzten.

In einem anderen Beitrag, sowie auf der offiziellen Webseite von Neringa wird über die 10 Dinge die man auf der Kurischen Nehrung machen sollte berichtet. Zusätzlich dazu empfehle ich ihnen:

11: machen sie mit dem Kurenkahn, einem Segelboot oder einem Motorboot eine Rundfahrt auf dem Haff, dort sehen sie Nida und die Hohe Düne aus einer anderen Perspektive.

Nida vom Boot gesehen

Nida vom Haff gesehen

 

12: Unternehmen sie eine Bootstour ins Memeldelta nach Kuvertshof und Minge.

 

Minge

Minge

 

Kuwertshof Ventes Ragas

Ventes Ragas  (Windenburger Eck) Leuchtturm und Vogelwarte

 

13: oder fahren sie mit dem Schnellboot von Nida nach Klaipeda und zurück. Buchen kann man diese Ausflüge direkt an den Schiffen im Hafen oder über einen Reiseveranstalter. Infos dazu finden sie an den Aufstellern, die vor jedem Schiff stehen.

14: die örtliche Bibliothek ist ebenfalls einen Besuch wert. Hier finden sie auch viel Informatives über Nida und die Kurische Nehrung. Die Angebote sind natürlich auch Saisonabhängig. Aber jede Jahreszeit hat ihre Reize, es muss nicht immer der Sommer sein um Nida und die Kurische Nehrung zu erleben. Wenn auch ein Teil der Einwohner Deutsch und Englisch verstehen, Russisch fast alle sprechen, so zaubert man ein freundliches Lächeln, mit Atsiprašau, Prašom und Ačiü, auf die Gesichter der Leute.

Einen kleinen Sprachreiseführer gibt es im Buchhandel. Aus der Verlagsgruppe Reise Know-How gibt es die die Kauderwelsch Sprachführer. Unter anderen auch in Litauisch. Dort finden sie die gebräuchlichsten Worte und Redewendungen für den Urlaub.

Am Anfang meines Beitrages über Urlaub in Nida habe ich geschrieben, daß uns Nida sofort begeistert hat. Seit 20 Jahren fahren wir jährlich nach Nida, dabei haben wir die verschiedensten Anreisemöglichkeiten mit dem PKW getestet. Die Anfahrt mit dem Auto durch Polen, mit der Fähre von Travemünde nach Ventspils in Lettland (ungefähr 250 km von Nida entfernt) und die Fahrt mit der Fähre von Kiel nach Klaipeda (ca. 55 Km bis Nida). Für uns ist die Nutzung der Fähre von Kiel nach Klaipeda der Favorit, die Fahrt ist sehr entspannend, und nach der Ankunft noch eine kurze Autofahrt und man ist in Nida.

 

Ich hoffe ich habe durch meinen Beitrag ihr Interesse auf einen Urlaub in Nida und auf der Kurischen Nehrung  geweckt.

Ačiü, iki pasimatymo Nidoje - Danke, auf Wiedersehen in Nida!

Wie ich Nida sehe und empfinde habe ich in einem Video „Mein Spaziergang durch Nida“ zusammengefasst. (Video folgt).

 

Bernd Galoci

 

 

Videoimpressionen von der Kurischen Nehrung

 

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  • Kurische_Nehrung44
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  • Kurische_Nehrung49
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  • Kurische_Nehrung53